Schreibcafé-Bilanz
Gedanken zu Papier gebracht

Metelen -

Seit August hat Vassilios Michalakis in der Kulturetage ein Schreibcafè eingerichtet. Jede Woche stand seitdem unter einem anderen Motto. „Es gibt viele Ideen, Notizen und es wurde sehr viel geredet“, zieht er eine erste Bilanz des Projektes, das er im Rahmen seines Studiums initiiert hat. Die entstandenen Texte sollen als Anthologie auf der Homepage der Kulturetage ihren Niederschlag finden.

Donnerstag, 26.09.2019, 06:00 Uhr
Arbeitet derzeit an einer Anthologie der im Schreibcafé entstandenen Texte für die Homepage der Kulturetage: Vassilios Michalakis, Metelens „Stadtschreiber“ auf Zeit.
Arbeitet derzeit an einer Anthologie der im Schreibcafé entstandenen Texte für die Homepage der Kulturetage: Vassilios Michalakis, Metelens „Stadtschreiber“ auf Zeit. Foto: Irmgard Tappe

Zettel mit und ohne Notizen liegen ausgebreitet auf den Tischen. An einer Pinnwand heften jede Menge Denkanstöße zum kreativen Schreiben. Im Hintergrund leise Musik. Gerade hat Vassilios Michalakis einen Tee aufgebrüht. „So lässt es sich besser reden“, bemerkt er zu Beginn des Pressegesprächs in der Kulturetage, wo der 25-Jährige Ende August 2019 ein Schreibcafé eingerichtet hat. Ein Projekt im Rahmen seines Studiums. „Viele Notizen, viele Ideen, und es wurde auch sehr viel geredet. Ich habe sehr interessante Gespräche mit den Leuten geführt“, sagt er.

Jede Schreibwoche stand unter einem bestimmten Motto. „In der ersten Woche“, erzählt Vassilios, „haben wir Gedichte geschrieben.“ Ein Schwerpunkt sei das Haiku gewesen. Eine japanische Gedichtform, bei der es darum geht, mit 17 Silben eine Situation zu beschreiben.

Wie das geht? Vassilios nimmt einen Stift zur Hand und gießt seine Erfahrung mit dem Metelener Schreibcafé in eine Haiku-Form. „Es war ‚ne schwere Geburt/ aber am Ende/ sprachen wir Bände.“

Auch wenn die Zahl der Hobbyschreiber überschaubar war, so ist Vassilios Michalakis bestens zufrieden mit dem Ablauf. Etwa zehn Leute seien sporadisch gekommen. Darunter Kinder, Hausfrauen, Pensionäre. Vassilios berichtet von einer Frau, die auf dem Weg zum Wochenmarkt spontan hereinkam, um ein Gedicht zu schreiben. Als es in der zweiten Woche um Sachtexte ging, habe ein Schüler etliche interessante Beiträge geschrieben, während eine ältere Dame beim Thema „Biografisches“ einiges zu sagen hatte.

Alle Texte, die hier in den vergangenen Wochen entstanden sind, hat der Autor in einer Box gesammelt. Momentan ist er dabei, daraus für die Homepage der Kulturetage eine Anthologie zu erstellen. „Als kleines Andenken an dieses Schreibcafé“, meint er.

Vassilios Michalakis jedenfalls hat mit seiner Aktion einen Anstoß gegeben für weitere Projekte rund um das Thema „Schreiben“. Samuel Beutler hat schon einige Ideen. Seiner Meinung nach könnte man die Kulturetage nach dem Prinzip eines „Coworking-Spaces“ nutzen. Wie die Besucherin des Schreibcafés, die regelmäßig kam, um an ihrer Dissertation zu schreiben.

Zu Hause finde nun mal nicht jeder die erforderliche Ruhe, um sich auf eine schriftliche Arbeit oder das Lernen für eine Klausur zu konzentrieren. Coworking-Space wolle den Betroffenen einen passenden Raum bieten, skizziert Beutler das Konzept dieser Form der Zusammenarbeit, die er als sozial, aktiv und produktiv beschreibt.

Außerdem, so Beutler, plane die KIM im Dezember einen Kursus „kreatives Schreiben“ unter Leitung einer Buchautorin. Als weiteres Angebot habe man das „Kreative Schreiben mit Geflüchteten“ ins Auge gefasst. Und vielleicht kommen noch mehr Anregungen aus der Bevölkerung. „In der Kulturetage finden die Metelener immer ein offenes Ohr für ihre Ideen“, betont Samuel Beutler.

„Das gilt auch für Leute, die etwas zu erzählen haben. Also einfach mal reinkommen und reden“, meint Vassilios Michalakis, für den die letzte Woche im Schreibcafé angebrochen ist. „Es war bis jetzt eine tolle Zeit. Ich habe viele nette Leute kennengelernt, viele interessante Gespräche geführt. Und überhaupt. Metelen ist ein schöner Lebensort“, findet der Autor.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6957324?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F
Die alte Leier: Preußen Münster spielt in Meppen wie ein Absteiger
Münsters Ole Kittner (rechts) blockt in dieser Szene Meppens Torschützen Deniz Undav ab.
Nachrichten-Ticker