Familienchronik: Georg Krude recherchiert
Nach 1920 tun sich Lücken auf

Metelen/Essen -

Georg Krude ist Essener mit Metelener Wurzeln. Viele davon kennt er, hat sich intensiv mit der Familiengeschichte der Krudes auseinandergesetzt. Doch gibt es auch Jahre in der Chronik, die noch lückhaft sind. Der Familienforscher setzt jetzt auf die Unterstützung durch die Metelener.

Freitag, 30.10.2020, 06:00 Uhr
Georg Krude (71) aus Essen ist in Metelen aufgewachsen und versucht, seine Familiengeschichte nach 1920 zu vervollständigen.
Georg Krude (71) aus Essen ist in Metelen aufgewachsen und versucht, seine Familiengeschichte nach 1920 zu vervollständigen. Foto: Georg Krude

„Wie der Vater, so der Sohn“, „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ oder „Blut ist dicker als Wasser“. Wer kennt nicht diese Redensarten, wenn es um die Vor- oder Nachfahren seiner eigenen Familie geht?

Georg Krude ist gebürtiger Metelener, im Vechteort aufgewachsen und wohnt seit mehr als 30 Jahren in Essen. Der 71 Jahre alte verheiratete Rentner ist Wirtschaftsingenieur, hat drei erwachsene Kinder und wurde kürzlich zum ersten Mal Großvater. Jetzt, im fortgeschrittenen Alter, habe er Zeit und Muße, sich intensiv an die Entwicklung seiner Kinder von ihrer Geburt an bis zum Erwachsenwerden zurückzuerinnern.

„Dabei habe ich festgestellt, wie ähnlich mir meine Kinder geworden sind“, sagt Georg Krude. Diese Erkenntnis und ein Artikel dieser Zeitung, in dem über das Elternhaus von Heinz Krude berichtet wurde, das dessen Tochter Miriam Krude erworben hat, habe ihn bewogen Ahnenforschung über die Krude-Familien in Metelen zu betreiben. „Ich weiß so wenig über meinen Vater. Ich kann zwar meine Familiengeschichte bis ins Jahr 1685 zurückverfolgen, aber ab 1920 hört meine Recherche abrupt auf“, erklärt Georg Krude, der einen Eintrag im Taufbuch von Metelen aus dem Jahr 1685 mit dem Namen Bernardus Krude, 29. Juli, entdeckte (ovales Foto). Nachforschungen in den geschichtsträchtigen und zumeist mit detaillierten Aufzeichnungen bestückten Kirchenbüchern nach 1920 sei aus Datenschutz- und Anonymitätsgründen – sofern es nicht um die direkte Verwandtschaft gehe –, nicht erlaubt und deshalb unmöglich, musste der Essener erfahren.

Deshalb erhofft sich Georg Krude von der Veröffentlichung seiner Kindheits- und Jugendgeschichte viel Resonanz aus der Bevölkerung in und rund um Metelen.

Der 71-Jährige ist 1949 in Metelen geboren worden und im inzwischen abgebrochenen Haus am Sendplatz 8 aufgewachsen. Sein Vater war Schneidermeister Josef Krude, der das Haus im „Schatten des ehemali-

 

 

 

 

 

gen Kriegerdenkmals“ erworben hatte. „Ich habe noch das Schwimmen in der Vechte in der Nähe von ‚Fehlkers Wiese‘ erlernt“, erzählt Georg Krude. Wie viele andere Metelener spielte er Tischtennis, was er noch in der alten Volksschule am Friedhof erlernte. Viele Jahre war Georg Krude Messdiener: „Am liebsten morgens um 6 Uhr mit Dechant Fränkert in der Kapelle des Sophien-Krankenhauses. Denn dort wurde uns anschließend von den Franziskanern-Schwestern ein Frühstück aufgetischt“. 1968 absolvierte er sein

 

 

 

 

 

 

Abitur in Ahaus und begann sein Studium in der Technischen Hochschule Darmstadt. 1984 wurde geheiratet. „Nach dem Tod meines Vaters 2002 war ich lange Zeit nicht mehr in Metelen. Erst als ich viele Jahre später zurückkehrte und mit Erschrecken feststellen musste, dass mein Elternhaus nicht mehr existierte, wurde das Interesse an meiner Heimat wieder geweckt.“

Vor drei Jahren kehrte er aufgrund der Abschlussarbeit seiner Tochter Lara, die als studierte Modedesignerin über den Beruf ihres Großvaters recherchierte (wir berichteten), zurück, knüpfte Kontakt mit dem Heimatverein und informierte sich in Veröffentlichungen von Bernhard Hegemann, Karl Schulze Südhoff und Ex-Gemeindearchivar Reinhard Brahm über die Geschichte des Ortes.

Weil sein Vater auf Nachfrage stets geantwortet habe, dass die Krude-Vorfahren schon immer in Metelen gelebt und seine Familie zu den anderen Krude-Familien keinen Kontakt hätte, seien für ihn zwei brennende Fragen aufgeflammt: „Ich möchte erfahren, wie weit man die Vergangenheit der Krudes in Metelen zurückverfolgen kann und inwieweit die Familien in Verbindung gestanden haben oder noch stehen?“

Er selbst hat recherchiert, dass die Krudes nachweislich schon Ende des 17. Jahrhunderts in Metelen ansässig waren, und er hat etwa 300 Personen mitsamt ihren Familienstrukturen identifiziert, die seither mit dem Namen Krude in Metelen gelebt haben.

Die ersten Familienväter dieser Reihe wurden jedoch offenbar alle nicht in Metelen geboren – die Suche wird also weitergehen. Darüber hinaus hat Georg Krude erfahren, dass holländische Familien in Südafrika und Kanada ihren Ursprung in Metelen haben. Es lebten jeweils bis zu zehn Krude-Familien in Metelen. Sie pflegten über Jahrhunderte weitreichende Kontakte untereinander. „Das konnte ich aus Taufpatenschaften und Heiratsbezeugungen aus Kirchenbüchern ermitteln“, ergänzt der Essener.

Georg Krude erhofft sich nun viel Resonanz und bittet um den Austausch per E-Mail an georg.krude@gmail.com oder schriftlich an Georg Krude, Sundernholz 51, 45134 Essen.

 

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