Der Garten von Reinhild Reuter
Panorama aus Stauden

Metelen -

Reinhild Reuter hat ihn von Kindesbeinen an, den berühmten „grünen Daumen“. Im heimischen Garten versteht sie es, mithilfe von unterschiedlichsten Stauden ein eindruckvolles blühende Panorama zu entwickeln, das die gesamte Saison über üppig gedeiht.

Donnerstag, 04.06.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 17:06 Uhr
Mit seinen zarten Blättern bilden dieser Mohn einen Kontrast zu seinen farbintensiven
Mit seinen zarten Blättern bilden dieser Mohn einen Kontrast zu seinen farbintensiven Foto: Huge sive Huwe

„Erbsen und Radieschen“ – damit fing alles an. Reinhild Reuter war ein junges Mädchen, als sie im Garten der Eltern die erste Parzelle ganz für sich allein anlegte. Und rasch entdeckte, dass sie sich nicht nur für Pflanzen interessierte, sondern auch Geschick im Umgang mit Blumen entwickelte. Der vielzitierte grüne Daumen – die Metelenerin hat ihn.

Das wissen alle Gartenfreunde, für die sie bereits zweimal die Tore ihres grünen Paradieses rund um das schmucke Einfamilienhaus am Ochtruper Damm öffnete. In diesem Jahr sorgte Corona dafür, dass die KIM ihre Gartentour absagen musste. Dabei zeigt sich der Garten der Eheleute Reuter gerade in diesen Tagen von seiner schönsten Seite. Anlass, ihn zu besuchen und ihn und die Frau mit dem grünen Daumen vorzustellen.

Denn – und da widerspricht der Gatte keineswegs – Gartenarbeit ist allein Sache von Reinhild Reuter. „Das ist doch keine Arbeit, sondern es macht Spaß“, sagt sie. Ein Hobby halt, eines in das sie viel Zeit und Energie investiert, in das sie vor allem aber ihr in Jahrzehnten angeeignetes Wissen einfließen lässt.

Als die Reuters 1976 auf einer ehemaligen Weide bauten, war klar: Ein Garten gehört dazu. Die Architektur des Hauses passte sich an: Eine Terrasse wurde eingeplant, vor der sich der Garten als blühendes Panorama halbkreisförmig ausbreitet. Ein schmaler Rasenstreifen beruhig den Blick, bevor die Blumenpracht des Staudengartens bis zu den Grenzen des Grundstücks das Auge erfreut.

Taglilien, hoch aufschießende Fingerhüte, Glockenblumen – teils mehr als hüfthoch bilden viele Sorten ein Blütenmeer, dass scheinbar wild gewachsen daherkommt, aber doch bei näherer Betrachtung die ordnende Hand der Gärtnerin erkennen lässt. Wobei ordnend alles andere ist als das, was vielfach unter einem ordentlichen Garten verstanden wird.

Das Staudenbeet mäandert ums Haus, Ecken sucht der Betrachter vergeblich. Alles ist im Fluss und als solcher ist auch das Pflaster zur Philosophenbank gestaltet – dem Lieblingsplatz von Reinhild Reuter.

Hier genießt sie die erste Kaffeetasse des Tages, studiert Gartenzeitschriften, liest sich tief ein in Literatur über Pflanzen, trifft sich aber vor allem mit anderen Gartenliebhaberinnen,  mit de­nen sie seit vielen Jahren einen regem Austausch pflegt. Und nicht nur das: Gemeinsam besuchen sie andere Gärten, teils am Niederrhein oder drüben in Holland – Orte der Inspiration zumeist. Seit Jahren organisiert Reinhild Reuter auch die Bustour der Kulturinitiative (KIM) zu derartigen Gärten. Leider fällt diese in diesem Jahr ebenfalls aus. Hoffnung hat die Metelenerin allerdings, dass es mit der Staudenbörse im Herbst klappt. „Drüben an der Mühle steht man sich eh nicht so sehr auf den Hacken“, lacht sie und zeigt auf die drei Kästen, in denen bereits Stecklinge auf neue Gartenfreunde warten.

Eine Hausecke weiter verströmt eine gelbe Kletterrosen ihren Duft, rankt ein anderes Exemplar über das Garagentor. Die Entdeckungstour setzt sich fort im Vorgarten, in dem seltene Mohnpflanzen förmlich darauf warten, ihre zarten Blätter zu entfalten. Und selbst triviale Pflanze wie Petunien entwickeln in dieser Nachbarschaft eine ganz eigene Qualität. Zu schade aber auch, dass Metelens Gartenfreunde dies alles in diesem Jahr nicht sehen können ...

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