Vortrag zum Thema Solarstrom
Solarstrom ist eine echte Alternative

Metelen -

Auf jedes Dach gehört nach Möglichkeit eine Photovoltaikanlage. Diese These hat Professor Konrad Mertens bei einem Vortrag im alten Amtshaus in Metelen vertreten. So könnte unter anderem der Ausstoß von Kohlendioxid gesenkt werden

Mittwoch, 16.10.2019, 20:15 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 20:40 Uhr
Wie das mit dem Solarstrom auf dem Dach funktionieren kann, erläuterte Professor Konrad Mertens jetzt in einer gut besuchten Info-Veranstaltung im Alten Amtshaus in Metelen.
Wie das mit dem Solarstrom auf dem Dach funktionieren kann, erläuterte Professor Konrad Mertens jetzt in einer gut besuchten Info-Veranstaltung im Alten Amtshaus in Metelen. Foto: Colourbox

Dass wir Menschen zu viel COin die Atmosphäre jagen, ist bekannt. Und die Auswirkungen wie Extremwetterlagen, Temperaturanstieg und Überflutungen sind spürbar. „Aber was können wir dagegen machen?“, fragte Professor Konrad Mertens von der Fachhochschule Münster zu Beginn seines Vortrags „Solarstrom auf meinem Dach – (Wie) geht das?“

Das Thema scheint die Metelener zu bewegen, denn der Sitzungssaal im Alten Amtshaus war rappelvoll am Dienstagabend. Mehr als 50 interessierte Bürger waren gekommen und hielten sich im Laufe des Abends mit spezifischen Fragen nicht zurück.

Bürgermeister Gregor Krabbe schickte dem Fachvortrag des FH-Professors einen Solarsteckbrief der Vechtegemeinde voran. Daraus geht hervor, dass auf Metelens Dächern 260 Solaranlagen im Sonnenlicht glänzen, davon 91 Prozent auf Wohngebäuden. „Aber damit sind nur zwölf Prozent der Möglichkeiten ausgeschöpft. Wir würden es also begrüßen, wenn sich mehr Bürger für diese Form der alternativen Energie entscheiden würden“, appellierte Krabbe an die Zuhörer.

Den Energieverbrauch nachhaltig vor Ort produzieren, dieses Ziel will der

Referent Prof. Konrad Mertens

Referent Prof. Konrad Mertens Foto: Irmgard Tappe

Kreis Steinfurt bis 2050 realisieren. Und da könnte Photovoltaik neben Wind-, Wasser- und Bioenergie eine wichtige Rolle spielen. Denn solarthermische Anlagen verwandeln den Sonnenschein in Wärme und klimafreundlichen Strom. Kreisweit könnten alle Haushalte zusammen etwa zwei Gigawattstunden Strom erzeugen und sich das Jahr hindurch unabhängig von steigenden Strompreisen mit Energie versorgen. Das haben Experten errechnet.

Nach einer Einführung in den technischen Aufbau einer Photovoltaikanlage ging Mertens auf Markt, Preis und Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage ein. In der Anschaffung seien die Anlagen aktuell so günstig wie nie zuvor. Allerdings sei die Einspeisevergütung entsprechend niedrig. Anhand eines Rechenbeispiels, bei dem er eine 6500 Euro teure Anlage zugrunde legte, erläuterte der Referent, unter welchen Voraussetzungen Photovoltaik finanziell lukrativ sein kann. „Nutze ich diese Anlage nämlich ausschließlich, um eine Einspeisevergütung zu kassieren, bringt sie lediglich 0,8 Prozent Rendite und hat sich erst nach 18,4 Jahren amortisiert“, rechnete Mertens vor. „Darum“, riet der Professor, „empfiehlt sich eine Anlage mit Eigenverbrauch. Energie, die nicht verbraucht werden kann, wird eingespeist.“ Denn das bringe immerhin 7,2 Prozent Rendite, und die Anschaffung habe sich bereits nach 10,4 Jahren amortisiert.

Die Ausrichtung des Daches wirke sich auf den Ertrag aus und auch die Dachneigung spiele eine wesentliche Rolle, fuhr der Referent fort. „Deshalb im Vorfeld die Dachneigung prüfen, Angebote einholen und verschiedene Varianten durchrechnen lassen“, empfahl er seinen Zuhörern.

In Metelen seien viele geeignete Dächer vorhanden. „Macht also die Dächer voll. Wo soll der Strom denn sonst herkommen“, appellierte er an die Bürger der Vechtegemeinde. Und wer dem Klima zuliebe auf ein Elektroauto umsteigen will, könnte seinen eigenen Solarstrom tanken.

Zum Thema

Am Dienstag, (22. Oktober) gibt es einen weiteren Vortrag, und zwar um 19 Uhr im Alten Amtshaus. Dann geht es um das Thema „Sonne im Tank“.

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