Kranzniederlegung zum Volkstrauertag
Leben im Zeichen der Versöhnung

Metelen -

Das Lied vom „Toten Kameraden“ hallte über den Friedhof, als zwei Männer der freiwilligen Feuerwehr am Ehrenmal in Metelen einen Kranz niederlegten.

Montag, 18.11.2019, 06:00 Uhr
Vereine und Verbände waren mit Fahnenabordnungen zum Ehrenmal marschiert, wo Ruprecht Polenz (l.) die Gedenkrede hielt.
Vereine und Verbände waren mit Fahnenabordnungen zum Ehrenmal marschiert, wo Ruprecht Polenz (l.) die Gedenkrede hielt. Foto: Irmgard Tappe

Fahnenabordnungen der Vereine und Verbände sowie zahlreiche Metelener Bürger nahmen gestern an der Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages teil, die musikalisch vom Blasorchester Metelen und Akkordeonspielerin Petra Ewering begleitet wurde.

Bürgermeister Gregor Krabbe erinnerte an die Opfer der beiden Weltkriege und an Menschen, die Terror und politischer Verfolgung sowie Hass und Gewalt unserer Tage ausgesetzt waren und sind. „Unser Leben aber muss im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung stehen“, mahnte Krabbe. Wir seien gefordert, am Frieden der Menschen in der Welt mitzuwirken, betonte er.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Osteuropa, Ruprecht Polenz (CDU), sah die Gewaltbereitschaft als Ursache von Kriegen. Er spannte in seiner Gedenkrede den Bogen zurück zu den beiden Weltkriegen. Damals habe Gewaltbereitschaft eine Kriegsstimmung ausgelöst. Nach 1945 habe Europa versucht, Lehren daraus zu ziehen und ein gemeinsames Europa zu schaffen. „Ich selbst bin 1946 geboren und in einer friedlichen Zeit aufgewachsen. Aber werden unsere Kinder und Enkel das auch später mal sagen können?“ zeigte sich der Politiker skeptisch, ob es friedlich bleiben werde. Europa stehe nämlich vor großen Herausforderungen. Er sprach die negative Haltung von Putin und Trump gegenüber Europa als „Herausforderung von außen“ an und nannte die nationalistischen und rechtspolitischen Parteien Europas eine innere Gefahr. „Die Aufgabe, Europa zusammenzuhalten, ist schwerer und gleichzeitig notwendiger denn je“, forderte Polenz. Besonders Deutschland sei gefordert, „Wir haben durch unsere Geschichte eine große Verantwortung“, appellierte er.

Ruprecht Polenz.

Ruprecht Polenz. Foto: Irmgard Tappe

Zum Abschluss seiner Rede erläuterte Polenz die Ursachen von Gewaltbereitschaft anhand einer Geschichte, die ein alter Indianer seinen Enkeln erzählt hatte. Darin heißt es, dass jeder Mensch zwei Wölfe in seiner Brust habe. Einen guten und einen bösen. Und beide kämpften miteinander. Gewinnen werde der, den wir fütterten.

Polenz zog politische Parallelen zu dieser Geschichte. „Es gibt eine Politik, die in uns die falschen Wölfe füttert“, warnte er. Verantwortungsvolle Politik aber werde keine Angst vor Geflüchteten schüren, sondern an die Hilfsbereitschaft appellieren. Er forderte eine Politik, die den Wolf der Zuversicht und des Vertrauens füttert und nicht den bösen Wolf des Hasses.

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