Zwangspause der Chöre im Lockdown
Singen ist gut für die Seele

Metelen -

„Dort, wo man singt, da lass dich ruhig nieder“, sagt ein Sprichwort. Doch derzeit dürfen Sängerinnen und Sänger eben nicht zusammenkommen – auch nicht in den Chören der Kirchengemeinde. Chorleiter Sergey Myasoedov feilt zwar an Konzepten, die bei einem Wiederanlaufen des Probenbetriebs zum Zuge kommen, doch gefährden die aktuellen Corona-Maßnahmen möglicherweise sogar das Singen im Advent.

Montag, 16.11.2020, 17:06 Uhr aktualisiert: 17.11.2020, 17:09 Uhr
Für Kirchenmusiker Sergey Myasoedov und die von ihm betreuten Chöre ist dieses Jahr ein ständiges Auf und Ab. Die Sänger und ihr Chorleiter hoffen, dass die Adventsmusik vor dem Altenheim und Gesang in den Weihnachtsgottesdiensten möglich sein werden. Aktuell fallen die Übungsstunden des Cäcilia-Chores aus.
Für Kirchenmusiker Sergey Myasoedov und die von ihm betreuten Chöre ist dieses Jahr ein ständiges Auf und Ab. Die Sänger und ihr Chorleiter hoffen, dass die Adventsmusik vor dem Altenheim und Gesang in den Weihnachtsgottesdiensten möglich sein werden. Aktuell fallen die Übungsstunden des Cäcilia-Chores aus. Foto: Irmgard Tappe

Normalerweise würde Sergey Myasoedov in den kommenden Wochen mit seinen Chören für die Weihnachtsgottesdienste proben. Mittwochmorgens mit dem Kirchenchor und Donnerstagabends mit dem Ensemble „Cantemus“. So war es jedenfalls in den vergangenen Jahren. Doch was ist schon normal in Zeiten von Corona?

„Im November sind ja bekanntlich alle Chorproben gestrichen“, weist der Chorleiter von Ss. Cornelius und Cyprianus auf die gegenwärtigen Beschränkungen hin. Er bedauert, dass diese auch für den Kinderchor gelten. „Nach den Herbstferien hatte ich wieder die Proben mit den Kindern der Chor-AG der Grundschule gestartet. Wir haben getrennt in kleinen Gruppen geprobt. Aber nach einer Woche mussten wir es wieder einstellen. Leider“, meint Myasoedov achselzuckend.

Ob im Dezember wieder geprobt werden könne, sei eine offene Frage, sagt der Kirchenmusiker. „Aber ich versuche etwas zu planen, damit ich vorbereitet bin für alle Fälle“, bemerkt er. Myasoedov hofft, dass zumindest das für Anfang Dezember vorgesehene Adventsliedersingen im Außenbereich des St.-Ida-Hauses stattfinden kann. Kirchenchor und Cantemus möchten dort die Bewohner mit ihren Liedern erfreuen.

Das hofft auch Johanna Buschkamp. Die Vorsitzende des Kirchenchores hat natürlich Verständnis für die aktuellen Maßnahmen. „Unsere Mitglieder sind zwischen 57 und 84 Jahre alt und zählen größtenteils zur Risikogruppe. Deshalb haben wir unsere Proben bereits im Oktober vor dem offiziellen Lockdown eingestellt“, sagt die Metelenerin. Sie und ihre Mitstreiter vermissen die wöchentlichen Treffen. „Singen in der Gemeinschaft tut der Seele gut“, betont sie und blickt zurück auf den ersten Lockdown und die Zeit danach. Die Proben seien während der Sommermonate wieder angelaufen. „Anfangs haben wir in der Kirche geprobt. Die Frauenstimmen um 9 Uhr und die Männerstimmen um 10 Uhr“, erinnert sie sich.

Danach verlegten sie ihr Domizil wieder in den großen Saal des Pfarrzentrums. Der Chorleiter hatte ein gutes Hygienekonzept vorbereitet und sehr genau darauf geachtet, dass die Abstandsregeln eingehalten wurden. Allerdings, so Myasoedov, seien bei beiden Chören weniger Mitglieder zu den Proben gekommen als vor Corona.

Während der Zeit der Lockerungen hätten die Chöre dennoch bei einer Trauerfeier und in zwei Sechswochenseelenämtern in der Kirche gesungen. Um die Abstandsregeln auf der Orgelempore einzuhalten, sei die Anzahl der Sängerinnen und Sänger auf maximal zwölf begrenzt gewesen. So könnte es auch in den Weihnachtsgottesdiensten sein. Sergey Myasoedov hegt die leise Hoffnung, dass es doch noch klappt.

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