Trägervereine stellten ihre Konzepte vor
Jugendarbeit bald in neuen Händen

Metelen -

Der Rat der Gemeinde Metelen hat entschieden, die offene Jugendarbeit neu zu organisieren. Vier potenzielle Träger hatten deshalb ihre Konzepte im Rathaus abgegeben, drei von ihnen präsentierten jetzt vor dem Fachausschuss ihre Ideen. Neben den auch von der Verwaltung eingeforderten Standards, an die sich alle hielten, wurden unterschiedliche Schwerpunktsetzungen der drei Bewerber deutlich.

Mittwoch, 13.11.2019, 06:00 Uhr
Zwei Mitarbeiter des Kreisjugendamtes (r.) und sechs Vertreter von drei potenziellen Trägern der offenen Jugendarbeit verfolgten die Sitzung des Ausschusses für Jugend und Soziales.
Zwei Mitarbeiter des Kreisjugendamtes (r.) und sechs Vertreter von drei potenziellen Trägern der offenen Jugendarbeit verfolgten die Sitzung des Ausschusses für Jugend und Soziales. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Der Jugendtreff Chilly ist so, wie ihn viele Jugendliche aus dem Ort kennen, in absehbarer Zeit Geschichte. Der Gemeinderat hat sich dazu entschlossen, die Verantwortlichkeit für den Treff und die offene Jugendarbeit an einen freien Träger abzugeben. Fünf derartige Träger hatten zunächst auf die Ausschreibung der Gemeinde hin ihr Interesse signalisiert, einer zog zurück. Blieben vier, von denen drei mit Mitarbeitern ihre Konzepte am Montagabend im Alten Amtshaus dem Ausschuss für Jugend und Soziales präsentierten.

Den Anfang machte dabei die Evangelische Jugendhilfe Münsterland, die durch die neue Kita ja bereits in Metelen aktiv ist und sich auch an Projekten wie „Blickpunkt@Jugend“ bekannt gemacht hatte. Vernetzung von Angeboten ist ein wichtiger Baustein, den dieser Träger herausstellte. Flexible, jugendgerechte Öffnungszeiten, auch am Wochenende, seien wichtig. Die Chilly-Räume wurden als ein Part dargestellt, denkbar sei aber auch, mit einem Wohnwagen mobil in der Gemeinde unterwegs zu sein – eben dort, wo sich die Jugendlichen treffen.

Einen Namen gemacht hat sich der Jugend- und Familiendienst (jfd) im Bereich seiner Angebote für die Schulferien. Der Träger aus Rheine ist jedoch auch in der klassischen offenen Jugendarbeit unterwegs, etwa in Horstmar. Teamorientiertes Arbeiten, geschlechtsspezifische Angebote, interkulturelle Arbeit, Austausch- und Fahrtenprogramme – in seinem Portfolio zeigte sich der jfd breit aufgestellt. Dank der großen Mitarbeiterzahl könnten auch Kräfte mit speziellen Fähigkeiten, wie etwa einem Kletterschein, temporär für Projekte in Metelen eingesetzt werden.

Dritter potenzieller Trägerverein ist der „Kreisel“ aus Emsdetten. Seit sechs Jahren betreibt der Verein dort den früheren Treff „Koje“ und entwickelte ein Konzept, das die Jugendlichen stark mit einbindet – auch verantwortlich, etwa in Form von Honorarkräften. Partizipation steht daher stark im Fokus. Mitarbeiter im Alter der Zielgruppe seien zugleich ideale Türöffner, um die Jugendlichen in den Treff oder aber zu Angeboten außerhalb der Einrichtung zu holen. Den künftig geplanten Outdoorplatz nannten die Kreisel-Vertreter dabei ebenso explizit wie sie ihr eigenes Spielmobil vorstellten. Überdies verwiesen sie auf ihre Erfahrungen und Erfolge beim Einwerben von Fördermitteln für Projekte: „Das können wir.“

Wer von den drei Anbietern – die AWO als vierter Interessent war an dem Abend nicht vertreten – den Zuschlag erhält, soll in einem abgestuften Verfahren entschieden werden. Bürgermeister Gregor Krabbe betonte, dass sich die Gemeinde bei ihrer Entscheidungsfindung Zeit lassen werde. „Wir haben das Thema offene Jugendarbeit ja schon seit Jahren im Blick.“ Es gebe daher keinen Handlungsdruck. Das Ziel der Vorstellungsrunde am Montag war es, so Krabbe, einen oder zwei Träger zu finden, mit denen dann die konkrete Umsetzung der offenen Jugendarbeit besprochen wird – wobei die Kommune auch Vorgaben benennt. Erst im letzten Schritt werde dann die ganz konkrete Entscheidung für einen der Träger erfolgen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7061109?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F
Per Busballett zum Weihnachtsmarkt
Dicht an dicht stehen die Reisebusse, die die Weihnachtsmarktgäste nach Münster gebracht haben, am Samstagmittag auf dem Parkplatz vor dem Schloss.
Nachrichten-Ticker