Unterwegs auf dem Skulpturenweg
Spaziergang mit den Evangelien

Metelen -

Viele Metelener denken, die Stelen im alten Stiftsbereich und auf dem alten Friedhof stellen eine Kreuzweg dar, doch handelt es sich

Samstag, 13.04.2019, 06:00 Uhr
Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Iking (vorne) liest den Teil des Evangeliums vor, der zur Abbildung und zur jeweiligen Bibelstelle auf der Stele passt.
Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Iking (vorne) liest den Teil des Evangeliums vor, der zur Abbildung und zur jeweiligen Bibelstelle auf der Stele passt. Foto: Dorothee Zimmer

Zunächst hatte Bernhard Iking vor, den Spaziergang auf dem Evangelienweg allein mit seiner Frau Marianne zu unternehmen. Doch dann dachte der Vorsitzende des Heimatvereins, dass sich vielleicht auch andere für die an diesem Weg gelegenen 13 Stationen mit Stelen aus Sandstein interessieren könnten, und lud öffentlich zum Mitgehen ein.

Seine Vermutung bestätigte sich. „Ich bin überrascht, dass so viele gekommen sind“, begrüßte er am Donnerstagabend eine größere Schar vor der ersten Station an der Kirchstraße neben dem Eingangstor zum Stift.

Die Initiative für den Evangelienweg, so skizzierte Iking kurz, ging seinerzeit von den Heimatfreunden aus, Unterstützung bekamen sie von der Gemeinde und zahlreichen Sponsoren. 1997 stellte der Verein die von der Horstmarer Künstlerin Gertrud Büscher-Eilert geschaffenen Bilder auf. Der Stationsweg stehe in einer etwa 500-jährigen Tradition. Seit dieser Zeit werde die Passion Christi auf Kreuzwegen in einzelnen Bildstöcken an Wegen zu Wallfahrtskirchen und Friedhofskapellen dargestellt. „Wir beten hier aber keinen Kreuzweg und machen auch keinen Bet- oder Bittgang“, erklärte Iking. „Es soll ein Spaziergang sein, der uns an Ereignisse aus dem Leben Jesu erinnert.“

Rund eine Stunde waren die Frauen und Männer unterwegs. Vom Stift aus ging es über das Mühlengelände bis zum Alten Friedhof. An jeder Station verweilte die Gruppe einen Moment und lauschte – passend zu den Bibelzitaten und Abbildungen auf den einzelnen Stelen – den entsprechenden Auszügen aus dem Evangelium. Bernhard Iking, Lisa Stippel und Bruno Duesmann-Artmann trugen sie im Wechsel vor. Auf dem Friedhof zählt zum Evangelienweg als zusätzliche Station das Hochkreuz, das auf dem sogenannten Pastorenhügel steht. Hier sind Priester und Ordensschwestern, die in Metelen wirkten, zur letzten Ruhe gebettet.

So wie Bernhard Iking, der eingangs einräumte, selbst nicht genau gewusst zu haben, ob der Weg nun ein Skulpturen- oder Kreuzweg sei, erging es offenbar auch anderen Teilnehmern. „Ich hab die Bilder noch nie so bewusst wahrgenommen“, sagten mehrere. Ob vor den Stelen auch gebetet werde, fragte eine Frau, worauf Iking erklärte, dass es sich nicht um einen Kreuzweg handele: „Die Bilder sind zum Innehalten gedacht.“

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