Auf der Suche nach pflegeleichten Alternativen
Schottergärten müssen nicht sein

Metelen -

Sie sollen optisch etwas hermachen, aber möglichst wenig Arbeit machen: Vorgärten. Derzeit sind Anlagen mit Zierkies im Trend. Sie scheinen genau diese Kriterien zu erfüllen. Doch so pflegeleicht wie auf den ersten Blick sind auch Schotter-Gärten nicht, weiß Expertin Elisabeth Hüllen. Die Metelenerin kennt viele Möglichkeiten, einen Vorgarten naturnah und trotzdem pflegeleicht zu gestalten.

Montag, 23.09.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 23.09.2019, 14:06 Uhr
Gartenanlagen mit Zierkies werden oftmals vor dem Hintergrund gestaltet, wenig Arbeit mit den Flächen zu haben. Doch dies gilt in der Regel nur für die ersten Jahre. Blätter, eingebrachter Staub und Flugsamen finden sich im Laufe der Zeit auch in „Schottergärten“.Elisabeth Hüllen gibt Tipps, wie Vorgärten auch ohne den Einsatz von Zierkies pflegeleicht und attraktiv angelegt werden können.
Gartenanlagen mit Zierkies werden oftmals vor dem Hintergrund gestaltet, wenig Arbeit mit den Flächen zu haben. Doch dies gilt in der Regel nur für die ersten Jahre. Blätter, eingebrachter Staub und Flugsamen finden sich im Laufe der Zeit auch in „Schottergärten“.Elisabeth Hüllen gibt Tipps, wie Vorgärten auch ohne den Einsatz von Zierkies pflegeleicht und attraktiv angelegt werden können. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Die Idee ist verlockend: Einmal den Vorgarten anlegen oder durch einen Fachmann anlegen lassen – und dann nie wieder Arbeit mit der Fläche vor dem Haus haben. Anlagen, die durch Zierkies dominiert werden und vielfach unter dem Begriff „Schottergärten“ zusammengefasst werden, gibt es auch in Metelens Wohngebieten reichlich.

Naturschützern und auch der Gemeinde sind sie ein Dorn im Auge, diese Steinwüsten, die vermeintlich so pflegeleicht sind. Doch: Sind sie es wirklich? Und: Gibt es Alternativen? Elisabeth Hüllen ist Garten-Expertin, kennt sich mit Gärten bestens aus und hat ein üppig blühendes Gartenparadies angelegt, das an den Tagen der offenen Gärten viele bewundernde Kommentare erntet. Ihre Meinung zu „Schottergärten“: „Da gibt es kein Schwarz oder Weiß.“

Hüllen schaut bereits auf die Begrifflichkeit, denn es ist nur ganz selten günstiger Schotter, der in den Vorgärten eingebaut wird. „Wir haben es in der Regel mit Zierkies zu tun, der mit einer schützenden Folie, die unterhalb eingebracht wird, verbaut wird.“ Optisch sicherlich attraktiver, im Ergebnis aber mit vergleichbaren Effekten: Pflanzen finden sich nur vereinzelt, blühende Stauden oder Sträucher als Nahrungsquelle für Insekten eher selten – und hinzu kommt ein Aufheizen des Mikroklimas durch reflektierende Sonneneinstrahlung.

Elisabeth Hüllen hat viele Tipps, wie sich ein Vorgarten naturnah und trotzdem pflegeleicht gestalten lässt.

Elisabeth Hüllen hat viele Tipps, wie sich ein Vorgarten naturnah und trotzdem pflegeleicht gestalten lässt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Sicherlich gibt es Gründe für einen Steingarten, etwa dann, wenn sich Menschen nicht mehr in der Lage sehen, die Anlagen zu pflegen. Sie müssen sich aber darüber im klaren sein, dass Blätter, eingebrachter Staub und Flugsamen auf die Dauer auch die Steinflächen beeinträchtigen und keimen.“ Die passionierte Gärtnerin rät daher dazu – analog zu ihrem Credo „Kein Schwarz oder Weiß“ – , Kiesflächen zumindest begleitend Beetstreifen zur Seite zu stellen, in denen ausgewählte Blühpflanzen möglichst so arrangiert werden, dass das ganze Jahr über Blütenstände die Insekten anlocken. In der obigen Bildercollage findet sich ein Beispiel im Foto unten rechts. Stauen, Gräser, Büsche und Kies verbinden sich hier. „Klar muss indes sein, dass das schon ein wenig mehr Arbeit macht“, ermuntert Hüllen dennoch, den Versuch zu wagen.

Alternativen sind Bodendecker wie die Scheinerdbeere, die zwar auch – zumindest an den Rändern – zurückgeschnitten werden müssen, den Boden aber abschatten, und das Regenwasser besser halten. Ebenfalls – in Kombination mit Pflanzinseln auch durchaus attraktiv zu gestalten – sind Vorgärten, in denen Rindenmulch dafür sorgt, dass der Boden nicht austrocknet. Grobe Pinienrinde ist hier die erste Wahl. Die Metelenerin, die ihre Passion in der eigenen Gartenanlage auslebt („Mein Yoga ist der Garten“) rät ferner zu pflegeleichten und doch lang anhaltend blühenden Pflanzen, die in Kombination oder als Solitär die Arbeit im Vorgarten nicht ausufern lassen. Zu Salvien oder die Prachtkerze (Gaura) etwa.

Sie rät dazu, sich im Internet zu informieren. Dort gibt es eine Fülle von attraktiven Optionen. Und auch Fachleute sind gefragt: Gärtner wissen, welche Pflanze für welchen Standort geeignet ist und dass gut eingewachsene Staudenbeete sowohl das Auge als auch die Insekten erfreuen.

Mit dem Thema müssen sich in jedem Fall die Häuslebauer im neuen Gebiet „Am Schützenwald“ beschäftigen. Im Bebauungsplan ist klar festgeschrieben, dass die nicht überbauten Flächen der Grundstücke wasseraufnahmefähig zu belassen und zu begrünen oder zu bepflanzen sind. In der Vorschrift wird auch der Grund genannt: „Um dem Trend von Schotter-/Kiesanlagen entgegen zu wirken.“

Kiesflächen sollte – wie hier – zumindest begleitend Beetflächen zur Seite gestellt werden, findet Garten-Experten Elisabeth Hüllen.

Kiesflächen sollte – wie hier – zumindest begleitend Beetflächen zur Seite gestellt werden, findet Garten-Experten Elisabeth Hüllen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

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