jfd-Projekt für Jungen begeistert Teilnehmer
Champions League und Tanzschritte

Metelen -

Darauf hatten Heranwachsende lange gewartet: ein Angebot nur für Jungen. Dreimal trafen sich Elf- bis 13-Jährige aus dem Ort, um ganz nach eigenen Vorstellungen zusammen zu spielen oder auch um zu tanzen. Das Jungen-Projekt des jfd soll 2021 fortgesetzt werden.

Donnerstag, 10.12.2020, 15:58 Uhr aktualisiert: 11.12.2020, 16:24 Uhr
Unschwer zu erkennen, für welches Team das Herz von jfd-Mitarbeiter Peter Schwert schlägt. Auch er kickte virtuell mit im Champions-League-Turnier des Jungs-Projekts im alten Chilly.
Unschwer zu erkennen, für welches Team das Herz von jfd-Mitarbeiter Peter Schwert schlägt. Auch er kickte virtuell mit im Champions-League-Turnier des Jungs-Projekts im alten Chilly. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Die beiden Trainer haben es sich bequem gemacht. Statt auf der harten Spielerbank zu hocken oder gar bei diesen nasskalten Temperaturen am Spielfeldrand auf und ab zu laufen, sitzen sie auf einem gemütlichen Sofa. Doch auf dem Feld vor ihnen geht es alles andere als gemütlich zu. Da geht es um den Pokal, um den Gewinn der Champions League . Und aktuell kickt die Borussia aus Dortmund gegen Paris Sant Germain.

Es ist eine schöne Fußballwelt, die da auf der großen Leinwand des früheren Jugendtreffs Chilly zu sehen ist. Spieler laufen sich warm, Anpfiff, Zuschauerjubel, Reporter begleiten die Spielzüge. Doch ist das alles eben virtuell, und die beiden Trainer dirigieren ihre Kicker mit kleinen Control-Sticks. „ FIFA 21“, wohl die derzeit angesagteste Fußball-Simulation, wird hier gespielt.

Und das ist genau das, was sich die acht Jungen gewünscht haben. Die sind zwischen elf und 13 Jahre alt und freuen sich schon seit einer Woche auf das virtuelle Turnier ihrer Lieblingsmannschaften. Peter Schwert , der Mitarbeiter des Jugend- und Familiendienstes (jfd), der gemeinsam mit Saskia Brink das Jungenprojekt betreut, hatte alles vorbereitet für diesen Abschlusstag der jfd-Aktion, den Beamer mitgebracht, das Spiel installiert, auch Getränke organisiert.

Und die Jungen? Die sind begeistert. Friedrich ist mit 13 Jahren einer der Älteren in der Gruppe. Er kennt das Chilly, war aber immer ein wenig enttäuscht, dass außer Billard-Spielen und Kickern hier für ihn und seine Freunde zu wenig lief. „Gut, dass hier jetzt Leute sind, die probieren, das Chilly für Jungs interessant zu machen.“ Subhi ist zwölf und mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Halil in den Treff gekommen. „Das hat sehr gut angefangen“, zollt er Peter Schwert und Saskia Brink ein großes Lob, bevor er sich wieder einer Partie Uno zuwendet, da das Spiel noch booten muss.

Jesko, elf Jahre alt, erinnert sich dieweil noch an die Vorwoche. Da hatten sich die Jungs einen Just-Dance-Nachmittag gewünscht. Das Tanzen zum vom Spiel vorgegebenen Rhythmen und Schrittkombinationen wollten die Jungs ausprobieren – ohne Mädchen. „Wir machen hier eben nur Jungssachen“, bekräftigt Jesko, dass das Angebot für ihn stimmt.

Wie auch für Joss, ebenfalls elf Jahre. Der freut sich über das, was neuerdings im alten Chilly abgeht. Einmal die Woche Aktivitäten mit Gleichaltrigen unternehmen – das habe es früher nicht gegeben.

Schade nur, dass für dieses Jahr zunächst Schluss ist. Die drei Aktionstage waren aber nur der Auftakt zu Angeboten, die der jfd als neuer Träger der offenen Jugendhilfe im Ort machen will. Saskia Brink wird sich dabei um den Treff kümmern.

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