Gemeinde kauft ihr erstes E-Mobil – fürs Abwasserwerk
Elektro-Power aus fauligen Gasen

Metelen -

Die Gemeindeverwaltung schreibt in diesen Tagen den Kauf ihres ersten Elektromobils aus. Es soll einen in die Jahre

Mittwoch, 30.10.2019, 06:00 Uhr
Das Elektro-Premierenfahrzeug der Gemeinde wird ein Kastenwagen als Nachfolger für den Caddy des Abwasserwerks sein. Doch ein zweites E-Mobil, ein Pritschenwagen für den Bauhof soll gekauft werden. Im Frühjahr testete Thomas Nienhaus ein solches Fahrzeug.
Das Elektro-Premierenfahrzeug der Gemeinde wird ein Kastenwagen als Nachfolger für den Caddy des Abwasserwerks sein. Doch ein zweites E-Mobil, ein Pritschenwagen für den Bauhof soll gekauft werden. Im Frühjahr testete Thomas Nienhaus ein solches Fahrzeug. Foto: Huge sive Huwe

Die Gemeindeverwaltung Metelen bekommt in absehbarer Zeit ihr erstes Elektromobil. Es soll ein in die Jahre gekommenes Fahrzeug im Abwasserwerk ersetzen. Eine Förderzusage für die Ersatzanschaffung liegt seit kurzem im Rathaus vor.

Auf den Weg gebracht hat das Projekt der Rat der Gemeinde, der im Etat für das laufende Jahr Mittel bereitstellte. Der Klimaschutzmanager der Kommune, Simon Möser , sondierte die Förderlandschaft für derartige Fahrzeuge und wurde im Programm „Progress“ des Landes NRW fündig. Damit unterstützt die Landesregierung Kommunen, aber auch Gewerbetreibende und Einzelpersonen beim Kauf von E-Mobilen.

Besonders attraktiv ist die 40-prozentige Bezuschussung des Erwerbs eines solchen E-Mobils für Kommunen. „Und das Verfahren ging erstaunlich schnell“, freute sich Möser über die umkomplizierte Gewährung eines Förderbeitrags von maximal 14730 Euro für das elektrische Premieren-Auto. „Wir haben jetzt ein Jahr Zeit, um das Fahrzeug zu beschaffen“.

Dass die Gemeinde nicht mehr allzu lange damit warten will, ist mit Blick auf den elf Jahre alten Caddy des Abwasserwerks klar. Das neue Fahrzeug werde jetzt ausgeschrieben, erklärte Bauamtsleiter Stefan Weßling . Eine der Förderbedingungen des Programms ist die Nutzung von Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wurde. „Beim Abwasserwerk wandeln wir seit Jahren die gesammelten Faulgase durch ein Blockheizkraftwerk in umweltfreundlichen Strom um“, erklärte Weßling.

Das neue Fahrzeug kann daher direkt an einer der Steckdosen des Werks aufgeladen werden – die Ökobilanz stimmt. Welches Modell letztlich den Zuschlag erhalten wird, steht noch nicht fest. Das ergebe die Ausschreibung, so Weßling. Das viel diskutierte Thema Reichweite sei für ein derartiges Fahrzeug vernachlässigbar: „Mit dem Fahrzeug sind wir in erster Linie in Metelen unterwegs. Eine Reichweite von gut 300 Kilometer reicht da sicherlich aus.“

Doch das erste Elektromobil der Gemeinde dürfte nicht lange ein Solitär bleiben. Auch für den Bauhof, der in absehbarer Zeit saniert werden soll, ist der Kauf eines Elektrofahrzeugs in der Planung. „Wir wollen einen Pritschenwagen kaufen“, erläuterte Klimamanager Simon Möser, bei dem die Fäden für das Bauhof-Projekt zusammenlaufen. Der Verwaltungsmitarbeiter machte deutlich, dass ein derartiges E-Mobil auch unabhängig von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Bauhofs in der Planung sei: „Die PV-Anlage gehört zu nächst nicht zum geförderten neuen Bauhof“, machte Möser deutlich. Doch auch mit Blick auf die projektierte Holzhackschnitzel-Heizung des künftigen Bauhofes dürfte die Bilanz des Projekts die Rahmenbedingungen für die Förderung erfüllen.

Ergänzt die Photovoltaikanlage auf dem Dach die Ökobilanz des neuen Bauhofs, würde der dort produzierte Strom direkt in das E-Mobil eingespeist werden können. Wie das funktioniert und wie sich das auch rechnet, hatte erst in der Vorwoche ein Experte der Verbraucherzentrale auch interessierten Bürgern erläutert (wir berichteten).

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