Mobiler Escape-Room
Auf der Spur des Löwen

Metelen -

Auf die Spuren des „Löwen von Münster“, Clemens August Kardinal Graf von Galen, der von 1933 bis 1946 Bischof von Münster war, begaben sich Metelener am Wochenende im mobilen „Escape-Room“. Der hatte seinen Standort in der Oase eingenommen.

Sonntag, 29.09.2019, 15:50 Uhr aktualisiert: 30.09.2019, 17:08 Uhr
Matthias Hecking verfolgt das Geschehen im Escape-Room am Bildschirm, während die Teilnehmer dort nach Hinweisen suchen.
Matthias Hecking verfolgt das Geschehen im Escape-Room am Bildschirm, während die Teilnehmer dort nach Hinweisen suchen. Foto: Dorothee Zimmer

Clemens August Kardinal Graf von Galen, der von 1933 bis 1946 Bischof von Münster war, trug den Beinamen „Löwe von Münster“. „Habt ihr diesen Begriff schon einmal gehört?“ Vier Jugendliche, drei Mädchen und ein Junge, legen die Stirn in Falten und schütteln leicht den Kopf.

Macht nichts, Matthias Hecking füllt diese Wissenslücke am Freitag in der Oase. Er erzählt interessant von dem Gottesmann, der im Zweiten Weltkrieg den Nazis die Stirn bot, weil er ihre Verbrechen insbesondere im Umgang mit Menschen mit Behinderungen in einer Predigt öffentlich anprangerte. Zugleich bereitet Hecking die Gruppe damit auf ihren bevorstehenden Besuch im mobilen Escape-Room vor.

Gemeinhin muss man darin innerhalb einer vorgegebenen Zeit Aufgaben erfüllen, was am besten mit vereinten geistigen Kräften aller Mitglieder einer Spielergruppe gelingt. Erst die gefundene Lösung ermöglicht dann das „Entkommen“ aus dem zuweilen tatsächlich verschlossenen Raum. Hecking, der mit seinem Partner Winfried Hachmann Spielleiter ist und am Freitag, Samstag und Sonntag insgesamt rund 20 Gruppen durch das Spiel im nach dem Beinamen des Bischofs benannten Escape-Room führt, beruhigt: „Die Tür ist nicht abgeschlossen, ihr könnt jederzeit raus.“

Hecking selbst schlüpft am Freitag in verschiedene Rollen, zunächst ist er der Nachbar eines Pfadfindergruppenleiters, der verhaftet wurde. In dessen Arbeitszimmer sind Flugblätter mit jener Predigt versteckt, in der der Bischof das Handeln der Nazis scharf verurteilt. Die Spieler als imaginäre Pfadfinder sollen die Zettel finden, bevor es die Gestapo tut. Die nämlich weiß ebenfalls davon und ist auf dem Weg. Der Nachbar führt die jungen Leute in einen schummrigen Raum. „Die Technik, die ihr vorfindet, ist hochmodern, sie entspricht dem neuesten Stand im Jahr 1941“, hatte Hecking angekündigt. Folglich steht dort unter anderem ein schwarzes Telefon mit Wählscheibe, ein großes Radio, aus dem die Stimme einer Frau mit vernehmlichem Rauschen konkurriert und eine Schreibmaschine. Das Quartett orientiert sich kurz und beherzigt dann den anfänglichen Rat Heckings: „Ihr müsst nach Hinweisen suchen. Dreht jeden Gegenstand um, seid gründlich und sorgfältig.“ Und während es sich vorarbeitet, dringen reale akustische Geräusche in den Raum. Man hört Schritte vor der Wohnungstür und Verkehrslärm von der Straße. „Das schafft Atmosphäre“, meint Hecking.

Er verfolgt das Spiel über einen Computerbildschirm, und was gesprochen wird, hört er über Kopfhörer. Manchmal schaltet er sich ein, dann geht er zum Escape-Room und gibt verschlüsselte Hinweise. Aber auch andersherum kann mit Hilfe des Telefons Kontakt hergestellt werden. Hecking meldet sich dann etwa mit „Hallo, hier ist euer Nachbar“, ein anderes Mal ist er Hausmeister oder jemand, der die Spieler zur Vorsicht mahnt. Eine Stunde hat jede Gruppe Zeit. „Manche“, sagt Hecking, „schaffen es auch in etwa einer halben.“ Ganz so schnell sind die Jugendlichen am Freitag nicht. Eine Frauenrunde steht schon bereit für den nächsten Besuch im Escape Room.

Pastoralreferentin Ruth Bentler hatte die Idee, ihn nach Metelen zu holen, sie stellte sich auch selbst zusammen mit einer Gruppe dieser Herausforderung. Finanziert wurde das Angebot unter anderem von der Kreissparkasse Steinfurt. Mitarbeiter Alexander Banasievicz überreichte am ersten Tag der Aktion 500 Euro an Ruth Bentler, nachdem auf ihre Initiative hin für dieses Projekt auf der institutseigenen Spendenplattform 280 Euro eingegangen waren.

Infos zum Escape Room „Der Löwe von Münster“ im Internet unter www.loewevonmuenster.de

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