„Mit-Sinnen“ in der Kulturetage
Annäherung über den Ruhrpott

Metelen -

Gastgeber Samuel Beutler rückte am Samstagabend bei der siebten Auflage der Veranstaltungsreihe „Mit – Sinnen“ in der Kulturetage das Werk „Der Imbisswagen" von Künstler Günther Sponheuer in den Mittelpunkt. Während es für Beutler „eine der schwierigsten Vorbereitungen überhaupt“ war, durften sich die Gäste darauf freuen, wieder einmal „mit allen Sinnen mitzusinnen“.

Montag, 22.07.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 22.07.2019, 16:02 Uhr
Das Werk „Der Imbisswagen“ von Künstler Günther Sponheuer rückte bei der Veranstaltung „Mit – Sinnen“ am Samstagabend in der Kulturetage in den Mittelpunkt.
Das Werk „Der Imbisswagen“ von Künstler Günther Sponheuer rückte bei der Veranstaltung „Mit – Sinnen“ am Samstagabend in der Kulturetage in den Mittelpunkt. Foto: Sabine Sitte

Ein Bild, ein Künstler, eine Herausforderung: Die Veranstaltung „Mit – Sinnen“ in der Kulturetage hat sich am Samstagabend mit den Arbeiten des Künstlers Günther Sponheuer im Allgemeinen und einem seiner Werke im Besonderen auseinandergesetzt. Für Gastgeber und Moderator Samuel Beutler „eine der schwierigsten Vorbereitungen überhaupt“. Für die Gäste ein spannendes Mitwirken, wieder einmal „mit allen Sinnen mitzusinnen“. Eingeladen zum bereits siebenten Kunstabend dieser Reihe hatten die Kulturinitiative Metelen (KIM) und die Kulturetage.

Die Ausstellung „Spony malt“ war seit Mai dieses Jahres zu Gast in den Räumen der Kulturetage. Spohnheuers Bilder sind oft fotorealistisch, gegenständlich und in leuchtenden Farben gemalt; harmonische Kompositionen „an denen sich der Betrachter nicht satt sehen kann“, so Beutler. „Mit-Sinnen“ ist zugleich Finissage und Hommage an die ausstellenden Künstler, sich auf ungewöhnlichen Wegen deren Arbeiten zu nähern. Nie mit dem Anspruch der Interpretation, sondern, um Impulse zu geben.

Im Mittelpunkt des Abends stand Sponheuers Bild „Der Imbisswagen“: ein gelb und rot flammendes Farbobjekt in akkurater Abbildung vor verwischter Kulisse und mit reduzierten Details. Auf den ersten Blick profan, fast schon banal im Motiv – „einem Schnappschuss gleich, ein flüchtiger Moment“, urteilte das Publikum, aber von Beutler ausgewählt nach einem bestimmten Gefühl auf der Suche nach dem Thema des Abends: vielleicht Heimat? Günther Sponheuer ist in Essen geboren und aufgewachsen, Samuel Beutler dort zur Schule gegangen. Aus biografischen Gemeinsamkeiten entwickelte sich die erste Annäherung über „den Ruhrpott“ und dessen Eigenarten, inklusive „Kniften“ und „Bütterken“ als Pausensnack für alle.

Mit einer wagemutigen Idee verband Samuel Beutler dann das vordergründig Beiläufige des Bildmotivs mit einem philosophischen Ansatz unter dem Titel „Geist und Materie – der ewige Widerstreit“. Verberge sich hinter dem Sichtbaren eine Idee des Künstlers Günther Sponheuer und wenn ja, welche? Schlussendlich war es Nietzsche, der Philosoph, den Beutler rezitierte und so verblüffend geschickt den großen Bogen vom vermeidlich Banalen zur möglichen Tiefsinnigkeit spannte: „Alles was tief ist, liebt die Maske. (…) Jeder tiefe Geist braucht eine Maske.“ Traditionell schloss der Gastgeber den Abend mit einem improvisierten Musikstück auf dem Klavier: melancholische Klänge zu einer beeindruckenden Power-Point-Werkschau.

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