In der Roboterwerkstatt der Kulturinitiative
Zu schade für den Elektroschrott

Metelen -

„Upcycling“ ist der moderne Ausdruck dafür, aus alten, eigentlich schrottreifen Gegenständen neue Dinge zu kreieren. Die

Samstag, 13.07.2019, 06:00 Uhr
Der siebenjährige Julian hat eine Vorliebe für die Ninja-Roboter von Lego. Diesen hier baute er aus Hartpappe und Elektroschrott.
Der siebenjährige Julian hat eine Vorliebe für die Ninja-Roboter von Lego. Diesen hier baute er aus Hartpappe und Elektroschrott. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Julian ist sieben Jahre alt, geht nach den Ferien in die dritte Klasse und mag die Ninja-Roboter von Lego . „Erst baue ich die genau nach der Anleitung auf, aber danach lasse ich mir auch andere Sachen mit den Teilen einfallen.“ Beste Voraussetzungen also für die Roboterwerkstatt der Kulturinitiative.

Dort – und zwar immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr, auch in den Ferien – sind Kreativität und Fantasie gefragt. Denn es gibt eigentlich nur einen in der Kulturetage, der ein geschultes Auge dafür hat, was Kinder aus den alten Aktenordnern, vor allem aber mit etlichen Kisten voller Elektroschrott alles basteln können.

Thorsten Majewski leitet die Roboterwerkstatt, in der seit April ein halbes Dutzend Kinder aus dem Ort auf robusten Tischen neue Figuren aus den alten Materialien entstehen lassen. Der gebürtige Dortmunder, der seit einiger Zeit in Metelen lebt, beschäftigt sich seit Längerem mit dem sogenannten „Upcycling“ – also der neuen Verwendung gebrauchter Teile, die eigentlich nur noch Schrottwert haben. Doch dafür sind sie viel zu schade.

Der 53-Jährige, der als Künstler unter anderem in Paraguay gearbeitet hat, verrät die Grundidee: „Es geht zunächst darum, Computerplatinen, das Innenleben alter Radios oder andere Bauteile möglichst in Einzelteile zu zerlegen.“ Aus Kondensatoren können dann etwa Augen entstehen, ein Trafo-Innenleben wird zur gewichtige Basis für einen neuen Roboter und für den Senderwahlknopf von Omis Dampfradio findet sich bestimmt auch noch eine Verwendung.

Was genau, das ergibt sich während der Werkstattstunden an den alten Tischen im Bastelraum. Julian, der kreative Lego-Bastler, hat seinem Ninja-Krieger einen Gleitschlitten als Fahrzeug verpasst. Eine Platine bildet die Grundplatte, zwei Knöpfe einer Computer-Tastatur die Scheinwerfer. Ein Ü-Ei wurde zum Kopf, und aus gebogenem Draht entstand die Waffe des Ninja. Den Körper selber schnitt Julian aus der dicken Pappe eines Aktenordners. Die ist stabil, wird mit Farbe angesprüht und – das macht den Ninja einfach ansprechender – mit Draht umwickelt. „Ich habe außerdem noch Kabelbinder an den Armen und Beinen befestigt“, erklärt Julian. Er findet das einfach schön. Gut möglich, dass auch der rote Kumpel des blauen Ninja solche Accessoires bekommt.

Bis zum 24. August sollen Julians Figuren und die Roboter der anderen Kinder aus der Gruppe fertig sein. Sie sind dann zu sehen im Rahmen des KIM-Fests „Am Dicken End“ vor und in der Kulturetage. Thorsten Majewski ist auch vor Ort. Und er verrät, was das denn für Einzelteile sind, aus denen die neuen Kreationen gebastelt wurden – immer mittwochs in der Roboterwerkstatt.

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