Brinckwirths Erbe: Fachinformationen im Ausschuss
Neue Brücke wird deutlich teurer

Metelen -

Die Erneuerung der Vechtebrücke Brinckwirths Erbe wird deutlich teuerer als bisher veranschlagt. Vor dem Bauausschuss

Mittwoch, 06.11.2019, 06:00 Uhr
Dringend saniert werden muss die Brücke über die Vechte auf dem Brinckwirths-Erbe-Weg.
Dringend saniert werden muss die Brücke über die Vechte auf dem Brinckwirths-Erbe-Weg. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Eines wurde in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Montagabend im Alten Amtshaus ziemlich schnell klar: Die im aktuellen kommunalen Haushalt eingestellten rund 260 000 Euro für ein mögliches Ersatzbauwerk der Brücke Brinckwirths Erbe werden wohl längst nicht ausreichen.

In einem anschaulichen Vortrag hatte Diplom-Ingenieur Reinhard Oertker von der Firma „w+b ingenieure“ aus Münster dargelegt, dass im Rahmen der Machbarkeitsprüfung eine Instandsetzung des alten und erheblich baufälligen Brückenbauwerks „wirtschaftlich auf keinen Fall empfehlenswert ist.“ Er konnte an verschiedenen Fotografien diese Einschätzung anschaulich belegen und stufte das gesamte Bauwerk in seinem aktuellen Zustand als erheblich beschädigt ein.

In seiner Expertise wies er auch darauf hin, dass eine Renovierung bei dem maroden Zustand nahezu die möglichen Kosten einer Neubaumaßnahme verschlingen könnte. „Und Sie müssen davon ausgehen, dass Sie höchstens zehn bis 15 Jahre Ruhe haben – und sich dann erneut Gedanken machen müssen“, so der Fachmann.

Er stellte sodann die veränderten Bestimmungen und Tragfähigkeitsmodelle vor und rechnete vor, dass – egal, ob man eine neue Brücke in Betonbauweise oder als teurere Stahlkonstruktion errichtete – von einer Lebensdauer von 70 bis 80 Jahren auszugehen sei. Der gesamte Komplex werde einen größeren Flächenverbrauch nach sich ziehen und umfangreiche Gründungsmaßnahmen erfordern, die letztendlich eine Tragkraft von 60 Tonnen garantierten und keine zusätzlichen Beschilderungskosten verursachen würden.

Er riet bei der baulichen Ausführung von umfangreichen Trockenlegungs- oder Wasserumleitungsmaßnahmen ab. „Das verursacht nur zusätzliche Kosten und ist, wenn man bauliche Alternativen in den Blick nimmt, auch nicht nötig“, so Reinhard Oertker. Der Ersatzbau würde rund 362 000 Euro kosten.

Ausdrücklich riet der Ingenieur der Verwaltung und Politik, frühzeitig mit den Fachbehörden das Gespräch zu suchen. „Wir sind hier in einem FFH-Gebiet. Es sind Fragen des Natur- und Artenschutzes zu berücksichtigen, und wir wissen alle, dass die dann angeworfenen Verwaltungsmühlen langsam mahlen können“, gab er dem Ausschuss für die weiteren Beratungen mit auf den Weg.

Dieser nahm die Informationen dankend zur Kenntnis, sah weiteren Beratungsbedarfs und betonte, dass die Kostendarstellung auf jeden Fall in die anstehenden Haushaltsplanberatungen eingehen müsse.

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