Hausarzt-Alltag im Zeichen der Corona-Pandemie
Nur durch die Schleuse in die Praxis

Metelen -

Was alles notwendig ist, um auch während der Coronakrise Patienten behandeln zu können, wird derzeit in der Praxis

Weritz und Brinschwitz angewendet. Zu den Sicherheitsmaßnahmen, um andere Patienten und auch die Mitarbeiter der

Praxis zu schützen, gehört unter anderem eine Sicherheitsschleuse am Eingang und ein Zelt, in dem Patienten untersucht

werden, ohne die Praxis betreten zu müssen.

Donnerstag, 19.03.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 15:45 Uhr
Die Mitarbeiterinnen der Praxis Weritz und Brinschwitz arbeiten mit Mundschutz. Die Praxis hat auch ein Zelt eingerichtet, in dem durch das Fenster Patienten mit Infekten – nicht Corona – behandelt werden können, ohne dass diese die Praxis betreten müssen.
Die Mitarbeiterinnen der Praxis Weritz und Brinschwitz arbeiten mit Mundschutz. Die Praxis hat auch ein Zelt eingerichtet, in dem durch das Fenster Patienten mit Infekten – nicht Corona – behandelt werden können, ohne dass diese die Praxis betreten müssen. Foto: Clara Beutler

Die Praxis Dr. Burkhard Weritz und Brinschwitz bleibt für alle Patienten, die medizinische Hilfe benötigen, weiterhin geöffnet. Die Praxis hat sich auf die Pandemie eingestellt, wie sie jetzt in einem Bericht ausführte, der die Redaktion erreichte:

„Die Coronavirus-Pandemie ist eine sehr ernstzunehmende Situation – gerade für Ältere und unsere chronisch kranken Patienten. Um auch diese Patienten weiterhin behandeln zu können, haben wir unsere Praxisabläufe komplett umgestellt“, erklärt Dr. Burkhard Weritz.

Um die Patienten in der Praxis zu schützen und den Coronavirus möglichst draußen zu halten, wurde im Eingangsbereich eine Art Schleuse eingerichtet. Wer an der Praxistür klingelt, bekommt hier Rezepte und Überweisungen angereicht, ohne die Praxisräume zu betreten.

Wer die Praxis aber betreten möchte, muss eine standardisierte Prozedur durchlaufen: Dabei wird die Temperatur gemessen, ein spezieller „Corona-Risiko-Fragebogen“ ausgefüllt und die Patienten müssen sich unter Anleitung einer Mitarbeiterin die Hände desinfizieren. Bei Anzeichen eines grippalen Infektes oder bei Husten müssen die Patienten zunächst draußen bleiben. Sie dürfen – wenn überhaupt – erst nach ärztlicher Absprache und ausgerüstet mit einem Mundschutz die Praxis betreten.

Regelmäßig werden kritische Flächen innerhalb der Praxis desinfiziert. Trotz dieser Schutzmaßnahmen bleibt das Wichtigste: Abstand halten. Es sollen sich daher möglichst wenige Patienten in einem Raum aufhalten. Viele Patienten müssen vor der Tür, im Auto oder Zuhause warten und werden über ihr Handy oder über den Praxis-Pieper zum Termin aufgerufen.

Martin Brinschwitz, seit Januar neuer Partner in der Praxis, bittet dabei um Verständnis für diese Maßnahmen: „Dies ist sowohl zum Eigenschutz als auch zum Schutz der anderen Patienten und des Personals – wir müssen gesund bleiben. Es ist auch unter den jetzigen Umständen weiterhin unsere Pflicht, die ambulante medizinische Versorgung zu gewährleisten und für die Patienten da zu sein. Wir werden weiterhin behandeln, schließlich ist der Coronavirus nicht die einzige Krankheit, auch wenn das zur Zeit so wirkt.“

Dennoch hat sich die Praxis dazu entschlossen einen Großteil der geplanten Untersuchungen, wie Gesundheitschecks oder die sogenannten DMP-Untersuchungen sowie U-Untersuchungen um vorerst zwei Monate zu verschieben. Impfungen und regelmäßige wichtige Laborkontrollen erfolgen weiterhin wie gewohnt. Auch notwendige Hausbesuche bei den Patienten und in den Pflegeheimen werden weiterhin durchgeführt.

Das Telefon wird zur Zeit zum wichtigsten Kommunikationsinstrument, auch für Weiterbildungsassistentin Annette Schön: „Wir vereinbaren immer mehr Telefontermine, bei denen wir die Patienten anrufen. Viele Fragen können schnell und einfach auch am Telefon geklärt werden. Wenn im Laufe des Gesprächs klar wird, dass eine Behandlung oder Diagnose vor Ort nötig ist, können die Patienten natürlich in die Praxis kommen.“

Doch per Telefon die Praxis zu erreichen, ist aufgrund des hohen Anruferaufkommens schwierig. Daher sollen wiederkehrende Fragen der Patienten auf der Homepage beantwortet werden, und es gibt die Möglichkeit die Praxis per E-Mail zu kontaktieren. Auch eine Videosprechstunde ist geplant und wird voraussichtlich Ende der Woche starten.

Weiterhin gilt aber auch für die Praxis Dr. Weritz und Brinschwitz: Patienten mit milden Grippesymptomen (Husten, leichtes Fieber und Schnupfen) sollten möglichst zu Hause bleiben. Und besonders wichtig dabei: Wer persönlichen Kontakt zu einem bestätigten Fall von Corona hatte oder aus einem Risikogebiet kommt, darf die Praxis überhaupt nicht betreten und sollte ausschließlich per Telefon oder E-Mail Kontakt aufnehmen. Die Patienten werden gebeten dieses zu beachten, nur so kann die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden.

Kontakt: hausarztpraxis-metelen.de, service@hausarztpraxis-metelen.de

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