Elektrotransporter im Testbetrieb
Unterwegs mit dem Fuchs

Metelen -

Schmaler als ein VW-Golf, aber mit kippbarer Pritsche und Elektroantrieb ausgestattet, ist der Klein-Lkw „Goupil G 4“. Am

Samstag, 16.03.2019, 06:00 Uhr
Was taugen E-Mobile im Alltagsbetrieb des Bauhofs? Thomas Nienhaus testete in dieser Woche den Mini-Lkw „Goupil G 4“.
Was taugen E-Mobile im Alltagsbetrieb des Bauhofs? Thomas Nienhaus testete in dieser Woche den Mini-Lkw „Goupil G 4“. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Er ist einer der Vorboten für den modernen Gemeindebauhof, der sich am Horizont abzeichnet, der Goupil G 4. Der kleine Transporter mit Elektro-Antrieb war in dieser Woche unterwegs auf den Straßen Metelens – im Testbetrieb.

Thomas Nienhaus ist Elektriker und seit einem Jahr beim Bauhof beschäftigt. Er fährt das kleine Nutzfahrzeug französischer Bauart, dessen Name übersetzt „Fuchs“ bedeutet, und prüft es auf die Alltagstauglichkeit. Eine knappe halbe Woche hat er dafür Zeit. So lange steht das Leihfahrzeug dem Bauhof zur Verfügung.

Auf der Pritsche steht eine große Box, in der Nienhaus seine Werkzeuge untergebracht hat. Elektroinstallationen aller Art – angefangen von den kommunalen Gebäuden bis hin zu den Straßenlaternen im Ort – fährt der 38-Jährige mit dem gewerblichen E-Mobil an. Sein persönliches Fazit: „Für meine Bedürfnisse fast optimal.“

Das Nutzfahrzeug ist enorm wendig, kommt auch dorthin, wo größere Fahrzeuge passen müssen. Die Fahrerkabine mit ihren großen Scheiben ist übersichtlich, die Reichweite für den alltäglichen Betrieb des Bauhofs ausreichend und mit 50 km/h Maximalgeschwindigkeit für Fahrten innerhalb der Kommune ausreichend.

Doch Nienhaus weiß auch, dass der Bauhof weitere Ansprüche an ein elektrisch betriebenes Neufahrzeug stellt. „Es soll ja wohl den Pritschen-Bulli ersetzen, der defekt da hinten abgestellt ist“, zeigt Nienhaus auf den VW-Transporter, der seine besten Jahre bein Bauhof längst hinter sich hat.

Und nachdem Nienhaus dem Goupil „optimal für größerer Städte, etwa zum Einsatz in den Fußgängerzonen“ attestiert, kommt er auf die Nachteile zu sprechen. Zwar ist der kippbare Pritschenaufbau ein Vorteil – etwa, um aufgesammeltes Laub abzukippen.

Allerdings reicht die Leistung des kleinen E-Transporters für viele Aufgaben des Bauhofs nicht aus. „Vor allem ist die Anhängelast zu gering“, erläutert Nienhaus, dass der viel genutzte Doppelachs-Kippanhänger der Gemeindearbeiter für den Goupil zu groß ist: „Wenn sie den mit Schotter oder Steinen beladen, ist die zulässige Anhängelast schnell überschritten.“

Da sei der Street-Scooter schon besser, weiß Nienhaus. Dieses E-Mobil, das auch von der Deutschen Post eingesetzt und von deren Tochter gebaut wird, durfte der Bauhof-Mitarbeiter ebenfalls schon testen. „Das ist größer und die Fahrerkabine geräumiger“, weiß Nienhaus, der in dem engen Fahrerhaus des Goupil mit der Schulter an die B-Säule stößt: „Wenn hier auch noch ein Kollege drin sitzt, wird das schon recht eng.“ Nienhaus hat sich aber schlau gemacht: „Da gibt es ein Nachfolgemodell, den Goupil G 5, der ist geräumiger.“

Und er kennt auch alternative Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb für den kommunalen Bereich von bekannten Herstellern. „Letztlich ist das eine Preisfrage“, erläutert Nienhaus bei einer letzten Runde um das Fahrzeug. Stutzig macht beim genauen Hinschauen ein Tankdeckel mit der Aufschrift „Diesel“. „Das ist der Tank für die Standheizung“, erläutert Nienhaus. Diese bringt die Fahrerkabine auch im tiefsten Winter auf muckelige Temperaturen – der Pelz des kleinen Elektro-Fuchses sozusagen, der beim Zugriff der Heizung auf den Akku sonst viel von der Reichweite einbüßen würde.

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