Kontrollaktion mit erschreckendem Ergebnis
Biomüll: Jede zehnte Tonne auffällig

Metelen -

Bei der Untersuchung der Biomülltonnen Mitte September stellte sich heraus, dass jedes zehnte Gefäß so falsch befüllt

Mittwoch, 02.10.2019, 06:00 Uhr
Soweit, dass der Biomüll im Kompostwerk Saerbeck von Hand sortiert werden muss, soll es gar nicht erst kommen.
Soweit, dass der Biomüll im Kompostwerk Saerbeck von Hand sortiert werden muss, soll es gar nicht erst kommen. Foto: Gunnar A. Pier

Mitarbeiter der Entsorgergesellschaft EGST waren am 18. September zu Fuß in der Gemeinde unterwegs. Ihr Ziel: Die an die Straßen gestellten Biomülltonnen. Mit Schutzhandschuhen klappten sie die Deckel der Gefäße hoch und stocherten im entsorgten Inhalt. Geprüft werden sollte die ordnungsgemäße Mülltrennung. Nicht alle Bürger hatten sich daran gehalten.

„Das Ergebnis ist schon erschreckend“, beurteilte Bürgermeister Gregor Krabbe in der Ratssitzung am Montag die Situation. Vielfach seien Abfälle, die in den Restmüll gehörten sowie Verpackungsmaterial gefunden worden. „Weitere Kontrollen sind notwendig“, kündigte er an.

Anlass für diese Maßnahme waren vermehrte Fehlbefüllungen in jüngster Vergangenheit gewesen. In Zahlen ausgedrückt, ergibt sich Krabbes Ausführungen zufolge für die jüngste Prüfung folgendes Bild: Von insgesamt 1000 kontrollierten Gefäßen fielen 101 unangenehm aus der Rolle. In diesen Fällen wurde der betreffende Haushalt mit einem Aufkleber auf den Missstand aufmerksam gemacht. 62 Mal klebten die Prüfer einen Zettel mit einer Verwarnung auf die Deckeltonne. Grund: Die Befüllung wurde als kaum mehr akzeptabel eingestuft. Sie wurden dennoch geleert, aber mit dem Hinweis versehen, dass das gezeigte Verhalten bei der Mülltrennung beim nächsten Mal nicht mehr toleriert und die Tonne von der Leerung ausgeschlossen werde. Für 39 Tonnen galt das bereits bei der letzten Abfuhr. „Was passiert denn mit Biotonnen, die nicht abgeholt werden?“, fragte Dietmar Deitermann (UWG). „Man kann den Inhalt nachträglich richtig sortieren oder ihn auf eigene Kosten zu einem gewerblichen Entsorger bringen“, erläuterte Krabbe.

Die Prüfung der Tonnen direkt vor Ort hat den Vorteil, dass falsche Sortierung noch vor der Abfuhr auffällt und der Besitzer direkt auf den Missstand und dessen Konsequenzen aufmerksam gemacht werden kann. Wird erst beim Entsorger offensichtlich, dass viel anderer Müll in der Biotonne steckt, kann sich das nachteilig auf die Gebühren auswirken. Kämmerer Andreas Möllers sagte, man halte vor allem die als besonders auffällig eingestuften Gefäße weiter im Blick: „Alle Biotonnen, die beim letzten Mal stehen geblieben sind, werden noch mal explizit überprüft.“

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