Wildschutz-Barriere an der B 70 soll Unfallschwerpunkt entschärfen
Neuer Zaun hält Rehwild im Zaum

Metelen -

Vier Kilometer Wildschutzzäune werden derzeit an der Metelener Umgehungsstraße aufgebaut. Den Schwerpunkt für Unfälle mit Rehwild arbeiteten die Kreispolizei und örtliche Jäger heraus. Straßen.NRW als Baulastträger finanzierte die 70 000 Euro teure Maßnahme.

Dienstag, 16.03.2021, 15:58 Uhr
Sie stellten den neuen Wildschutzzaun vor, der in diesen Wochen längs der B 70 zwischen den Anschlüssen Schöppingener und Wettringener Straße aufgestellt wird (v.l.): Jürgen Bauland, Experte der Kreispolizei für Wildunfälle, Metelens Hegeringsleiter Mark Langhorst und Heiner Lütke-Wenning vom Landesbetrieb Straßen.NRW.
Sie stellten den neuen Wildschutzzaun vor, der in diesen Wochen längs der B 70 zwischen den Anschlüssen Schöppingener und Wettringener Straße aufgestellt wird (v.l.): Jürgen Bauland, Experte der Kreispolizei für Wildunfälle, Metelens Hegeringsleiter Mark Langhorst und Heiner Lütke-Wenning vom Landesbetrieb Straßen.NRW. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Er wird, wenn er gegen Ostern fertiggebaut ist, gut 4,1 Kilometer lang sein – mehr als 4000 Meter Wildschutzzaun, die Metelens Umgehungsstraße sicherer machen sollen. Denn der Bereich zwischen den Anschlussstellen Schöppingener und Wettringener Straße ist ein Schwerpunkt bei Wildunfällen.

Hunderte von Pfählen, ausnahmslos aus Recycling-Material hergestellt, rammen die Mitarbeiter eines Gartenbauunternehmens aus dem Kreis Borken seit Wochen in die Böschungen beiderseits der Bundesstraße. Mit Spezialgerät wird daran mannshoch Maschendrahtzaun befestigt. In regelmäßigen Abständen, und auch an den Brücken, unterbrechen Fluchttüren das Bild.

Der Bau des Zauns ist eine Maßnahme, die ihresgleichen im Kreis Steinfurt sucht. „Lediglich im Bereich Rheine-Wadelheim gibt es eine vergleichbare Zaunanlage. Die ist allerdings auch schon mehr als 20 Jahre alt.“ Heiner Lütke-Wenning kennt als Sachgebietsleiter Betrieb und Verkehr der Regionalniederlassung Münsterland von Straßen.NRW die Verkehrsverbindungen im Münsterland aus dem Effeff. Er erläutert vor Ort, warum ausgerechnet die Metelener Ortsumgehung eine Zaunanlage bekommt, für die der Bund gut 70 000 Euro in die Hand nimmt.

„Wir haben hier die Möglichkeit, den Unfallschwerpunkt zu entschärfen“, erklärt der Straßenbau-Experte. Nur an Straßen, die keine Abzweige, etwa zu Wohnhäusern haben, seien solche Zäune überhaupt sinnvoll. Die Anlage in Metelen werde lediglich im Bereich der kreuzenden Leerer Straße unterbrochen. „Wir haben den Zaun dabei weit in den Bereich der Leerer Straße hinein verlängert“, deutet Lütke-Wenning auf den Bogen, welches das Hindernis dort macht.

Als Revierinhaber kennt Mark Langhorst die neuralgische Ecke genau. Hier steht ein junges Wäldchen, und das ist mit dafür verantwortlich, dass es hier allein in den vergangenen drei Jahren über 30 Wildunfälle gab. „Die Bäume bieten dem Rehwild ideale Verweilmöglichkeiten“, erklärt der Jäger, der auch Leiter des örtlichen Hegerings ist. Beim Wechsel zu anderen Futterplätzen kreuzen die Tiere die Bundesstraße – mit oft fatalen Folgen für die Rehe und auch für die betroffenen Kraftfahrer. Eine intensive Bejagung hat die Zahl der Wildunfälle hier bereits reduziert – von 19 im Jahr 2018, über elf in 2019 auf zuletzt nur noch zwei im Vorjahr.

Statistische Zahlen, für die sich auch Jürgen Bauland von der Polizei interessiert. Er hat in den vergangenen Jahren intensiv Daten zum Thema Wildunfälle zusammengetragen, Unfallschwerpunkte analysiert und ist innerhalb der Kreispolizeibehörde zu einem Experten geworden – nicht zuletzt auch deshalb, weil er selber Jäger ist. Bauland begrüßt deshalb ausdrücklich die Maßnahme an der Metelener Umgehungsstraße.

„Es gibt sicherlich Stellen im Kreis, die stärker belastet sind, doch haben wir wegen der Zufahrten keine Möglichkeit, dort einen Zaun wie hier in Metelen aufzustellen“, erläutert Bauland. Ausdrücklich stellt er am Beispiel Metelen die gute Zusammenarbeit zwischen der Polizei, der Jägerschaft und dem Straßenbaulastträger heraus. Diese habe nach der Identifizierung des Unfallschwerpunktes im nächsten Schritt letztlich zu der Aufstellung des Zaunes beiderseits der Straße geführt.

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