Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Glauben
Entscheidend ist, was Heimat gibt

Metelen -

Um Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Glauben ging es jetzt beim ökumenischen Glaubensgespräch, zu dem die evangelische Kirche in Zusammenarbeit mit der KAB-Metelen eingeladen hatte.

Donnerstag, 14.11.2019, 07:00 Uhr
Kirchenräume sind Orte der Besinnung und des Glaubens, wie die katholische Stiftskirche Ss. Cornelius und Cyprianus.
Kirchenräume sind Orte der Besinnung und des Glaubens, wie die katholische Stiftskirche Ss. Cornelius und Cyprianus. Foto: Anne Steven

„Ist das schön geworden. Nach der Renovierung habe ich die Kirche noch gar nicht gesehen“, meinte eine Frau, als sie Dienstagabend in die Dankeskirche kam.

Ein kleiner Kreis katholischer und evangelischer Christen hatte sich in dem Gotteshaus zum Ökumenischen Glaubensgespräch eingefunden, zu dem die evangelische Kirche in Zusammenarbeit mit der KAB Metelen eingeladen hatte. Es ging um Kirchenräume. Im Mittelpunkt stand die Frage nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten.

So fragte Pastorin Imke Philipps gleich zu Beginn: „Was ist in diesem Kirchenraum anders als in einer katholischen Kirche?“ Die Anwesenden stellten fest, dass alles sehr schlicht gehalten ist – Kreuzweg, Ewiges Licht, Opferkerzen und Heiligenfiguren fehlen. Der einzige Blickfang ist das Kreuz über dem Altar. „Man ist unmittelbar verbunden mit Gott. Nach unseren Vorstellungen bedarf es dazu keiner Heiligen, zu denen man betet. Und es gibt auch keine Reliquien im Altar“, erklärte Philipps. Außerdem, so die Pastorin, liege in den evangelischen Kirchen während des Gottesdienstes stets eine Bibel auf dem Altar. „Das biblische Wort und damit die Predigt steht im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Bei den Katholiken ist es die Eucharistie“, beschrieb sie den theologischen Gedanken.

Um das Ganze zu veranschaulichen, stellte Joachim Fontaine in einer Powerpointpräsentation verschiedene Kirchenräume gegenüber. Neben den Gotteshäusern Ss Cornelius und Cyprianus und der Dankeskirche stellte er das Ulmer Münster, den Kölner Dom, die Frauenkriche in Dresden sowie die Clemenskirche von Münster im barocken Baustil des 17. Jahrhunderts vor. Barocke Baukunst sei typisch für katholische Kirchen dieser Zeit, erklärte Fontaine und zeigte als kennzeichnendes Merkmal der evangelischen Gotteshäuser die lutherische Kirche in Wittenberg und die Calvinistische Kirche in Bützow, bei der die Schlichtheit deutlich hervortritt.

Neue katholische Kirchen indes seien auffällig schlicht gehalten, fuhr Fontaine fort. Er zeigte zwei Gotteshäuser beider Konfessionen neueren Datums, die sich ähneln wie Geschwister. „Ich bin froh, dass uns mittlerweile so wenig trennt und so viel verbindet“, betonte der Referent und erzählte von gemeinsamen Tauffeiern in einem Kirchenraum. Angeregt diskutierten die Anwesenden im Laufe des Abends über ihren Glauben. „Was gibt es euch, wenn ihr den Rosenkranz betet?“, sprach eine Frau ein katholisches Ritual an. Das Rosenkranzgebet, meinte Werner Bever von der KAB, habe etwas Meditatives. „Wenn ich mal aufgeregt bin, bete ich ihn. Das beruhigt.“ Pastorin Philipps erklärte: „Entscheidend ist, was mir Heimat gibt in meinem Glauben. Das muss jeder für sich entscheiden.“

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