Grundschule bereitet sich aufs neue Schuljahr vor
Nur maskiert nach vorn zur Tafel

Metelen -

Am Mittwoch startet das neue Schuljahr – auch für die St.-Vitus-Grundschüler. Im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte Rektor Thomas Wissing die wichtigsten Corona-Regelungen aus dem Schulministerium und deren Umsetzung vor Ort. Für die Erstklässler, die am Donnerstag in den neuen Lebensabschnitt starteten, gibt es jeweils klasseninterne Einschulungsfeiern gemeinsam mit den Eltern.

Donnerstag, 06.08.2020, 14:44 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 15:36 Uhr
Vorbereitung auf das neue Schuljahr: Diese Lehrerinnen der Grundschule sichten bereits in dieser Woche die neuen Materialien für den Unterricht.
Vorbereitung auf das neue Schuljahr: Diese Lehrerinnen der Grundschule sichten bereits in dieser Woche die neuen Materialien für den Unterricht. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Am Mittwoch beginnt das nächste Schuljahr – eines, das sich von bisherigen unterscheiden wird, denn es steht unter den Vorzeichen von Corona-Regelungen. Wie die örtliche Grundschule mit dem Thema umgeht, erfuhr Redakteur Dieter Huge sive Huwe im Gespräch mit dem Rektor der St.-Vitus-Schule, Thomas Wissing .

 

Es gibt eine vierseitige Information für die Eltern zum Schulstart in der nächsten Woche – das sieht nach viel Arbeit aus.

 

Thomas Wissing: Die Vorgaben aus dem Schulministerium sind sehr klar. Man konnte damit gut planen. Sie sind zwar streng, aber dies ist sicherlich zum jetzigen Zeitpunkt angebracht. Eine Beliebigkeit sollte nicht entstehen. Daneben besteht die Option, die Vorgaben zeitweilig zu lockern, wenn die pädagogischen Notwendigkeit besteht.

Wesentliches Element ist die Maskenpflicht, die auch in der Grundschule gilt, allerdings nicht während des Unterrichts.

 

Wissing: Das gilt aber nur dann, wenn die Kinder auf ihrem Platz sitzen. Sobald ein Kind aufsteht und zur Tafel geht, muss es die Maske aufsetzen.

Positiv ist doch sicherlich, dass die Kinder wieder im Regelunterricht und im Klassenverband unterrichtet werden, oder?

 

Wissing: Sicherlich. Wir hatten zwar in den letzten 14 Tagen vor den Ferien wieder alle Schüler im Unterricht, aber durch die versetzten Pausenzeiten war der Kontakt doch wesentlich eingeschränkter, als es jetzt möglich sein wird.

60 Erstklässler fangen einen Tag später an, also am Donnerstag der kommenden Woche – mit Schultüte und Maske, was es so noch nie gegeben hat.

 

Wissing: Für sie ist das in der Tat etwas ganz besonderes. Wir werden daher in den kommenden Wochen auch ganz genau hinschauen und beobachten, wie die Kinder auf diese eigenartige Situation reagieren. Zwar sind sie aus dem Alltag mit den Masken vertraut, doch ist es etwas anderes als im Kindergarten, wo sie sich ohne Masken bewegen konnten. In der Schule ist die Situation für die Kinder eingeschränkter.

Der Start ist für die Erstklässler anders.

Wissing: Ja. Ein guter Schulstart ist für Kinder sehr wichtig und prägend. Wir werden daher – wie auch in allen anderen Klassen – das Thema Maske am Anfang nochmals thematisieren und erläutern, warum es diese strengen Regelungen gibt. Diese gelten auch etwa für die Pausen. Dann dürfen die Kinder nicht einfach durcheinander laufen. Wir haben schon getrennte Pausenbereiche für die einzelnen Jahrgänge. Jahrgangsübergreifend darf keine Durchmischung stattfinden.

Ist denn klassenübergreifender Unterricht möglich?

Wissing: Innerhalb eines Jahrgangs schon, aber eben nur dort. Nicht möglich ist beispielsweise der Besuch von Erstklässlern in der Patenklasse des vierten Jahrgangs.

Wie organisieren Sie die Pausen?

 

Wissing: Die Klassen eins und zwei haben zunächst eine 15-minütige Frühstückspause im Klassenraum und anschließend eine Viertelstunde Hofpause. Die beiden Jahrgänge teilen sich dabei den Schulhof. Bei den Dritt- und Viertklässler ist es genau umgekehrt. Sie gehen zunächst auf den Schulhof und machen dann ihre Frühstückspause. So stellen wir sicher, dass sich die Jahrgänge nicht mischen.

Bleibt das Einbahnstraßen-System, mit dem sich die Schüler im Gebäude bewegen, bestehen?

Wissing: Daran wird es keine Änderungen geben. Auch die Toilettenzuweisungen werden weiterhin bestehen. Das bedeutet, dass jede Klasse eine jeweils eigene Toilettenkabine hat. So gibt es kein Gedränge in diesem Bereich.

Wie bereiten sich die Lehrkräfte aufs Schuljahr vor?

 

Wissing: Die Lehrkräfte sind bereits in dieser Woche alle wieder an der Schule. Wir haben zunächst die Corona-Regelungen und organisatorischen Dinge geklärt und sind jetzt dabei zu klären, was die Kinder an Förderung benötigen. Es geht darum zu diagnostizieren, wie der Lernstand ist und zu erkennen, was im vergangenen Schuljahr vielleicht doch mit Blick auf die zum Ende des letzten Schuljahres erwarteten Kompetenzen auf der Strecke geblieben ist.

Wie könnte eine derartige Nachbearbeitung aussehen?

 

Wissing: Indem beispielsweise klassenübergreifend Lerngruppen gebildet werden, um Defiziten gezielt begegnen zu können.

Wie organisieren sie die Einschulung der Erstklässler?

 

Wissing: Wir haben die Eltern bereits über die Einschulungsfeier informiert. Wir machen die Einschulung für jede der drei Klassen gestaffelt, jeweils um eine halbe Stunde versetzt. Wir fangen dabei um 9.15 Uhr an. Wir bieten auch ein kleines Elterncafé an, aber auch das klassenweise. Es ist nicht mehr möglich, anders als bisher, etwa die Großeltern mit einzuladen. Ausdrücklich nur die Eltern dürfen bei der Einschulung des Kindes dabei sein.     Wir wollen die Einschulungsfeiern im Schulgarten abhalten. Pastor Thomas Stapper wird einen kurzen Segen sprechen, da es keinen Einschulungsgottesdienst geben wird – und auch keinen Gottesdienst zum Schulstart für die Klassen zwei bis vier.

Haben Sie alle Fragen für das neue Schuljahr klären können?

 

Wissing: Ich denke, dass wir gut vorbereitet sind. Was noch nicht ausgearbeitet ist, weil hier bisher die Leitlinien fehlen, ist das Lernen auf Distanz – wichtig auch für Kinder, die eine Vorerkrankung haben. Digitale Angebote wird es weiterhin geben, wenn etwa im Falle einer verordneten Quarantäne kein Präsenzunterricht möglich ist.                                      Wir haben dank eines Förderprogramms weitere Tablet-Computer bekommen, die wir dann an Schüler, die über keine eigenen Geräte verfügen, ausleihen können.

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