Himmel-Hölle-Fegefeuer
Angelegenheit zwischen Gott und Mensch

Metelen -

Ein aus theologischer Sicht differenziertes und von den großen christlichen Konfessionen durchaus unterschiedlich

Donnerstag, 10.10.2019, 06:00 Uhr
Höllenvorstellungen – hier durch das Theater Titanick in Münster – verbreiteten unter den Menschen des Mittelalters Schrecken. Mit aktuellen Vorstellungen von Himmel, Hölle und Fegefeuer beschäftigte sich die Gesprächsrunde im Gemeindesaal der Dankeskirche.
Höllenvorstellungen – hier durch das Theater Titanick in Münster – verbreiteten unter den Menschen des Mittelalters Schrecken. Mit aktuellen Vorstellungen von Himmel, Hölle und Fegefeuer beschäftigte sich die Gesprächsrunde im Gemeindesaal der Dankeskirche. Foto: Matthias Ahlke

Das Thema der ökumenischen Gesprächsrunde „Himmel-Hölle-Fegefeuer“ am Dienstagabend im Gemeindesaal der Dankeskirche war durchaus grundsätzlich, die Teilnehmerzahl hingegen eher überschaubar.

Impulsgeber und Gesprächsleiter Arno Brombacher war bemüht, die grundsätzlichen Positionen zu diesen Begrifflichkeiten sowohl in einen historischen Zusammenhang einzuordnen, aber auch unterschiedliche Kultur- und Religionsgemeinschaften auf mögliche Gemeinsamkeiten zu befragen.

Ausgesprochen hilfreich für die Teilnehmer war sein Versuch, prägnante Zitate und bildlich-künstlerische Darstellungen zu seinen Erläuterungen heranzuziehen, um auch historische Entwicklungen und gewandelte Auffassungen zu veranschaulichen. In dem Dreisatz „Himmel-Hölle-Fegefeuer“ scheint stets die Polarität von Tod und Leben, von gut und böse durch. So war es interessant zu erfahren, dass beispielsweise bei den Azteken Gottheiten quasi als Vorder- und Rückseite das Gute und das Böse gleichzeitig abbildeten. Himmel und Hölle finden zumeist ihre Entsprechungen in Oben und Unten, in der Auferstehung und dem ewigen Ausschluss aus der Gemeinschaft mit Gott.

Neben der mitunter erzieherischen Funktion der Androhung oder auch Verheißung von Rettung beziehungsweise Verderben ist vor allen Dingen für Protestanten Gott als gerechter Richter (beim jüngsten Gericht) die alles entscheidende In­stanz, um dessen Nähe sich der Mensch im Glauben bemühen sollte.

Eine Sonderstellung nimmt das sogenannte Fegefeuer vor allem in der katholisch-traditionellen Lehre ein. Hier gibt es die Chance zur Läuterung, einer sozusagen begrenzten Verweildauer, die zum ewigen Leben führen kann. Diese Situation beschreibt der Theologe Hans Küng sehr anschaulich mit der Begegnung eines Sterbenden mit Gott, die zumeist in seinen Fehlern als zutiefst beschämend, schmerzhaft und deswegen reinigend wirken kann – daher das Bild des Feuers.

Bleibt die Erkenntnis, dass sich der Einzelne Erlösung nicht kaufen kann, sondern dass Glauben und Heil eine Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und Gott ist. Eine mögliche Vorstellung des Zustands von Erlösung und Auferstehung könnte ein Rückgriff auf das Bild vom Paradies sein, der erfüllenden Gemeinschaft von Gott und den Menschen.

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