Sanierung und Erweiterung: St.-Josef-Kindergarten zieht im Sommer provisorisch in die alte Grundschule
Kitas geben sich Klinke in die Hand

Metelen -

Fast so etwas wie die Reise nach Jerusalem unternehmen in diesem Jahr zwei Kitas aus dem Ort. Während der Kindergarten Niara im Sommer aus dem Provisorium in sein neues Domizil am Schützenwald umziehen wird, steht mit der Kita St. Josef bereits ein Nachfolgerin für die alte Grundschule fest. Ein Jahr lang müssen Kinder und Erzieherinnen dort ins Provisorium, während die Kita saniert und erweitert wird.

Donnerstag, 11.03.2021, 16:40 Uhr aktualisiert: 12.03.2021, 17:18 Uhr
Der St.-Josef-Kindergarten an der
Der St.-Josef-Kindergarten an der Foto: Huge sive Huwe

Sie gehörten im vergangenen Jahr gleich mehrfach zum Kita-Alltag dazu: Eimer, die in der Eingangshalle des St.-Josef-Kindergartens standen. Doch nicht die Kinder hatten sie dort aufgestellt, sondern die Erzieherinnen, denn es tropfte durchs Dach – und das so stark, dass es mit Aufwischen nicht getan war. Um Schaden vom Linoleum abzuwenden, mussten eben Eimer her.

Sie waren nur der sichtbarste Ausdruck dafür, dass die Einrichtung in die Jahre gekommen ist. Der Kindergarten in katholischer Trägerschaft hat in diesem Jahr ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel und ist dringend sanierungsbedürftig.

Das weiß auch das Gremium der Kirchengemeinde, das für die Finanzen von Ss. Cornelius und Cyprianus zuständig ist. Der Kirchenvorstand tagte am Mittwochabend und beschäftigte sich bereits zum wiederholten Mal mit der Misere. Und er fasste einen weitreichenden Beschluss. „Wir werden den Kindergarten ab dem Sommer nicht nur grundlegend sanieren, sondern auch um eine zusätzliche Gruppe erweitern“, erläuterte Pfarrer Thomas Stapper auf Anfrage dieser Zeitung hin.

Neben den mittlerweile immer offenkundigeren Baumängeln in dem Gebäude, war es eine Anfrage des Kreisjugendamtes für eine zusätzliche Kindergartengruppe in Metelen, die dem Projekt Schwung verliehen hat. Aktuell hat die Einrichtung vier Gruppen, eine weitere soll hinzu kommen. Der Kirchenvorstand habe bereits im Vorfeld ein positives Signal dafür gegeben, die Kita um eine fünfte Gruppe zu ergänzen.

Dass das alles in den bestehenden Räumlichkeiten an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Straße nicht zu realisieren sein würde, war allen Beteiligten klar. Also macht die Trägerin, nämlich die katholische Kirchengemeinde, jetzt den ganz großen Wurf: Die Kita zieht während der Bauphase um.

„Wir werden die Räume am Standort der früheren Grundschule am Stüvvenweg nutzen, in denen derzeit der Kindergarten Niara der evangelischen Jugendhilfe untergebracht ist“, beschreibt Pfarrer Stapper die Kita-Rochade im ganz großen Stil, die sich für den Sommer abzeichnet.

Das neue Niara-Gebäude im Baugebiet „Am Schützenwald“ soll bis zur Jahresmitte fertiggestellt sein, so dass die Niara-Kinder und ihre Betreuerinnen in die nagelneue Einrichtung umziehen können.

Gleich danach, wohl zum 1. August, ziehen die Mädchen und Jungen der St.-Josef-Kita eine Parallelstraße weiter in die so frei gewordenen Räumlichkeiten am Stüvvenweg. Diese werden allerdings für den dann auf fünf Gruppen gewachsenen Kindergarten nicht ausreichen. „Wir werden zusätzlich zwei Container aufstellen“, beschrieb Pfarrer Stapper die Planungen.

Diese sind vor allem zeitlich ambitioniert. „Wir mussten deshalb am Mittwoch Grünes Licht geben, damit das Projekt anlaufen kann“, erläuterte Stapper. Zum Hintergrund: Architekt Johannes Ehling hatte vor dem Gremium deutlich gemacht, dass die Handwerker gebucht und koordiniert werden müssten. Ein bereits leer gezogenes Kita-Gebäude sei wesentlich einfacher zu sanieren und baulich zu ergänzen – daher auch der rasche Umzug an den provisorischen Standort. Kirchengemeinde und Architekt rechnen mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr. Das Projekt sei aktuell mit 1,4 Millionen Euro berechnet, so der Pfarrer. Die Finanzierung teilten sich verschiedene Partner. Mit im Boot seien das Bistum Münster, das Kreisjugendamt und auch das Land über Fördergelder.

Und was wird aus dem Kita-Jubiläum, das eigentlich im Juni angestanden hätte? „Das findet nur im kleinen Rahmen statt. Wir wollen groß feiern, wenn die Sanierung und die Erweiterung fertig sind“, blickt Pfarrer Stapper auf den Sommer 2022.

Metelens Bürgermeister Gregor Krabbe bezeichnete es als eine „glückliche Fügung“, dass die Kommune den Neubau der ehemaligen Grundschule just zu dem Zeitpunkt zur Verfügung stellen könne, da die Nutzung durch Niara ende.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7862462?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F
Nachrichten-Ticker