Evangelische Kirchengemeinde bietet Telefon-Gottesdienste an
Ein „Pling“ für jeden Gläubigen

Ochtrup -

Gottesdienste sind schon seit einiger Zeit aufgrund der Corona-Pandemie ausgesetzt. Damit der Kontakt zu den Gemeindegliedern nicht abreißt, hat sie nun auch die evangelische Kirchengemeinde eine technische Lösung überlegt: Sie bietet einen Telefon-Gottesdienst an.

Dienstag, 31.03.2020, 06:09 Uhr aktualisiert: 31.03.2020, 06:30 Uhr
Ins Leere hinein spricht derzeit Pfarrerin Imke Philipps bei Gottesdiensten in der evangelischen Kirche. Gläubige können sich aber künftig via Telefon zuschalten.
Ins Leere hinein spricht derzeit Pfarrerin Imke Philipps bei Gottesdiensten in der evangelischen Kirche. Gläubige können sich aber künftig via Telefon zuschalten. Foto: Johanes Kalsow

„Pling, pling, pling“ – wer beispielsweise beruflich schon einmal an einer Telefonkonferenz teilgenommen hat, kennt das Geräusch, das immer dann erklingt, wenn sich neue Teilnehmer in die Konferenz einwählen.

Auch Imke Philipps ist der Klang mittlerweile vertraut. Denn seit Kurzem hält die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Telefon-Gottesdienste ab. Und dabei können sich die Gläubigen zuschalten – inklusive des obligatorischen „Pling, pling, pling“.

Testläufe

Imke Philipps war es wichtig, auch die Gemeindeglieder zu integrieren, die keine Möglichkeit haben, online an einem Gottesdienst teilzunehmen. Ein Live-Stream, wie in etwa die katholische Kirchengemeinde St. Lambertus anbietet ( wir berichteten [WN+]), schließe gerade ältere Gläubige schon mal aus. Da kam die Idee von Wolfgang Gerlach-Reinholz , einen Telefon-Gottesdienst anzubieten, gerade recht.

Der Prädikant der evangelischen Kirchengemeinde nutzt das Medium beruflich. „Wir mussten das für uns aber erst einmal ausprobieren“, erzählt Imke Philipps von ersten Testläufen mit zunächst zehn und zuletzt 50 telefonischen Teilnehmern. „Das hat funktioniert“, freut sich die Pfarrerin, die den persönlichen Kontakt zu den Gemeindegliedern schmerzlich vermisst. Gerade in Zeiten wie diesen, sei es aber wichtig, den Kontakt zu halten – und sei es auch nur per Telefon.

Eingewöhnungszeit

Gewöhnen muss sich Imke Philipps nach eigenen Angaben erst noch daran, „ins Leere hineinzusprechen und keine direkten Reaktionen auf das Gesagte zu bekommen“. „Das ist schon komisch“, hat sie für sich festgestellt. Doch die Ochtruperin betrachtet die ungewöhnliche Situation als Chance, neue Wege zu gehen – und diese auch langfristig zu integrieren. „Man spürt, dass die anderen da sind und dass da Leben ist“, erzählt die Pfarrerin von ihren ersten Telefon-Gottesdienst-Erfahrungen. Was einerseits ein Vorteil ist, stellt andererseits aber auch einen Nachteil dieser Gottesdienst-Variante dar, denn jedes Wort, das geflüstert oder gesprochen wird, jeder Löffel, der in der Kaffeetasse kratzt, jeder Mensch, der unvermittelt den Raum betritt, wird durch das Telefon in den Gottesdienstraum übertragen – und jeder hört es.

Also gilt es, sich bei einer Teilnahme besonders ruhig zu verhalten. Über eine Festnetznummer können sich die Gläubigen auch am Sonntag (5. April) zum Gottesdienst um 10.15 Uhr in die evangelische Kirche einwählen. Die genaue Anleitung findet sich auf der Internetseite der Kirchengemeinde. Imke Philipps freut sich schon jetzt auf jeden Teilnehmer und auf     jedes    „Pling“.

Wer möchte, kann Pfarrerin Imke Philipps per E-Mail an imkephilipps@gmail.com oder direkt in den Briefkasten des Gemeindebüros, Professor-Gärtner-Straße 44, Fürbitten zusenden. Diese werden im Gottesdienst am Sonntag in der Kirche gebetet. Die Anonymität des Absenders bleibt gewahrt.

Verhalten im Telefon-Gottesdienst

Die evangelische Kirchengemeinde bittet alle Teilnehmer des Telefon-Gottesdienstes, sich möglichst ruhig zu verhalten. Grundsätzliche sei es kein Problem, bei einer Störung aufzulegen und sich später wieder neu einzuwählen. Bei technischen Störungen auf Seiten der Gemeinde, kann es sein, dass die Übertragung kurz beendet und zwei bis drei Minuten später wieder aufgenommen wird. „Warten Sie die Unterbrechung bitte in Ruhe ab“, schreibt die Kirchengemeinde auf ihrer Internetseite. Am Ende des Gottesdienstes sprechen die Teilnehmer gemeinsam das Vaterunser. Dabei könne das plötzliche Stimmengewirr irritieren. Die Gemeinde empfiehlt, den Hörer ein paar Zentimeter vom Ohr weg zu halten und für sich allein weiter zu beten. Zum Abschluss-Segen kehre dann wieder Stille ein. www.evangelisch-in-ochtrup.de

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