Vor 30 Jahren: Gemeinde auf Partnersuche in Ostdeutschland
Die Chemie stimmte nicht ganz

Metelen -

Nicht viele Erinnerungen gibt es an die Bemühungen, nach dem Mauerfall zu dem kleinen Örtchen Alt Meteln in

Donnerstag, 03.10.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 13:02 Uhr
Nach der Öffnung der Grenzen fuhren Gemeindedirektor Wilhelm Budde und Bürgermeister Reinhard Jockweg in das kleine Örtlichen Alt-Meteln in Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Geselligkeit wurde bei diesem und in anderen Treffen gepflegt.
Nach der Öffnung der Grenzen fuhren Gemeindedirektor Wilhelm Budde und Bürgermeister Reinhard Jockweg in das kleine Örtlichen Alt-Meteln in Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Geselligkeit wurde bei diesem und in anderen Treffen gepflegt. Foto: Privat

Als vor 30 Jahren der Unmut der Menschen in der damaligen DDR so groß wurde, dass sie auf die Straßen gingen, ahnte in Metelen niemand, dass sich noch im Winter 1989 eine Delegation auf eine Reise begeben würde, um Kontakte zu den Menschen in Ostdeutschland zu knüpfen. Rolf Hennings vom Kreis Steinfurt war es, der nach dem Mauerfall am 9. November den damaligen Gemeindedirektor Wilhelm Budde und Bürgermeister Reinhard Jockweg auf eine Ortschaft aufmerksam machte, die fast namensgleich zur Vechtegemeinde ist: Alt Meteln.

„Das kannten wir bis dahin gar nicht“, erinnert sich Jockweg im Gespräch mit dieser Zeitung und blättert durch ein Fotoalbum. Besuche in Leipzig und Erfurt hatte es zwar gegeben, zumeist mit CDU-Vertretern und noch unter dem Regime des Realsozialismus ostdeutscher Prägung. „Da fahren wir mal hin“, war sich die Spitze der Gemeindeverwaltung deshalb einig. Reinhard Jockweg erinnert sich auch noch, dass man als Geschenk eine Schreibmaschine mitgenommen habe – gedacht für die dortige Verwaltung.

Der Empfang sei zwar herzlich gewesen, doch sei schnell deutlich geworden, dass viele Menschen im Ort bereits auf gepackten Koffern saßen, um in den Westen überzusiedeln. „Die Infrastruktur des Ortes war schlecht und die örtliche LPG unterstützte die Gemeinde etwa mit Maschinen zur Instandhaltung der Straßen“, blickt Jockweg zurück. Die Preise für Lebensmittel waren niedrig. Folge: Brot wurde, mangels Alternativen, an Nutztiere verfüttert.

„Der Wille war auf jeden Fall da, etwas für die Entwicklung des Ortes zu tun“, beschreibt Jockweg in seiner Erinnerung die Ambition der Metelener Gemeindespitze, sich zu engagieren. Umgesetzt wurde das Vorhaben jedoch, trotz weiterer Besuche, nicht. Die Mentalität der Menschen sei doch sehr unterschiedlich gewesen, sagt Metelens früherer Bürgermeister und bringt es auf den Punkt: „Die Chemie stimmte einfach nicht ganz.“

Was blieb, waren Privatkontakte, die sich teils noch bis weit über die Nachwendezeit hinaus gehalten hätten. So habe beispielsweise die Bürgermeisterin Alt Metelns noch 1993 anlässlich eines Empfangs zu seinem 50. Geburtstags im Alten Amtshaus ein paar Worte gesprochen, schaut Jockweg ins Fotoalbum.

Nicht ausschließen will er im Rückblick auch, dass die angestrebte Patenschaft zu dem Örtchen in Mecklenburg-Vorpommern, das heute gut 1100 Einwohner zählt, unter der Partnerschaft zu Château-Renard gelitten habe. Diese wurde ja im selben Jahr besiegelt, und erst im vergangenen Sommer groß gefeiert. Am Horizont zeichnete sich damals überdies eine weitere Partnerschaft zum niederländischen Denekamp ab, die aber – wie der Kontakt zu Alt Meteln – letztlich im Sande verlief.

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