Demonstration gegen Baumfällungen für die neue Stromtrasse
Zwischen Protest und Resignation

Metelen -

Weniger als 20 Menschen folgten am Freitag einem Aufruf von „Fridays for Future“ zu einer Demonstration vor dem Metelener Rathaus gegen Baumfällungen für den Bau der neuen Höchstspannungstrasse. Hans Hoffmeister fand kritische Worte – auch gegen die Metelener Ratsvertreter.

Freitag, 05.02.2021, 14:38 Uhr aktualisiert: 07.02.2021, 17:48 Uhr
Knapp 20 Menschen waren dem Aufruf zur Demonstration vor dem Metelener Rathaus gefolgt.
Knapp 20 Menschen waren dem Aufruf zur Demonstration vor dem Metelener Rathaus gefolgt.

„Ich sehe keinen Protest vor Ort und stehe ziemlich alleine da.“ Hans Hoffmeister , ortsbekannter Naturschützer, brachte auf den Punkt, was am Freitagvormittag auf dem Sendplatz zu beobachten war. Nicht einmal 20 Menschen waren einem Aufruf von „ Fridays for Future “ gefolgt, um gegen Baumfällungen in der Metelener Heide zu demonstrieren.

Und unter ihnen waren neben dem Emsdettener Initiator Reinhard Weßling auch noch etliche ortsfremde Natur- und Umweltschützer. Doch auch Vertreter der bündnisgrünen Fraktion im Rat der Gemeinde Metelen fanden den Weg auf den Platz vor dem Rathaus.

Mit ihnen und allen anderen Bürgervertretern ging Hoffmeister hart ins Gericht, als er nochmals skizzierte, wie die Entscheidungsfindung über den Verlauf der neuen Höchstspannungstrasse gelaufen war. Er ging vor allem auf die Klage der Stadt ein, welche eine Streckenführung quer durch die Heide favorisiert: „Alle Ratsmitglieder haben dafür gestimmt. Das hat mich wachgerüttelt.“

Im Fokus hat Hoffmeister weniger die vom Rat und klagenden Anliegern geforderte Trasse, sondern die Strecke, für die bereits Planungsrecht besteht. Auch hier würden 70 000 Quadratmeter Wald gefällt, klagte der Metelener und sprach speziell ein Kleinbiotop am Gauxbach an, das von alten Laubbäumen geprägt ist. Hier gebe es sogar Ringelnattern, so Hoffmeister, der nach eigener Aussage erst im Frühjahr 2020 realisierte, welche Folgen der Leitungsbau haben würde: „Da kam der große Schock.“

Der Metelener, der seine Argumentation mit einem Plakat untermauerte, spannte den Bogen jedoch auch weiter, über die Amprion-Trasse hinaus. Es sei ein Unding, für den Transport von Ökostrom tausende Bäume zu schlagen. Der Wald sei ein CO- und Wasserspeicher. Insbesondere alte Bäume seinen entsprechend wertvoll. Hoffmeister plädierte für eine Streckenführung über Freilandflächen, ohne dies am konkreten Beispiel Metelen näher auszuführen.

Der Bezirksregierung in Münster, die die Planung genehmigte, warf er vor, mit ungenauen Karten zu operieren. Er sprach wenig später von „wissender Ignoranz“ der Verantwortlichen, um dann fast resignierend zu schließen: „Hier wird es wohl zu spät sein.“

„Fridays for Future“ will mit dem Protest gegen die absehbaren Baumfällungen am Ball bleiben. Am kommenden Freitag (12. Februiar) soll in Burgsteinfurt demonstriert werden, in 14 Tagen wieder in Metelen – und danach immer im Wechsel.

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