KAB-Stadtgespräch zur Hausüberschreibung
Richtig vererben ist komplexes Thema

Metelen -

Wer sein Haus vererben möchte, steht vor keiner einfachen Aufgabe. Das wurde den Gästen des KAB-Stadtgesprächs deutlich, die dem Referenten Ulrich Peters lauschten. Der Rechtsanwalt und Notar erläuterte die zahlreichen Aspekte, die es zu beachten gibt. Zum Beispiel ist eine Schenkung zu Lebzeiten steuerlich von Vorteil.

Donnerstag, 12.03.2020, 18:03 Uhr aktualisiert: 12.03.2020, 18:08 Uhr
Rund 20 Interessierte verfolgten die Ausführungen Ulrich Peters‘ zur Hausüberschreibung.
Rund 20 Interessierte verfolgten die Ausführungen Ulrich Peters‘ zur Hausüberschreibung. Foto: Dorothee Zimmer

Die Unsicherheit währte nur kurz, dann gab Werner Bever nach einem Telefonat erleichtert die gute Nachricht bekannt: Ja, trotz Corona sei Referent Ulrich Peters , Rechtsanwalt und Notar aus der Steinfurter Kanzlei Spenneberg und Partner, unterwegs zum KAB-Stadtgespräch in die Oase. Das Thema der mit rund 20 Interessierten gut besuchten Gesprächsrunde lautete „Wie überschreibe ich mein Haus?“

Bever erklärte, bis es wieder grünes Licht gebe, richte die KAB ab sofort keine öffentliche Veranstaltung mehr aus. „Wir waren in diesem Fall mit den Planungen schon soweit, dass wir uns zur Durchführung entschlossen haben. Es sei denn, der Referent hätte von sich aus abgesagt.“

Anderthalb Stunden umfangreiche Informationen

Dass er das nicht tat, hatte zur Folge, dass die Besucher in gut anderthalb Stunden äußerst umfangreich informiert wurden, insbesondere über mögliche Formen der Weitergabe von Immobilien an die Erben. Peters gab bei individuellen Fragen stets bereitwillig Auskunft, nicht selten mit den einleitenden Worten: „Das kommt immer darauf an...“

Rechtsanwalt und Notar Ulrich Peters beim KAB-Stadtgespräch.

Rechtsanwalt und Notar Ulrich Peters beim KAB-Stadtgespräch. Foto: Dorothee Zimmer

Was stets gilt, ist zum Beispiel in Sachen Testament die Möglichkeit, es zu Hause selbst verfassen zu können. „Das muss auf jeden Fall handschriftlich geschehen: Es muss datiert und unterschrieben sein.“ Auch der Partner des Erblassers sollte – sofern es denn zutrifft – per Hand darunter schreiben: „Das ist auch mein Wille.“ Nicht ganz so einfach gestalte sich der Aufbewahrungsort. Peters hielt die Hinterlegung beim Amtsgericht für eine gute Option. Einem Kind per Testament sein Pflichtteil zu entziehen, sei generell schwierig: „Die Hürden, ihn Angehörigen zu verweigern, sind hoch.“ Eine entsprechende Verfehlung müssten schon in den Bereich von Straftaten fallen.

Steuerliche Vorteile

Wer zu Lebzeiten sein Haus an ein Kind überträgt – das geht ausschließlich über eine notarielle Beurkundung –, kann sich Dinge wie beispielsweise ein Nießbrauch- oder Wohnungsrecht und auch Unterstützung im Alltag zusichern lassen. Fakt ist, dass Schenkungen steuerlich von Vorteil sind. Peters erläuterte darüber hinaus unter anderem die Zehn-Jahres-Frist, in deren Rahmen eine Schenkung bei eintretender Pflegebedürftigkeit mit Aufenthalt in einem Pflegeheim im Falle eines finanziellen Defizits zu Unterhaltszwecken zurückgefordert werden könne. Er definierte die Unterschiede zwischen Nießbrauch- und Wohnungsrecht und beschrieb mögliche Szenarien einer Erbfolge, wenn ein beschenktes Kind vor dem Schenkenden verstirbt.

Beratung ist notwendig

Grundsätzlich hielt er vor allem dies für ratsam: „Wenn Sie den Anspruch haben, dass ein Kind Leistungen wie etwa Pflege erbringt, sollten Sie in sich gehen und überlegen, ob es dazu in der Lage ist und ob das Kind Sie tatsächlich auch pflegen will.“ Peters nannte ebenso Situationen, wenn das Sozialamt mit im Boot ist. „Es macht Ansprüche, die Sie haben, für sich geltend.“

Es war gewiss nicht übertrieben, als Erich Joost in seinem Schlusswort konstatierte, dass das Thema komplex und vielfältig sei. „Wenn man bei einer Übergabe alles richtig machen will, kommt man ohne die Beratung eines Notars wohl nicht aus.“

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