Uganda-Hilfsprojekt in Mbiriizi
Pflastern bei 35 Grad im Schatten

Metelen/ochtrup -

Metelens früherer katholischer Pfarrer Erich Elpers setzt sich auch an seiner neuen Wirkungsstätte Rheine für Hilfsprojekte

Freitag, 05.07.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 14:10 Uhr
Hubert Steinlage, Erich Elpers und Heinz Steinlage organisierten die Pflasterarbeiten für den Schulhof im ugandischen Mbiriizi.
Hubert Steinlage, Erich Elpers und Heinz Steinlage organisierten die Pflasterarbeiten für den Schulhof im ugandischen Mbiriizi. Foto: privat

Mbiriizi liegt im Südwesten von Uganda und gehört zum Bistum Masaka. Die Menschen dort leben mit ihren Familien in Lehmhütten, die nicht größer sind als eine Garage. „Das tägliche Leben spielt sich hauptsächlich auf der Straße ab“, erzählt der frühere Metelener Pastor Erich Elpers .

Während seiner Amtszeit in der Vechtegemeinde habe er Anfang der 1990er Jahre das erste Mal zusammen mit der Uganda-Hilfe Metelen das afrikanische Land besucht und die Armut der Menschen erlebt. In Uganda habe er auch John Kennedy Lubega kennengelernt, den heutigen Pfarrer von Mbiriizi, erinnert sich Elpers. „Infiziert vom Bazillus Africanus“, wie der Geistliche es formuliert, organisiert er seitdem Hilfsprojekte für Uganda.

Heute engagiert sich der emeritierte Pfarrer in seinem jetzigen Wohnort Rheine in dem dortigen Verein „Hilfe für Menschen in Uganda – Pfarrer John Kennedy Lubega“. So hat er neben vielen anderen Hilfsprojekten dafür gesorgt, dass in Mbiriizi eine Schule gebaut wurde, in der 1000 Schüler unterrichtet werden und sogar ihr Abitur erreichen können.

„Um dieses Schulgebäude ging es auch bei unserem letzten Besuch“, berichtet Elpers. Neben einer Delegation des Vereins „Hilfe für Menschen in Uganda – Pfarrer John Kennedy Lubega“ waren auch der Ochtruper Straßenbauunternehmer Hubert Steinlage und sein Vater Heinz Steinlage zum Arbeitseinsatz nach Mbiriizi geflogen. Einige Reparaturen an den Innenräumen der Schule seien fällig gewesen.

Aber vor Ort habe sich eine weitere Baustelle aufgetan, die insbesondere Fachleuten wie den Steinlages ein Dorn im Auge war. „Der Schulhof war eine einzige Schlammfläche und kaum begehbar. Das konnte so nicht bleiben. Da musste was unternommen werden“, berichtet Hubert Steinlage und zeigt Fotos von dem Schulgelände.

Vater und Sohn fackelten nicht lange und nahmen die Maßnahme in Angriff. Zunächst galt es, Arbeitsgeräte und Materialien zu beschaffen. Höchst abenteuerlich sei das gewesen und es hätte viel Organisationstalent erfordert, meinen die beiden. Auch Pfarrer Elpers brachte sich mit Verhandlungsgeschick ein und Dank der Spendengelder des Vereins und einer Zuwendung der Kolpingfamilie Langenhorst-Welbergen in Höhe von 500 Euro konnte der Arbeitseinsatz starten. Auch die Metelener Uganda-Hilfe war finanziell für das Schulprojekt mit im Boot, wie deren Vorsitzender Erich Joost auf Nachfrage erläuterte.

Da diese Projekte der Hilfe zur Selbsthilfe dienen, wirkten die Bewohner von Mbiriizi ebenfalls mit bei der Schulhofsanierung und sie lernten von den Besuchern aus Deutschland das notwendige Knowhow der Pflasterarbeiten.

Zwei Wochen wurde Tag für Tag auf der Baustelle gearbeitet. Bei 35 Grad. „Wir haben frühmorgens losgelegt, während der Mittagshitze eine länger Pause gemacht und am Nachmittag bis spätabends weitergemacht“, erzählt Heinz Steinlage, der trotz seiner 73 Jahre tatkräftig anpackte.

Drei Tage blieben danach noch Zeit für Ausflüge in die Region. Die Eindrücke dieser Reise und die Begegnung mit den Ugandern, die trotz ihrer Armut glücklich und zufrieden scheinen, möchten Heinz und Hubert Steinlage nicht missen. Voller Respekt und Achtung vor den Menschen, die unter diesen Bedingungen leben müssen, sind sie zurückgekehrt in ihren Wohnort Welbergen.

Nach derartigen Erfahrungen schaue man anders auf das eigene Leben, meint auch Erich Elpers, der frühere Pfarrer von Metelen, der nicht müde wird, sich für Hilfsprojekte in Uganda einzusetzen.

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