Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner
Rechtzeitig am Ball bleiben – Erfolg haben

Metelen -

Der Eichenprozessionsspinner – abertausende kleine Raupen, die für viel Ärger sorgen können. Der Kampf gegen die Plagegeister ist für dieses Jahr fast abgeschlossen. Dennoch: die Gefahren bleiben.

Mittwoch, 22.07.2020, 17:41 Uhr
Abertausende von kleinen Raupen bilden jeweils ein Nest des Eichenprozessionsspinners. Jede der Raupen kann zudem bis zu 700 000 Brennhärchen haben. Diese sind für viele Menschen gefährlich, weil sie Juckreiz, großflächige Hautflecken oder andere Reaktionen auslösen können.
Abertausende von kleinen Raupen bilden jeweils ein Nest des Eichenprozessionsspinners. Jede der Raupen kann zudem bis zu 700 000 Brennhärchen haben. Diese sind für viele Menschen gefährlich, weil sie Juckreiz, großflächige Hautflecken oder andere Reaktionen auslösen können. Foto: Oliver Werner

Am Langenhorster Damm war am Mittwoch wieder „Staubsauger-Großeinsatz“. Mit einem überdimensionalen Sauggerät rückten Mitarbeiter der Straßenmeisterei Steinfurt dem Eichenprozessionsspinner zu Leibe – ober besser: dessen Nestern.

„Wir haben in unserem Bereich alle Kreisstraßen inzwischen zwei Mal abgefahren, um entsprechende Nester abzusaugen“, berichtet Stefan Feldmann , Leiter der Straßenmeisterei. Die Arbeiten dazu seien mit Ablauf der Woche für dieses Jahr abgeschlossen. Eine weitere Straßenmeisterei im Kreis hat ihren Sitz in Ibbenbüren.

„Die abgesaugten Raupen kommen in einen Spezialcontainer und werden dann zur Verbrennung gefahren“, erläutert Feldmann den weiteren Weg.

Nach seiner Einschätzung war das Aufkommen des Eichenprozessionsspinners 2020 „gleichbleibend gegenüber den Vorjahren“. Die Straßenmeisterei sauge die kleinen Krabbeltiere nur ab. „Wir spritzen kein Gift“. Die Erfahrung zeige, wenn man rechtzeitig im Frühjahr am Ball sei, funktioniere das Absaugen ziemlich gut.

Der Kreis Steinfurt habe ein Meldeportal für Nester des Eichenprozessionsspinners eingerichtet. Alle sind aufgerufen, gefundene Nester etwa an Kreisstraßen dort zu melden. „Wir kümmern uns dann darum. Das ist sicher“, unterstreicht Feldmann. Oft sei die Erwartungshaltung von Anrufern die, dass „sofort“ jemand komme, um sich um den Fund zu kümmern. „Dann fahren wir aber nur von A über B nach C, um Nester zu beseitigen“. Ein sinnvolleres Vorgehen sei, vernünftig zu planen, wann was erledigt werde. „Da müssen sich dann die Melder mal ein oder zwei Tage gedulden.“

Eichenprozessionsspinner werden abgesaugt

Eichenprozessionsspinner werden abgesaugt Foto: Brigitte Mikat

In unterschiedlichen Kommunen werden aktuell verschiedenen Techniken ausprobiert. Einige setzen auf Fallen, andere auf Meisen oder Fledermäuse, die gezielt als Fressfeinde der Raupen platziert werden. Wieder andere nutzen die „chemische Keule“. Auch Kombinationen aus allen Methoden sind bekannt.

Auch viele Experten sind sich uneins über die am besten geeignete Methode im Kampf gegen den kleinen Plagegeist. Einige weisen daraufhin, dass Klebefallen ungeeignet seien, weil lediglich eine erste „Schicht Raupen“ dort kleben bleiben, die folgenden dann aber diese als „Krabbelunterlage“ verwendeten, um die Falle zu überwinden. Auch Meisen oder Fledermäuse seien selbst „dressiert“ nicht in der Lage, der Vielzahl der Raupen durch Wegfressen erfolgreich zu begegnen.

Der Einsatz von Chemikalien erfordere immer auch den Überblick, ob weitere Lebewesen dabei zu Schaden kämen.

Stefan Feldmann betont, ob andere Techniken erfolgreicher seien, könne er nicht bewerten. „Wir sind aber offen und lernen in jedem Jahr dazu“. Man müsse grundsätzlich im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner auch Aufwand und Kosten berücksichtigen.

„Für meinen Bereich kann ich sagen, übers Jahr gerechnet, ist eine Vollzeitkraft damit beschäftigt.“ Zusätzliches Personal gebe es deshalb aber nicht.

Ein überdimensionaler Staubsauger.

Ein überdimensionaler Staubsauger. Foto: Brigitte Mikat

Auch wenn die Mitarbeiter der Straßenmeisterei ihre Absaugarbeiten jetzt weitgehend abgeschlossen hätten, sei die Gefahr durch den Eichenprozessionsspinner nicht vorbei. „Die Brennhärchen wird es auch weiterhin geben. Da können auch wir nichts gegen tun.“

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