Reisesaison der Brieftauben ist gestartet
Tiere müssen ihr Können beweisen

Ochtrup -

Mit etwas Verspätung ist am vergangenen Wochenende die Reisesaison für die Brieftaubenzüchter gestartet. Um die Wettbewerbe durchzuführen ist einiger organisatorischer Aufwand erforderlich. Erster Auflassort der neuen Saison war, das teilt die Reisevereinigung Ochtrup-Metelen jetzt mit, das sauerländische Eckenhagen. Die Brieftauben aus Ochtrup bewiesen dabei erneut ihre Schnelligkeit.

Samstag, 23.05.2020, 08:48 Uhr aktualisiert: 23.05.2020, 08:50 Uhr
Entscheidend für den Start von Brieftauben ist das Wetter. Bei Nebel, Regen, Sturm oder Gewitter bleibt der Kabinenexpress auch in Och­trup geschlossen.
Entscheidend für den Start von Brieftauben ist das Wetter. Bei Nebel, Regen, Sturm oder Gewitter bleibt der Kabinenexpress auch in Och­trup geschlossen. Foto: Verband Deutscher Brieftaubenzüchter

Am vergangenen Wochenende startete für die Brieftaubenzüchter der Reisevereinigung (RV) Ochtrup-Metelen die Reisesaison der Brieftauben. Bis September stellen die gefiederten Sportler nun ihren Orientierungssinn und ihre Schnelligkeit unter Beweis.

Ihren ersten Preisflug des Jahres startete die RV laut eines Presseberichts aufgrund der Coronakrise verspätet am 17. Mai im 140 Kilometer entfernten Eckenhagen (Sauerland). Ein Spezial-Lkw transportierte 3348 Reise-Brieftauben der Transportgemeinschaft (Gronau, Epe , Bad Bentheim, Gildehaus, Ochtrup und Metelen) zum Auflassplatz. Zielsicher kehrten die Tauben am nächsten Morgen zum heimatlichen Taubenschlag zurück.

Im Verlauf der Reisesaison erhöhen die Züchter schrittweise die Entfernungen. Mit 600 Kilometern Distanz steht der längste Flug des Jahres ab Rosenheim (Süd-Bayern) im Reiseplan. Die ein- und mehrjährigen Alttauben absolvieren dieses Jahr zehn Preisflüge. Ab August gehen die Jungtauben auf die Reise. Als Anfänger absolvieren diese lediglich an sechs Wochenenden Flüge von 80 bis 350 Kilometern.

In der RV Ochtrup-Metelen sind sämtliche Brieftaubenvereine aus den beiden Orten organisiert. Die mehr als 40 Mitglieder besitzen Am Langenhorster Bahnhof eine Einsatzstelle, in der die Tauben in den eigenen Kabinenexpress zum Preisflug eingesetzt werden.

Die schnellsten Tauben errechnen sich über die Fluggeschwindigkeit in Metern pro Minute. Sie ergibt sich aus der Auflasszeit, der Ankunftszeit und der zurückgelegten Strecke. Die unterschiedlichen Entfernungen der Taubenschläge vom Auflassort werden anhand der GPS-Koordination berücksichtigt. Ein elektronisches Konstatiersystem stoppt die Zeit: An jedem Schlag befindet sich eine Antenne. Die Tauben tragen einen speziellen Fußring mit einem elek­tronischen Chip. Fliegen sie ein, werden Datum, Zeit und Nummer der Tauben er-fasst. Alle Daten wertet anschließend die Reisevereinigung aus.

Beste Taube der RV Och­trup-Metelen wird am Saisonende diejenige, die am meisten Preiskilometer und Punkte gesammelt hat: Bei jedem Flug kommt das erste Drittel der Reisetauben auf eine Preisliste. Entsprechend ihrer Schnelligkeit erhalten die Tiere außerdem Punkte. Gewertet wird zunächst, wie oft eine Taube in der Preisliste stand. RV-Meister wird der Züchter, welcher die meisten Preiskilometer und Punkte mit seinen besten fünf Tauben sammeln konnte.

Das Wetter ist grundlegend für jeden Start der Tauben. Die RV Ochtrup-Metelen hat einen Flugleiter, der vom Verband Deutscher Brieftaubenzüchter und dem Deutschen Wetterdienst geschult ist. Nach einer mehrstündigen Ruhephase für die Tauben am Auflassort be-stimmt er den geeigneten Startzeitpunkt. Bei Nebel, Regen, Sturm oder Gewitter bleibt der Kabinenexpress geschlossen.

„Wer an den kommenden Wochenenden in den Himmel blickt, kann die Brieftauben in großen Schwär-men oder kleinen Grüppchen auf ihrem Heimflug entdecken“, kündigt die Reisevereinigung an. In ganz Deutschland beginnt für rund 40 000 Züchter die Reisesaison. Unter ihnen gibt es ab jetzt nur noch einen Gruß: „Gut Flug!“

Ergebnisse der Reisevereinigung Ochtrup-Metelen

Heinz Dinkhoff errang auf dem ersten Preisflug für Reisetauben hauchdünn den ersten Konkurs vor Egon Schrick und Hermann Lütkehermölle gegen 1 034 Tauben in der Reisevereinigung Ochtrup-Metelen.Die Tauben der 34 Züchter aus der RV Ochtrup-Metelen wurden um 9.10 Uhr bei sonnigem Wetter und Windstille auf die Reise in die Heimat geschickt. Nach einer Stunde und 39 Minuten Flugzeit erreichte die erste Ochtruper Taube den heimatlichen Schlag und wurde um 10.49 Uhr konstatiert. Somit wurde von der ersten Taube eine Durchschnittsgeschwindigkeit von circa 84 km/h erreicht.Sehr gute Platzierungen auf diesem Flug erreichten Heinz Dinkhoff (1., 3., 17. und 18. Platz), Egon Schrick(2. und 4.), Hermann Lütkehermölle (5., 6. und 22.), Heinz, Eilert (7.), Günter Scheipers (8., 9., 10., 12., 14 und 15.), Rainer Borgers (11.), Heinrich Krabbe (13.), Jonas Schmitz (16.), Ludger Wilpers (19.) sowie die Schlaggemeinschaft Möllers (20., 24. und 27.).Einige Züchter erreichten zum Teil sehr gute Ergebnisse mit einer Preisausbeute von 50 Prozent und mehr. Hier nun die herausragenden Leistungen im Einzelnen: Heinz Eilert 26 Tauben gesetzt 15 Preise; Heinrich Krabbe 35/20, Egon Schrick 67/37, Günter Scheipers 42/23, Helmuth Zurich 37/19 und Heinz Dinkhoff 44/22.

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