Auftakt im Prozess vor dem Landgericht
Sexueller Missbrauch: Vater räumt die meisten Handlungen ein

Metelen/Münster -

Seit dieser Woche muss sich ein Metelener vor dem Landgericht wegen des Vorwurfs verantworten, seine Tochter in vielen Fällen sexuell missbraucht zu haben. Der 43-Jährige räumte die meisten seiner Taten am ersten Verhandlungstag ein.

Donnerstag, 19.12.2019, 13:24 Uhr aktualisiert: 19.12.2019, 14:14 Uhr
Fünf Verhandlungstage sind vor dem Landgericht Münster im Prozess gegen den Metelener angesetzt.
Fünf Verhandlungstage sind vor dem Landgericht Münster im Prozess gegen den Metelener angesetzt. Foto: dpa

Ein Fall von schwerem sexuellen Missbrauch wurde jetzt vor der 21. Großen Strafkammer am Landgericht Münster verhandelt. Angeklagt ist ein 43 Jahre alter Mann, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, seit 2017 bis zum Frühjahr 2019 in mindestens 18 Fällen seine mittlerweile 14-jährige Tochter in der gemeinsamen Wohnung der Familie in Metelen missbraucht zu haben.

Aufgrund der sexuellen Handlungen sei sie in ihrer psychischen Entwicklung geschädigt und falle in der Schule durch verschiedene Schwierigkeiten auf. Die Folgen, so der Staatsanwalt, habe der Angeklagte bewusst in Kauf genommen, um seine sexuellen Fantasien zu befriedigen.

In seiner Einlassung legte der aus der Haft vorgeführte Angeklagte zu Beginn ein Teilgeständnis ab und räumte zunächst die meisten der verübten Straftaten ein.

Mit dem Handy Fotos und Videos aufgenommen

Die Vorsitzende Richterin hatte ihm nach der Eröffnung des Verfahrens eindringlich geraten, durch möglichst konkrete, wahrheitsgemäße Angaben seiner Tochter eine Vernehmung vor Gericht zu ersparen. Ein besonderes Augenmerk legte das Gericht darauf, Beweggründe und die Entstehung der Missbrauchshandlungen zu ergründen.

Er habe jahrelang Stress mit seiner Tochter gehabt, weil in ihrem Zimmer immer eine heillose Unordnung geherrscht habe, schilderte der Angeklagte das Verhältnis. Das sei jedoch nicht der Grund für die genannten Taten gewesen. Vielmehr habe er seine Tochter vor bestimmten sexuellen Praktiken, die er bei ihr vermutete, schützen wollen und entsprechende Handlungen an ihr vorgenommen, um ihr die Gefährlichkeit deutlich vor Augen zu führen. Die dabei mit dem Handy aufgenommenen Fotos und kurzen Videos seien ausschließlich für den privaten Gebrauch seiner Tochter bestimmt gewesen.

Anwalt der Tochter erschüttert

Alle Handlungen seien spontan erfolgt, außerdem habe sie niemals „Nein“ gesagt. Er habe sie zu nichts gezwungen, erklärte der Angeklagte dem Gericht. Im weiteren Verlauf der Verhandlung gab der Angeklagte noch andere sexuelle Handlungen dem Grunde nach zu. Er habe nicht sofort alles gestanden, weil er sich geschämt habe, erklärte er dem Gericht.

Dem Anwalt der Tochter, der sie als Nebenklägerin bei diesem Strafverfahren vertritt, verschlug es angesichts dieser Einlassung fast die Sprache und er gab seiner Erschütterung darüber vehement Ausdruck. Auf seine Nachfrage, ob seine Tochter durch die abartigen Handlungen nachhaltig negativ beeinflusst worden sei, antwortete der Angeklagte lapidar: „Keine Ahnung!“ Auch die Frage des Anwalts, ob seine Tochter Angst vor ihm gehabt hätte oder er sie geschlagen habe, war die Antwort nicht eindeutig: „Nicht wirklich.“

Das Gericht werde bis zum nächsten Verhandlungstag am 6. Januar beraten, ob die Tochter wie vorgesehen als Zeugin vernommen werden soll, teilte die Richterin am Schluss des ersten Verhandlungstages mit. Diese Empfehlung gab die Strafkammer des Landgerichts nachdrücklich dem Angeklagten und seinem Verteidiger mit auf den Weg.

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