Konzept für südlichen Flussbereich vorgestellt
Vechte naturnah zurückbauen

Metelen -

Die Vechte soll im Bereich des Sportparks Süd renaturiert werden. Ein Ingenieurbüro stellte eine Machbarkeitsstudie vor. Danach wird der kanalisierte Fluss in ein mäanderndes Gewässer zurückgebaut. Die Maßnahme ist im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie mit bis zu 80 Prozent förderfähig. Sie steht im Zusammenhang mit der Neuanlage eines Rasenplatzes in dem Bereich.

Mittwoch, 27.05.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 15:36 Uhr
Um diesen Flussabschnitt geht es: Zwischen den Brücken am Walkenmühlenweg und der Fußgängerbrücke an der Sporthalle soll der begradigte Fluss wieder in einen naturnahen Zustand zurückversetzt werden.
Um diesen Flussabschnitt geht es: Zwischen den Brücken am Walkenmühlenweg und der Fußgängerbrücke an der Sporthalle soll der begradigte Fluss wieder in einen naturnahen Zustand zurückversetzt werden. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Gemächlich fließt sie dahin, die Vechte im Süden der Gemeinde. Zwischen Walkenmühlenweg-Brücke und dem Einlauf zum Fischgerinne in Ellings Wiese ist der Fluss in seinem Bett kanalisiert. Nur dann und wann gibt es ein wenig Schilf am Ufer. Dieses Bild soll sich – wenn neue Pläne der Gemeinde realisiert werden – für den Bereich zwischen Walkenmühlenweg und der Fußgängerbrücke neben der Sporthalle grundlegend ändern.

Jochen Wiehager vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Hörstel und dessen Mitarbeiterin Jana Tinscher stellten am Montagabend im Bauausschuss Maßnahmen vor, die zur ökologischen Verbesserung des Gewässers beitragen sollen. „Es geht darum, den im Rahmen der Flurbereinigung begradigten Fluss wieder in einen mäandrierenden Lauf zu geben“, umriss Jana Tinscher das Projekt.

Beide Ufer werden dafür wechselseitig verbreitert, so dass ein schlängelnder Verlauf entsteht. Aufböschungen sorgen dafür, dass sich der Fluss seinen neuen, naturnahen Weg sucht. In diesen Uferbereichen ist überdies Raum für die Ansiedlung von Pflanzen und Tieren. Baumanpflanzungen sorgen dafür, dass der neue Lauf in Teilen beschattet wird. Ganz im Süden gibt es überdies einen abgetrennten Altarm, der den jetzigen Verlauf der Vechte aufnimmt.

Abgeflachte Böschungen und ein größerer Querschnitt des Fluss-/Uferbereichs sollen dafür sorgen, dass die sogenannte Retentionszone, also der Bereich, der bei Hochwasser überschwemmt werden kann, vergrößert wird.

Doch neben dem geänderten Flussverlauf werden auch im Gewässer selbst Einbauten erfolgen. Totholz heimischer Gehölze wird als Strömungslenker an den Ufern eingearbeitet, um so für Verwirbelungen im Gewässer zu sorgen und Schutzräume für Fische zu schaffen. Insgesamt wird der Fluss durch die Maßnahme um 35 Meter länger.

Ingenieur Jochen Wiehager erläuterte, dass durch die Umgestaltung der Vechte eine dynamische Entwicklung des Bereichs angeregt werde. Positive Erfahrungen habe das Büro unter anderem durch Maßnahmen in der Steinfurter Aa nahe Wettringen gemacht.

Wolfgang Ransmann (SPD) wollte wissen, wie die Gemeinde sich die Finanzierung vorstelle. Bauamtsleiter Stefan Weßling erläuterte, dass die ökologische Verbesserung der Vechte im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu sehen sei. Mit der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Steinfurt sei das Projekt bereits abgestimmt und auch die Bezirksregierung in Münster habe eine Förderfähigkeit grundsätzlich skizziert. Maximal 80 Prozent der Kosten seien aus Fördermitteln realisierbar, so Weßling. Was das Projekt koste, das im Zusammenhang mit der Anlage des Sportparks Süd geplant werden könnte, sei noch unklar. „Wir haben hier zunächst nur eine Machbarkeitsstudie“, so der Bauamtsleiter.

Bürgermeister Gregor Krabbe erläuterte, dass die Vorstellung im Bauausschuss in erster Linie dazu diene, die grundsätzliche Position der Politik zu erkunden. „Das machen wir jetzt, bevor wir nächste Schritte gehen.“ Krabbe erläuterte, dass sich die Kommune neben der naturnäheren Gestaltung des Flusses Ökopunkte erarbeite, die im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen wertvoll seien. Zusätzlicher Effekt ist eine attraktivere Gestaltung der Radroute längs des Flusses. Der kombinierte Rad- und Fußweg soll westlich der künftigen Tribüne des neuen Stadions verlaufen und auf drei Meter verbreitert werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7424361?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F
Nachrichten-Ticker