Landgericht: Fortsetzung im Prozess um sexuellen Missbrauch
Achtjähriger Tochter pornografische Seiten gezeigt

Münster/Metelen -

Am dritten Prozesstag um sexuellen Missbrauch gegen einen 43-Jährigen Metelener ging es um den Besitz von kinderpornografischen Dateien. Auch Polizeibeamte sagten in dem Verfahren aus.

Dienstag, 14.01.2020, 17:08 Uhr aktualisiert: 14.01.2020, 17:38 Uhr
Ein 43-jähriger Metelener muss sich vor dem Landgericht in Münster verantworten.
Ein 43-jähriger Metelener muss sich vor dem Landgericht in Münster verantworten. Foto: Rieke Tombült

Waren die Dateien nur noch zufällig auf dem Rechner gespeichert, weil sie versehentlich nicht gelöscht wurden? Im Prozess wegen sexuellen Missbrauchs seiner leiblichen Tochter sagte der 43 Jahre alte Angeklagte aus Metelen am dritten Verhandlungstag am Dienstag vor dem Landgericht Münster aus, dass er die Sexdateien mit Bildern von Kindern und jungen Frauen aus Rache einem anderen Mann unterschieben wollte, der seine kurzzeitige Sexualpartnerin beleidigt haben soll. Auf keinen Fall habe er die Bilder und Videos heruntergeladen, um sie für sich selbst zu verwenden. Am Ende habe er einfach vergessen, die Dateien vom Stick und seinem Computer zu löschen.

In den Gerichtsakten waren mehrere Hundert beschlagnahmte Fotos von nicht einmal zehn Jahre alten Kindern verzeichnet, die mit „Lolita“ oder „Teenie“ beschriftet waren. Der Angeklagte bestritt, diese Dateien für sich selbst genutzt zu haben und dass er eine Vorliebe für „Kindersex“ habe. Ob er das wirklich selbst glaube, obwohl er an seiner eigenen Tochter sexuelle Handlungen vorgenommen habe, hielt ihm der Vertreter der Nebenklage vor, der für die Aussage des Angeklagten kein Verständnis aufbringen konnte.

Metelener gesteht teilweise

Nach einem psychologischen Beratungsgespräch, das in der vergangenen Woche mit der Gutachterin stattgefunden hat, habe der Angeklagte einige Sachverhalte teilweise gestanden, andere jedoch anders dargestellt, als von seiner Tochter am zweiten Verhandlungstag vorgetragen. Die Auswertung des Chatverkehrs mit seiner damaligen Lebensgefährtin auf dem Handy des Angeklagten ergab zudem, dass der dreifache Vater entgegen seiner eigenen Schilderung („Das waren alle Papa-Kinder“) große Schwierigkeiten mit der Erziehung und Betreuung seiner Kinder hatte.

In dem Chat habe er seiner Lebensgefährtin vorgehalten, viel zu selten zu Hause zu sein und ihm die Betreuung der Kinder allein zu überlassen, zitierte die Vorsitzende Richterin aus dem Auswertungsprotokoll.

Kein Zweifel an Glaubwürdigkeit des Mädchens

Zwei als Zeugen geladene Polizeibeamte gaben die Aussagen des mutmaßlich missbrauchten Mädchens wieder. Nach einer Strafanzeige von zwei mit der Mutter befreundeten Frauen und bei einer ersten Befragung durch die Polizisten, habe das Mädchen unter Tränen glaubwürdig geschildert, dass sie bereits mit acht Jahren mit ihrem Vater pornografische Seiten im Internet anschauen und ihn oral befriedigen musste. Auch bei einer weiteren Befragung durch die Kriminalpolizei waren die Aussagen deckungsgleich und detailgetreu, so dass es für die Beamten keinen Grund gab, an der Glaubwürdigkeit des Mädchens zu zweifeln.

Der Prozess vor der 21. Großen Strafkammer wird mit der Einvernahme weiterer Zeugen fortgesetzt.

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