Premiere für kommunale Hackschnitzel-Aktion
Ab durch die Hecke

Metelen -

Erstmals wurde in dieser Woche im Auftrag der Gemeinde Metelen für die künftige Holzhackschnitzel-Heizung des Bauhofs Rohstoff gewonnen. Ein Unternehmer setzte am Maßmannweg eine Hecke auf den Stock – fachkundig begleitet von Behördenvertretern.

Samstag, 08.02.2020, 06:00 Uhr
Diesem Greifer entgeht nichts: Die Zange am Ausleger des Baggers umfasst gleich mehrere der Sträucher und schneidet sie sauber kurz über dem Boden ab. Zurück bleiben Stubben, die wieder neu ausschlagen.
Diesem Greifer entgeht nichts: Die Zange am Ausleger des Baggers umfasst gleich mehrere der Sträucher und schneidet sie sauber kurz über dem Boden ab. Zurück bleiben Stubben, die wieder neu ausschlagen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Es ist ein dunkler, trüber Morgen am Maßmannweg, ganz am Rande des Gemeindegebietes. Zwei Autos parken am Wegesrand. Was treibt zwei Mitarbeiter von Verwaltungen zu dieser Zeit an diesen Ort, nur einen Steinwurf von Schöppinger Grund entfernt? Benedikt Brink und Frank Timmermeester sind hier, um dabei zu sein, wenn eine Hecke auf den Stock gesetzt wird – fachgerecht, im Auftrag der Gemeinde Metelen. Sie soll den Ausgangsstoff für die künftige Beheizung des Bauhofs liefern.

Brink ist Fachmann bei der Naturschutzbehörde des Kreises Steinfurt. Er hat das gut 400 Meter lange Heckenstück bereits markiert, größere Solitärbäume, die stehenbleiben sollen, gekennzeichnet. Und alle 50 Meter gibt es leuchtend rote Pfeile auf dem Gras. Hier wird nämlich nicht Tabula rasa vorgegangen, sondern möglichst schonend.

„Wir lassen immer wieder Abschnitte stehen“, erläutert der Fachmann, dass das Ökosystem Wallhecke fachgerecht bewirtschaftet werden muss. Schon seit mehr als einem Jahrzehnt wird die „Energiequelle Wallhecke“ von Kommunen, aber auch von Landwirten genutzt, um den nachwachsenden Rohstoff in speziellen Anlagen zu verheizen. Brink, selber Metelener, begleitet diese Aktionen seit Jahren und ist auch bei der Premiere am Morgen dabei. Frank Timmermeester aus der Gemeindeverwaltung erläutert, dass das Häckselgut schon jetzt gewonnen wird, auch wenn die Arbeiten zur Modernisierung des Bauhofs noch nicht einmal begonnen haben: vorausschauende Materialgewinnung also.

Doch mit der Vorrede ist´ vorbei, als drei mächtige Traktoren mit Spezialanhängern den Maßmannweg hinaufbrummen. In einem davon sitzt Thomas Wolbeck, Chef des gleichnamigen Lohnunternehmens, das sich unter anderem auf den fachgerechten Schnitt solcher Hecken spezialisiert hat.

Er lenkt an diesem Morgen den mächtigen Häcksler, der mit seiner zähnebewehrten Einzugswalze Respekt einflößt. Doch bevor die loslegt, tritt ein paar Meter weiter vorne die Schnittzange eines Raupenbaggers in Aktion. Sie umfasst jeweils ein Bündel der Sträucher und dünnen Bäume der Hecke, kappt diese mit einem sauberen Schnitt und legt sie schön säuberlich auf dem angrenzenden Acker ab.

„Der gerade Schnitt ist besonders wichtig, damit sich später keine Pilze in den Stubben breit machen können“, erklärt Benedikt Brink. Die Folge wäre sonst, dass das neu austreibende Holz durch die Ausbildung von mehreren Schösslingen anfällig für Windbruch würde. „Aber der Unternehmer weiß das auch“, blickt Brink auf zahlreiche gemeinsame Einsätze beim so genannten Hecken-Management zurück.

An diesem Morgen, an dem sich ganz langsam die Sonne durch den Dunst kämpft, finden Lohnunternehmer Wolbeck und seine beiden Mitarbeiter nahezu Idealbedingungen vor. Der Bagger mit der Schnittschere ist schon 30 Meter auf dem Weg unterwegs, als sich der Chef auf den Drehsitz des Traktors setzt. Auch an dem ist es einen weit ausladender Greifer montiert, der die abgeschnittenen Äste packt und zur Walze befördert. Die Lautstärke des Häckslers macht deutlich, welche Kräfte im Innern wirken. Das Ergebnis ist zwei bis vier Zentimeter fein – Häckselgut, dass über den Ausleger in einen Spezialcontainer hinter Traktor Nummer drei fliegt. Der Metallbehälter hat einen doppelten Boden, so dass die Holzschnitzel später mit der Abwärme einer Biogasanlage runtergetrocknet werden können – zu nachwachsender Energie für den neuen Bauhof.

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