Projekt der Landfrauen in der Grundschule
Molkerei im Klassenzimmer

Metelen -

Die Landfrauen machen im Rahmen eines Projekts Grundschüler mit der Entstehung von Nahrungsmitteln bekannt. „Woher kommt unser Essen?“ lautet an vier Schulstunden die übergeordnete Frage. In dieser Woche ging es um das Thema Milch. Ernährungsberaterin Maria Lösing schaffte es, das Thema sehr praktisch zu vermitteln. So probierten die Zweitklässler auch das Melken an einem Modell aus.

Freitag, 20.12.2019, 06:00 Uhr
Unter der Anleitung von Maria Lösing probieren die Schüler der 2c das Melken aus.
Unter der Anleitung von Maria Lösing probieren die Schüler der 2c das Melken aus. Foto: Dorothee Zimmer

Die Mädchen und Jungen der Klasse 2c geben sich alle Mühe, als Maria Lösing sie auffordert, die fest verschlossenen Gläser mit der von ihr darin abgefüllten, flüssigen Sahne kräftig zu schütteln. Weil das nicht ganz einfach ist, teilt sie die Kinder als Gruppe ein, gibt jeder ein Glas und meint, es sei besser, sich hinzustellen, um mehr Kräfte entwickeln zu können als beim Sitzen. Im Anschluss an die Schüttelaktion schraubt sie ein Glas auf, hält es hoch und verkündet: „Ihr habt aus der Sahne Butter und Milch gemacht.“

Die Hauswirtschaftsmeisterin, Landfrauenmitglied und Botschafterin für heimische Agrarprodukte aus Vreden stellt jetzt in der St.-Vitus-Schule beim Besuch aller zweiten Klassen viele Fragen – und auch in diesem Zusammenhang ergibt sich eine: „Wie heißt wohl die Milch, die neben der Butter im Glas entstanden ist?“ Die richtige Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Buttermilch.“

Und davon kann, wer will, einen kleinen Schluck probieren. Die Butter streicht Maria Lösing auf ein Brot. Das schmeckt den Schülern etlichen Wortmeldungen zufolge etwas besser als die gewonnene Milch.

Und um die geht es im Besonderen bei diesem letzten Besuch der Ernährungsfachfrau. Vier Mal hat sie im Dezember die Zweitklässler über die Hintergründe eines Projektes des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes zum Thema „Woher kommt unser Essen?“ bereits informiert. Jetzt ist also die Milch unter dem Slogan „Tierisch gut – welche Lebensmittel liefern uns die Tiere auf dem Bauernhof?“ an der Reihe.

Begriffe mit Milch kennen die Kinder viele, zum Beispiel Milchzähne, Milchstraße, Milchreis, Milchbrötchen. Zuweilen überrascht den Besuch der große Kenntnisstand der Mädchen und Jungen. Dazu gehört, dass eine Kuh nur dann Milch gibt, wenn sie ein Kälbchen geboren hat und dass sich die Milch im Euter sammelt, das wiederum vier Zitzen hat, aus denen die Milch kommt.

„Was glaubt ihr, wie oft eine Kuh gemolken werden muss?“, stellt sich dann aber als schwierige Frage heraus. Also gibt Maria Lösing nach diversen Spekulationen die Antwort selbst: „Zwei Mal am Tag, morgens und abends, das ist Pflicht. Melken ist wie Massage. Mit leerem Euter kann die Kuh wieder viel besser laufen und springen.“

Als es fürs Melken noch keine Maschinen gab, mussten die Bauern diese Arbeit mit der Hand erledigen. Wie das ging und wie sich das anfühlte, können die Kinder an einer Attrappe selbst ausprobieren. Am Ende gibt Lösing den Zweitklässlern den Rat: „Ihr solltet täglich Milch trinken, das ist wichtig für Zähne, Haut und Haare. Sie enthält viel Calcium, das der Körper nicht speichern kann, aber jeden Tag gebraucht.“

Seit 20 Jahren ist Maria Lösing mit dieser Art Aufklärungsarbeit an Grundschulen unterwegs. Sie hat festgestellt: „Das Wissen von Kindern, wo Lebensmittel herkommen und wie sie entstehen, schwindet immer mehr.“ Dass die Vitus-Schule einen eigenen Nutzgarten hat, den die Schüler unter Anleitung bewirtschaften, findet sie gut: „Das ist vorbildlich und so etwas gibt es längst nicht überall.“

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