Aktion der Treckerfreunde
Säckeweise Erdknollen geerntet

Metelen -

Metelens Treckerfreunde halten auch in Corona-Zeiten an der Tradition der Kartoffelernte wie Anno Dazumal fest. Mit alten Traktoren und Erntemaschinen fuhren sie am Samstag zum Acker am Langenhorster Damm. Eingeladen waren auch Kita-Kinder mit ihren Eltern. Und die hatten viel Freude daran, die Kartoffeln vom Feld zu lesen, damit sie anschließend sortiert und in Säcke abgefüllt werden konnten.

Montag, 31.08.2020, 17:22 Uhr aktualisiert: 06.09.2020, 11:36 Uhr
Kartoffelernte wie Anno Dazumal. Obwohl historische Ackergeräte zum Einsatz kamen, wurde der Acker anschließend nochmals „von Hand“ durchsucht.
Kartoffelernte wie Anno Dazumal. Obwohl historische Ackergeräte zum Einsatz kamen, wurde der Acker anschließend nochmals „von Hand“ durchsucht. Foto: Dorothee Zimmer

Metelens Treckerfreunde sind am Samstag bester Laune. Sie fördern an diesem Tag die in der Erde liegenden Kartoffeln auf einem rund 1200 Quadratmeter großen Acker zutage, der am Langenhorster Damm liegt und der Familie Lewing gehört. „Wir rechnen mit einer sehr guten Ernte“, freut sich Martin Grotegerd auf den Lohn der vorangegangenen Arbeit. Diese bestand für die rund 20 Aktiven bis zum Tag der Ernte im Wesentlichen aus der Anpflanzung im April und regelmäßigen Arbeitseinsätzen gegen das Unkraut.

Die Frage nach dem mutmaßlich erwarteten Ergebnis mit Gewichtsangabe aus der von Martin Konert betreuten Aktion beantworten die Treckerfreunde leicht scherzhaft: „Ich denk, das werden etwa zehn Zentner“, meint einer. Zehn – das hält ein weiterer Hobbyfreund für viel zu wenig: „Das werden mindestens 100 Zentner, also fünf Tonnen.“ Clemens Köllmann setzt noch eins drauf: „Ich tippe auf 5,24 Tonnen.“

Kinder und Erwachsene tummeln sich auf dem Kartoffelfeld und sammeln die Knollen der Sorte Gala – nach Angaben der Treckerfreunde eine beliebte und festkochende Kartoffel – ein, um sie schließlich gegen eine kleine Spende mit nach Hause zu nehmen. Katharina Wallington, eine junge Mutter, lobt die Aktion. „Ich finde es schön, dass die Kinder hier sehen können, wo die Kartoffeln wachsen und wie der Bauer sie erntet.“ Eine andere Mutter fügt als weitere Pluspunkte für dieses Ernteerlebnis hinzu: „Unsere Kinder sind gern an der frischen Luft, und sie essen gern Kartoffeln.“

Martin Grotegerd bezeichnet die Aktion als „aktive Geschichte“ oder auch als „Geschichte zum Mitmachen“. „Heute kommen auf den Feldern hochmoderne Maschinen zum Einsatz. Wir hingegen arbeiten noch mit einer Technik, die auf dem Stand der 50er und 60er Jahre ist.“ Dazu gehören unter anderem eine alte Pflanzmaschine, ein Schwingsiebroder zum Ausmachen der Kartoffeln und eine Sortiermaschine, die mittels Handkurbel die Kartoffeln ins Rutschen bringt und sie in der Folge über Siebe größenmäßig sortiert. „Die kleineren Kartoffeln eigenen sich vorzüglich als Brätlinge. Gewaschen und mit Rosmarin gewürzt werden sie in der Pfanne zu einem echten Genuss“, schimmert bei Grotegerd der Gourmet durch.

Mithilfe einer Schütte füllt Treckerfreund Thomas Nienhaus Säcke mit rund 13 Kilo Kartoffeln ab. „Wenn die Redensart stimmt, dass die dümmsten Bauern immer die dicksten Kartoffeln haben, dann waren dieses Mal ganz schön viel dumme dabei“, stellt er schmunzelnd fest. Natürlich wollen sich auch die Treckerfreunde selbst von dem Ertrag zuhause einen Kartoffelvorrat anlegen. „Wenn sie kühl, aber auch nicht zu kühl, dunkel und trocken im Keller liegen“, erklärt Grotegerd, „kann man sie bis etwa Februar gebrauchen.“

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