Interessiertes Publikum beim Fachvortrag Photovoltaik und E-Mobilität
Sonne im Tank: Das geht schon heute

Metelen -

Die direkte Einspeisung von Sonnenstrom aus eigener Produktion in den Akku eines Elektroautos ist schon heute keine Utopie mehr. Wie es funktioniert und wie sich Photovoltaik-Strom möglichst effizient nutzen lässt, erläuterte jetzt ein Experte im Alten Amtshaus.

Freitag, 25.10.2019, 06:00 Uhr
Hans-Jürgen Janning, E-Mobil-Experte der Verbraucherzentrale, informierte in seinem Vortrag über Möglichkeiten, Stromerzeugung auf dem eigenen Dach und E-Mobilität miteinander zu verbinden.
Hans-Jürgen Janning, E-Mobil-Experte der Verbraucherzentrale, informierte in seinem Vortrag über Möglichkeiten, Stromerzeugung auf dem eigenen Dach und E-Mobilität miteinander zu verbinden. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Er ist ein Experte der Verbraucherzentrale für E-Mobilität und für die Nutzung von Solarenergie. Und er traf auf ein Publikum, das bereits durch seine Fragestellungen zu erkennen gab, dass es von der Materie keinesfalls unbeleckt war. Der Vortrag „Sonne im Tank“ von Hans-Jürgen Janning im Alten Amtshaus konnte entsprechend ein gewisses Grundverständnis technischer und auch wirtschaftlicher Zusammenhänge bei seinen mehr als 30 Zuhörern voraussetzen.

Dass der Referent genau die Fragen ansprach, die seinem Publikum auf den Nägeln brannten, wurde in detaillierten Nachfragen deutlich. Zum grundsätzlichen Thema des Abends, nämlich darzustellen, wie selbst erzeugter Strom aus Photovoltaikanlagen und das E-Auto in der Garage am besten harmonieren, gab es hingegen kaum Nachfragen.

Janning lieferte in seiner Darstellung den Nachweis, dass es bereits heute möglich ist, einen Pkw mit Elektromotor durch selbst erzeugte Sonnenenergie zu betreiben. Dass das Zentralgestirn jährlich pro Quadratmeter soviel Energie abstrahlt, wie in 100 Litern Superbenzin stecken, war eine der Einstiegsinformationen des Referenten.

Diese Sonnenenergie einzufangen und möglichst verlustfrei in den Akku des Fahrzeugs zu bringen, ist die Herausforderung. Janning unterschied zwischen Pendlerfahrzeugen und einem Zweitwagen, der – elektrisch angetrieben – tagsüber oft in der Garage steht und so mit dem eigenen Sonnenstrom geladen werden kann. Dies ist der Idealfall. Komplexer sind Lösungen, die Speicherbatterien als Puffer nutzen, um den Solarstrom vom Dach etwa während der Nachtstunden in besagtes Pendlerfahrzeug einzuspeisen.

Deutlich wurde rasch: Diese Lösung ist nicht optimal, gibt es doch zum einen Energieverluste durch die Umwandlung und daneben auch noch eine finanzielle Belastung durch den Kauf solcher Akkublöcke. Jannings Rat: „Versuchen Sie, ohne derartige Speicher auszukommen.“

Der Referent macht klar, dass der Rechenschieber eine gewichtige Rolle bei der Umsetzung des Projekts „Sonne in den Tank“ spielt. Die Nutzung von selbst erzeugtem Strom in der Kombination mit zugekaufter Energie stellte der Experte in Modellrechnungen vor. Sein Fazit: Wenn der Kauf einer Photovoltaikanlage erwogen wird, dann sollte nicht allzu viel Zeit ins Land gehen, denn die Einspeisevergütung sinkt kontinuierlich. Janning rechnete auch vor, dass sich eine derartige Anlage um so schneller amortisiert, je höher der Energieverbrauch ist – idealerweise durch ein Elektrofahrzeug.

Ein Ergebnis des Vortrags: Auf das Projekt „Sonne im Tank“ wirken so viele Faktoren ein, dass es schon einer ausführlichen Beratung durch Fachleute bedarf, um unnötige Ausgaben – etwa für zu groß dimensionierte Stromspeicher – zu vermeiden.

Die Verbraucherzentrale bietet solche neutrale Beratung an. Eine geförderte 90-Minuten-Information direkt vor Ort kostet 60 Euro Gebühr. Infos dazu gibt es unter anderem im Netz.

 

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