Petra von Styp-Rekowski folgt Erich Joost als Vorsitzende
Gesicht der Ugandahilfe tritt nach 40 Jahren zurück

Metelen -

40 Jahre lang war Erich Joost das Gesicht der Ugandahilfe Metelen. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung gab er aus Altersgründen nun den Vorsitz ab. Zu seiner Nachfolgerin wurde Petra von Styp-Rekowski gewählt.

Donnerstag, 22.10.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 18:27 Uhr
Der Vorstand der Ugandahilfe Metelen:
Der Vorstand der Ugandahilfe Metelen: Foto: Irmgard Tappe

Ugandahilfe und Erich Joost – diese beiden Namen nennt man oft in einem Atemzug. „Das Gesicht der Ugandahilfe Metelen“, bezeichnete Pfarrer Thomas Stapper den 82-Jährigen, der sich seit 40 Jahren für die Hilfsorganisation engagiert. Anfangs als Initiator von Projekten, und seit der Vereinsgründung 1993 als Vorsitzender. „Aus Altersgründen werde ich allerdings nicht erneut kandidieren“, verkündete er jetzt während der Mitgliederversammlung im Pfarrzentrum Oase.

Ein letztes Mal stellte er den Rechenschaftsbericht vor. Durch verschiedene Aktionen, die schon zur Tradition geworden sind, seien 2019/2020 viele Spenden gesammelt worden. Unter anderem war die Ugandahilfe auf dem Fettmarkt , der Kirmes und beim Weihnachtsbaumverkauf von HTG mit einem Stand vertreten.

„Dann kam Covid 19 und wir konnten die Aktivitäten der vergangenen Jahre nicht fortsetzen“, bedauerte Joost. Man habe plötzlich vor neuen Herausforderungen gestanden, denn die Hilfe für Uganda sollte ja weitergehen. Dort seien nämlich die Probleme angesichts der Armut im Land durch Corona noch größer geworden. „Wir haben ein Hilfeschreiben erstellt und einen Spendenaufruf gestartet. Innerhalb kurzer Zeit kamen rund 8000 Euro zusammen. Das Geld ist bereits in Uganda angekommen“, ist Joost dankbar für die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung.

Unser Grundgedanke war es, dass Metelener Arbeiter sich für Ziegelei-Arbeiter in Uganda einsetzen.

Erich Joost

Dann blickte der scheidende Vorsitzende kurz zurück auf die Anfänge der Ugandahilfe. „Die ersten Kontakte haben wir 1980 geknüpft, nachdem der Diözesanbischof von Uganda den damaligen Metelener Pfarrer Clemens Busche besuchte und ihm die Not in seinem Land schilderte. Die KAB Metelen, deren Vorsitzender ich zu der Zeit war, begann eine Partnerschaft mit Uganda. Unser Grundgedanke war es, dass Metelener Arbeiter sich für Ziegelei-Arbeiter in Uganda einsetzen“, erinnerte sich Joost. 1986 habe er das erste Mal Uganda besucht. Ein 20-jähriger Bürgerkrieg sei gerade beendet, die Not und das Elend der Menschen vor Ort seien unvorstellbar gewesen und hätten die Gruppe aus Metelen sehr berührt.

Viele Projekte aus den Bereichen Gesundheit, Arbeit und Bildung wurden seitdem durch die Initiative der Metelener Hilfsorganisation umgesetzt. Zum Beispiel ermöglichten es die Spenden und Hilfsgüter aus der Vechtegemeinde, dass Schulen und Krankenhäuser eingerichtet wurden, dass Wasserstellen erbaut wurden und vieles mehr. Besonders die Schulbildung lag Joost stets am Herzen. „Denn die Chance auf Bildung bringt den Menschen eine Perspektive für die Zukunft“, betonte er.

Ich bewundere die Menschen, wie zufrieden sie trotz ihrer Armut sind.

Petra von Styp-Rekowski

Als der scheidende Vorsitzende von Uganda erzählte, war zu spüren, mit wie viel Herzblut er sich einsetzt. „Sie können mit Freude und Stolz auf ihr jahrzehntelanges Wirken zurückblicken. Sie haben die Ugandahilfe zur Erfolgsgeschichte gemacht“, würdigte Pfarrer Stapper das Engagement.

Zu seiner Nachfolgerin wählten die anwesenden Mitglieder einstimmig Petra von Styp-Rekowski. Sie wolle die Arbeit im Sinne ihre Vorgängers fortsetzen. Anfang des Jahres sei sie das erste Mal in Uganda gewesen. „Ich bewundere die Menschen, wie zufrieden sie trotz ihrer Armut sind“, bemerkt sie. Die Ugander könnten sich über kleine Dinge freuen und seien dankbar dafür. Sie erzählt von Kindern, denen sie einen Lolly schenkte, und die ihr dafür „auf den Knien“ gedankt hätten. Diese Eindrücke haben ihren Wunsch verstärkt, daran mitzuwirken, dass die Ugandahilfe weitergeht.

Dabei unterstützen sie die neue Kassiererin Josefa Möllerwessel, die ebenfalls ohne Gegenstimme gewählt wurde. Als Beisitzer fungieren nach einstimmiger Wahl Thomas Mensing, Maria Schlieben, Waltraud Scholz und Herbert Hollekamp. Des weiteren wird Joost den Vorstandsmitgliedern künftig als Beisitzer zur Seite stehen. „Ich bin bereit, mitzuarbeiten, wann und wo es gewünscht wird“, sagte er.

Zuvor hatte Möllerwessel einen detaillierten Kassenbericht vorgestellt. Kassenprüfer Andreas Joost und Rudolf Gehlhaar bescheinigten ihr eine saubere Kassenführung. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

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