Hans Köning scannt tausende Dias
Fleißarbeit für den Heimatverein

Metelen -

12 000 Dias – das ist unter anderem der Nachlass von Paul Mensing. Der langjährige Vorsitzende des Heimatvereins war überdies Hobby-Fotograf. Hans Köning hat die zeitgeschichtlichen Dokumente digitalisiert.

Samstag, 22.02.2020, 09:20 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 14:40 Uhr
Jeder Diakasten, der ein „D“ trägt ist bereits digitalisiert. Hans Köning hat sich der Bildersammlung des früheren Heimatvereinsvorsitzenden Paul Mensing angenommen.
Jeder Diakasten, der ein „D“ trägt ist bereits digitalisiert. Hans Köning hat sich der Bildersammlung des früheren Heimatvereinsvorsitzenden Paul Mensing angenommen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Wenn Hans Köning eine Aufgabe anfasst, dann macht er keine halben Sachen. Wer um die Sammelleidenschaft des Meteleners in Sachen Rolinck weiß oder um seine Passion für die Knappen aus Gelsenkirchen und deren Anhang im Ort, der kennt seine Bildzusammenstellungen und Filme, die er dazu gehortet und aufbereitet hat. Das jüngste Projekt des 74-Jährigen jedoch hat einen Umfang, der es in sich hatte.

Es ging um die Digitalisierung und Archivierung tausender Dias, die Paul Mensing dem Heimatverein überlassen hatte. Mensing war lange Jahre Vorsitzender des Heimatvereins und überdies begeisterter Hobby-Fotograf. Er hielt nicht nur die Aktivitäten des Vereins fest, sondern richtete seine Kamera immer wieder auch auf Straßen, Gebäude und Feste im Ort.

Das Ergebnis des jahrzehntelangen Fotografierens ist eine Sammlung, die sich hinter zwei großen, abschließbaren Schranktüren im Ackerbürgerhaus verbirgt und die für heimatgeschichtlich Interessierte jetzt schon – sicherlich aber in den kommenden Jahrzehnten – einen wertvollen Fundus bietet.

Das Problem: Mensing fotografierte seinerzeit

Während einer Pause bei den Einrichtungsarbeiten von Plagemanns Mühle entstand dieses Foto. Es zeigt neben Paul Mensing (l.) auch dessen Stellvertreter im Vorsitz des Vereins, Josef Kemper (im grauen Kittel) und auf den Stufen sitzend Schriftführer Albert Tietmeyer.

Während einer Pause bei den Einrichtungsarbeiten von Plagemanns Mühle entstand dieses Foto. Es zeigt neben Paul Mensing (l.) auch dessen Stellvertreter im Vorsitz des Vereins, Josef Kemper (im grauen Kittel) und auf den Stufen sitzend Schriftführer Albert Tietmeyer. Foto: Archiv Heimatverein

fast ausschließlich mit Diafilmen, und so stehen fein säuberlich beschriftet reihenweise Kästen mit den Durchlicht-Bildern in den Schrank-Regalen.

„Es ging darum, diese Fotos zugänglich zu machen – auch für die Zukunft“, erläutert Hans Köning. Bei der Anfrage aus dem Heimatvereins-Vorstand, ob er sich mit seinen Kenntnissen dort einbringen wolle, musste er folglich nicht lange nachdenken. Dank der Beschäftigung mit seinen Steckenpferden Rolinck und Schalke hatte es Köning längst zu einer gewissen Routine bei der Archivierung gebracht.

Doch mehr als 12 000 Dias waren nicht von Pappe. „Ich habe mir immer ein halbes Dutzend Diaskästen aus dem Ackerbürgerhaus mit nach Hause genommen“, beschreibt der Heimatfreund seine Strategie. Und er fand in den Magazinen Bilder, die längst Zeitdokumente aus dem Ort sind. Neben den großen Projekten des Heimatvereins wie der Mühle, dem Ackerbürgerhaus oder dem Plaggenstiäker sind es vor allem Straßenansichten, die einen Ortskundigen wie Hans Köning immer wieder innehalten ließen. Paul Mensing lichtete Gebäude ab, die längst abgerissen sind oder so umgebaut, dass ihre ursprüngliche Architektur nur noch „Eingeweihten“ bekannt ist.

Paul Mensing im Atelier von Gertrud Büscher-Eilert. Sie schuf die Plaggenstiäkerfigur.

Paul Mensing im Atelier von Gertrud Büscher-Eilert. Sie schuf die Plaggenstiäkerfigur. Foto: Archiv Heimatverein

Der Fotograf hatte seine Diakästen säuberlich beschriftet, so dass es dem Bearbeiter oftmals leicht fiel, sie auch in eine Archivstruktur für künftige Nutzer einzubinden. Hans Köning weiß aber auch, dass jede Form der Archivierung an seine Grenzen stößt, wenn sich die Medien ändern. Wer hätte denn schon vor 40 bis 50 Jahren damit gerechnet, dass nur digitale Speicher in der Zukunft Bild- und Tondokumente sichern. Auf gleich drei kopierten Festplatten ist die gescannte Diasammlung daher, unter anderem für den Heimatverein, abgelegt – sicher ist sicher. Und ein Exemplar hat Hans Köning selbst in Verwahrung – als Ergebnis ungezählter Stunden am Scanner.

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