KIM sagt fast alle Veranstaltungen bis zum Jahresende wegen Corona ab
Kaum noch Nahrung für die Seele

Metelen -

Kunst und Kultur als Nahrung für die Seele – zumindest auf Veranstaltungen müssen die Metelener in nächster Zeit zum großen Teil verzichten. Wegen der aktuellen Corona-Situation hat die Kulturinitiative (KIM) jetzt fast alle Events bis zum Jahresende abgesagt. Mit der Ausstellung „Offenes und Verborgenes“ geht es allerdings weiter. Außerdem findet die für Freitag angesetzte Mitgliederversammlung statt.

Mittwoch, 28.10.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 18:32 Uhr
Mit großem Bedauern verkünden Clara Beutler (l.) und Margret Sprickmann-Kerkerinck die Absage der meisten KIM-Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres. Die laufende Ausstellung mit Gemälden von Christine Krey kann jedoch weiter besucht werden. Auch die Mitgliederversammlung mit Tanztheater findet statt.
Mit großem Bedauern verkünden Clara Beutler (l.) und Margret Sprickmann-Kerkerinck die Absage der meisten KIM-Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres. Die laufende Ausstellung mit Gemälden von Christine Krey kann jedoch weiter besucht werden. Auch die Mitgliederversammlung mit Tanztheater findet statt. Foto: Heidrun Riese

„Die seelische Nahrung, die Kunst und Kultur ist, ist gerade jetzt wichtig“, weiß Clara Beutler . Angesichts der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie mit steigenden Fallzahlen und strengeren Maßnahmen sei dem Vorstand der Kulturinitiative Metelen (KIM) jedoch keine andere Wahl geblieben, als fast alle Veranstaltungen bis zum Jahresende abzusagen.

Wie groß das Bedauern ist, steht den beiden Vorsitzenden beim Pressetermin in der Kulturetage ins Gesicht geschrieben. „Da steckt viel Herzblut drin“, betont Beutler. Aber wegen Corona droht das große Engagement der Macher – zumindest in den kommenden Wochen – ins Leere zu führen. „Das ist wirklich ermüdend“, findet Margret Sprickmann-Kerkerinck . „Und wir haben das Gefühl, dass es sich noch weiter zuspitzt.“

Raumgröße ist ein Grund, aus dem der KIM-Vorstand den schweren Entschluss gefasst hat. Kulturetage, Altes Amtshaus, Stiftsgebäude – das sind einige der Orte, an denen die Events normalerweise stattfinden. „Wir müssten in größere Räume wechseln“, erklärt Beutler. „Da gibt es nur den Bürgersaal, aber der lohnt sich nur bei großen Veranstaltungen.“ Zum einen aus Kostengründen, zum anderen aber auch wegen der Anstrengungen. „Es gibt dort keine fest installierte Technik und Bestuhlung, das ist also immer mit viel Aufwand verbunden“, sagt Beutler. Auch die Vorbereitung der Events sei ein wichtiger Faktor. „Wir machen die Programmarbeit ehrenamtlich“, betont Beutler. „Und das aktuell mit dem Risiko, jede Veranstaltung absagen zu müssen.“

Kein Austausch möglich

Abseits des Organisatorischen gibt es da noch einen Punkt, der den beiden Vorsitzenden besonders nahe geht. „Wir haben bei unseren Veranstaltungen immer einen lebendigen Austausch“, berichtet Beutler. „Es wird gesprochen, diskutiert und gemeinsam erlebt. Unter den jetzigen Bedingungen kann dieses typische Kultur-Flair leider nicht entstehen.“

Die gute Nachricht für alle Kulturfreunde: Aufgeschoben bedeutet nicht unbedingt aufgehoben. So es denn möglich ist, sollen die Events im kommenden Jahr nachgeholt werden, versprechen die beiden KIM-Vorsitzenden. Und: Ein paar wenige Veranstaltungen finden tatsächlich noch in diesem Jahr statt.

Da ist die laufende Ausstellung, „Offenes und Verborgenes – Wenn der Kopf und der Bauch sich Geschichten erzählen“ mit Gemälden von Christine Krey, die noch bis zum 20. November (Freitag) in der Kulturetage zu sehen ist – mittwochs von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr, darüber hinaus nach Vereinbarung mit der Künstlerin unter Telefon 01 57 / 72 86 33 31. Allerdings entfällt die für den 21. November (Samstag) geplante und „Mit-Sinnen“ überschriebene Finissage.

Mitgliederversammlung

Außerdem hält die KIM am Freitag (30. Oktober) ihre ursprünglich für einen viel früheren Zeitpunkt geplante Mitgliederversammlung im Bürgersaal ab. „Einmal im Jahr müssen wir sie durchführen“, informiert Sprickmann-Kerkerinck. „Deshalb setzen wir alles daran, dass das jetzt klappt.“ Bereits um 19 Uhr geht es los mit „Sogno d‘inverno“, Tanztheater mit Alice Cerrato und Antonio Rusciano. Es soll ein Auftritt von etwa einer halben Stunde werden. „So haben wir wenigstens etwas Kultur“, freut sich Beutler. Hierzu sind auch Nicht-Mitglieder willkommen. Die eigentliche Versammlung beginnt dann nach einer Lüftungspause um 20 Uhr. Für beide Teile des Programms bittet die KIM um Anmeldungen. „Damit wir ungefähr wissen, mit wie vielen Menschen wir zu rechnen haben“, informiert Beutler. Wer an der Versammlung teilnehmen oder sich die Performance angucken möchte, kann eine E-Mail an buero@kim-metelen.de schreiben oder sich bei einem der Vorstandsmitglieder anmelden. Kontaktdaten sind auf der Internetseite der KIM zu finden.

Darüber hinaus bleibe dem KIM-Vorstand nur, die Daumen für 2021 zu drücken – eine unschöne Situation für die Kulturschaffenden, die so gerne etwas auf die Beine stellen würden. „Man ist mit angezogener Handbremse unterwegs“, beschreibt Sprickmann-Kerkerinck das Gefühl. „Wir haben 1000 Ideen für das nächste Jahr. Aber wir können nichts machen, weil wir nicht wissen, wie es weitergeht.“

Ein neues Projekt ist trotzdem in der Mache. Es heißt „Kunst-Post-Tausch“, wird vom Land NRW gefördert und soll – ganz Corona-konform – nicht nur die Menschen erfreuen, sondern auch den beteiligten Künstlern helfen, indem es ihnen Einnahmen bringt. „Die haben es in dieser Zeit besonders schwer“, weiß Sprickmann-Kerkerinck. Beutler ergänzt: „Das ist auch für uns ein Lichtblick. Es macht keinen Spaß, alles absagen zu müssen.“

 

Was alles ausfällt

 

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