Voirin-Quartett in der Dankeskirche
Von spontaner Frische bis Wehmut

Metelen -

In ganz unterschiedliche Klangwelten entführte das Voirin-Quartett die Besucher des Konzerts in der renovierten Dankeskirche.

Dienstag, 30.04.2019, 07:00 Uhr
Ein eindrucksvolles Konzert spielte das Voirin-Quartett in der Dankeskirche.
Ein eindrucksvolles Konzert spielte das Voirin-Quartett in der Dankeskirche. Foto: Susanne Menzel

Als idealer Konzertraum mit bester Akustik erwies sich die wunderschön renovierte Dankeskirche in Metelen. Das eindrucksvolle Eröffnungskonzert gestaltete das Voirin-Quartett, benannt nach einem französischen Geigenbogenbauer. Dazu gehören Karl Sousa (Violine I), Cordula Kocian (Violine II), Mara Smith (Viola) und Lucie Stapano-wa (Violoncello). „Zum Nach- und Weiterdenken“, so hätte das Motto des Konzertabends heißen können. Von Beginn an überzeugte das Quartett mit spontaner Frische und ausgeprägtem Gestaltungswillen, dokumentiert im „3. Streichquartett Es-Dur“ des spanischen Komponisten J. C. de Arriga (1806 bis 1826), geschrieben im Alter von 16 Jahren. Keck, leichtfüßig der erste Satz, gefolgt von einer Pastorale mit Anklängen an Beethoven, ein Idyll mit dramatischen Einwürfen. Beeindruckend das Menuett mit einem dramatischen Unisono-Einsatz, dessen Thema die einzelnen Instrumente aufgriffen und sich locker zuspielten.

Ganz andere Klangwelten folgten im Streichquartett „In schwarzer Nacht“ (2018) des zeitgenössischen Komponisten Henning Schmidt (geboren 1969), inspiriert durch Franz Schuberts Lied „Alinde“. Uraufgeführt wurde das Werk im März 2019 in Gronau. „Alinde“, ein typisch romantischer Stoff: Es geht um einen jungen Mann, der auf sein „Liebchen“ wartet. „In schwarzer Nacht steht hier der Hain, noch will sie nicht kommen, von allen Lebendigen irr ich allein, bang und beklommen“, ist die Kernaussage, auf die Schmidt in seiner Tonsprache basiert. Intensiv widmeten sich die Voirins der inhaltlichen Reflexion, was Melodiebildung und dramatische Gestaltung betraf, beispielhaft die unheimlichen Flageoletts in den hohen Lagen oder bedrohlich, unheimlich wirkende Glissandi im Violoncello.

Dunkles, fahles Streichertimbre in Peter Tschaikowskys „Streichquartett Nr. 3“, dessen wehmütige Grundstimmung schon in der Ton-art Es-Dur angelegt ist. Der Tod des befreundeten Geigers F. Laub gab den Anlass. Am beeindruckendsten der dritte Satz – ein Trauermarsch als Totenklage, ergreifend die monotone Psalmodie der Bratsche. Ein versöhnlicher Abschluss im Schlusssatz. Ungebremste Musizierfreude signalisierte hier: Am Ende siegt doch das Leben

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