Thema Wohngeld
Vielen ist ihr Anspruch nicht bekannt

Metelen -

Wohngeld – das ist eine staatliche Zuschussleistung, die für viele Menschen immer noch mit dem Stigma der sozialen

Bedürftigkeit versehen ist. Es gibt viele Menschen – auch in Metelen – die Anspruch auf Wohngeld haben, diesen aber

nicht beantragen. Gerade seit Jahresanfang, als die Zuschüsse deutlich nach oben angepasst wurden, lohnt es besonders,

sich zu informieren – etwa bei der Gemeindeverwaltung.

Mittwoch, 26.02.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 16:16 Uhr
Annette Brüning kümmert sich im Rathaus um die Anträge auf Wohngeld und berät Metelener, die Anspruch auf diesen staatlichen Zuschuss haben.
Annette Brüning kümmert sich im Rathaus um die Anträge auf Wohngeld und berät Metelener, die Anspruch auf diesen staatlichen Zuschuss haben. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Ansprüche an den Staat zu stellen, ist für manche mit bürokratischen Hürden verbunden, für viele aber auch mit der Angst vor sozialer Stigmatisierung. Beispiel Kindergeld: Hier gibt es so gut wie niemanden, der diese Leistung nicht annimmt. Anders ist es bei Sozialleistungen, etwa beim Wohngeld.

„Rund eine Million Haushalte in Deutschland haben Anspruch auf Wohngeld, aber beantragen es nicht“, hieß es dazu etwa jüngst aus dem Bundesinnenministerium und auch, dass derzeit etwa eine halbe Million Haushalte Wohngeld beziehen. Annette Brüning kennt die Hemmschwellen, die viele haben. „Wohnen ist doch ein Grundrecht“, erläutert die Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung und führt aus, dass es sich auch für viele Metelener lohnen würde, sich mit dem Thema zu beschäftigen. „Die Zuschüsse des Staates betragen bei Anspruchsberechtigten im Schnitt rund 150 Euro“, so Brüning.

Und sie räumt mit der Annahme auf, dass nur Menschen, die zur Miete wohnen, Wohngeld beziehen können: „Auch Besitzer einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses können Wohngeld bekommen, wenn sie darin wohnen und knapp bei Kasse sind. Wir sprechen dann von Lastenzuschuss statt Mietzuschuss.“

Natürlich gibt es Einkommensgrenzen, wie bei fast allen anderen Leistungen des Staates. Diese liegen aber bei erstaunlich hohen Summen. Einen ersten Überblick verschafft dabei der Blick ins Internet. Der Wohngeldrechner des NRW-Bauministeriums führt auch Laien durch den Fragenkatalog und erläutert, ob ein Anspruch besteht. Wer unsicher ist, der kann sich eine Erstberatung auch direkt im Rathaus bei Annette Brüning holen. Sie ist ebenfalls mit dem Zuschussgeber vernetzt und hilft bei einer ersten Antragstellung.

„Vor allem nach der jüngsten Reform des Wohngeldes kann es für viele lohnenswert sein, sich zu informieren“, rät Brüning. Seit Anfang 2020 haben sich nämlich die Sätze der durchschnittlichen Wohngeldleistungen um etwa 30 Prozent erhöht.

Ohne Antragstellung kann der Rechtsanspruch auf Wohngeld allerdings nicht geltend gemacht werden. Wesentliche Eckdaten werden darin erhoben, etwa die Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, die monatliche Miete oder Belastung und natürlich das Einkommen des Haushalts. „Sie müssen aber nicht die Kontoauszüge der letzten Monate kopieren“, erläutert Brüning, dass das Verfahren – anders etwa als bei der Beantragung von Sozialhilfe – hier durchaus abgespeckt ist.

Annette Brüning ist für Beratungen in der Gemeindeverwaltung erreichbar unter Telefon 0 25 56/89  29.

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