Zum Tod von Albert Tietmeyer
Über Jahrzehnte hinweg im Ort Akzente gesetzt

Metelen -

Albert Tietmeyer ist tot. Metelen verliert mit ihm einen Menschen, der sich nicht nur unermüdlich und vielfältig ehrenamtlich für den Ort engagierte, sondern zugleich auch als Dorfchronist das Leben an der Vechte dokumentierte.

Dienstag, 22.12.2020, 19:00 Uhr
Albert Tietmeyer in seiner Schreibstube. Der Verstorbene war unermüdlicher Sammler von Erzählungen und Dokumenten über Metelen.
Albert Tietmeyer in seiner Schreibstube. Der Verstorbene war unermüdlicher Sammler von Erzählungen und Dokumenten über Metelen. Foto: Huge sive Huwe

Mit Albert Tietmeyer ist am Montag einer der bekanntesten Metelener seiner Generation im Alter von 90 Jahren gestorben. Sein ehrenamtliches Wirken im Ort über Jahrzehnte hinweg hat Akzente gesetzt und ihm viel Wertschätzung eingebracht.

Tietmeyer war ein zutiefst heimatverbundener Mensch, ein Sammler und Chronist von Geschichte und Geschichten, und er hatte dazu noch einen ganz ausgeprägten Sinn für Humor.

Geboren am 16. Juli 1930 in Metelen wuchs er mit elf Geschwistern auf. Albert war der Älteste, lernte den Beruf des Bäckers und brachte von der Meisterschule in Köln den rheinischen Humor mit an die Vechte. Nicht umsonst war er einer der Initiatoren des Metelener Sitzungskarnevals.

Die eigene Bäckerei war der Beruf, das Sammeln von Begebenheiten aus dem Leben des Ortes die Berufung. Die Schreibmaschine und später der Computer waren die Instrumente, um unzählige Ordner mit historischen Fakten, Erzählungen und auch Gedichten zu füllen.

Die kleine Schreibstube im Haus war damit der Hobbyraum des Ortschronisten, dessen Werke auch immer wieder die Metelener Seiten der Münsterschen Zeitung belebten. Dort tauchte er ein in die Welt der Geschichte und Dönekes, in denen er die porträtierten Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen darstellte – stets mit einem Augenzwinkern und immer so, dass man es ihm nicht krumm nahm. Plattdeutsch war da das perfekte Instrument für Tietmeyer. Er war ein Ortschronist, der in Metelen seinesgleichen suchte.

Der bekennende Heimatfreund war 35 Jahre lang im Vorstand des Heimatvereins aktiv, organisierte dort auch Küeroabende. Engagiert war er überdies im Kolpingverein und wirkte zudem ab 1957 insgesamt 35 Jahre lang als Karnevalspräsident.

Vom 1961 bis 1984 gehörte er als Mitglied der CDU-Fraktion dem Rat der Gemeinde an, war danach noch fünf Jahre lang sachkundiger Bürger. 16 Jahre lang engagierte er sich als Schiedsmann für die Gemeinde Metelen und überdies als Schöffe.

Für sein Wirken wurde Albert Tietmeyer geehrt, im April 1989 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2015 mit dem Wanderpreis des Kreises Steinfurt für Heimat- und Brauchtumspflege.

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