Alpakas in Naendorf
Neugierige Andenbewohner

Metelen -

Sie fallen auf, die beiden Alpakas, die in einer Wiese an der Eper Straße weiden. Elke Ewering hält sie am elterlichen Hof und ist begeistert von den Tieren, die ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammen. Die neugierigen Tiere sind echte Sympathieträger.

Freitag, 30.04.2021, 15:12 Uhr aktualisiert: 30.04.2021, 15:16 Uhr
Handzahm, überaus neugierig und von Natur aus vorsichtig sind Jakob und Pepe, die Ellen Erwering auf Weiden am elterlichen Hof hält.
Handzahm, überaus neugierig und von Natur aus vorsichtig sind Jakob und Pepe, die Ellen Erwering auf Weiden am elterlichen Hof hält. Foto: Dorothee Zimmer

Pepe und Jakob entgeht fast nichts. Wann immer sich irgendetwas regt auf der Kreisstraße, an der ihre Wiese liegt, geht der Blick der beiden weißen Alpakas in diese Richtung. Dann stehen sie wie angewurzelt nebeneinander und verfolgen aufmerksam das, was da vor sich geht, bis es aus ihrem Blickfeld verschwindet. Im Laufe eines Tages tut sich da einiges, denn die Straße ist belebt.

Seit September wohnen die Halbbrüder, Wallach Jakob, zweieinhalb Jahre, und Hengst Pepe, der im Juni zwei wird, auf dem Hof der Familie Stauvermann. Der Wunsch der Tochter Ellen Ewering , sich zwei Alpakas anzuschaffen, stieß nicht sofort auf Gegenliebe bei den Eltern. „Aber hier ist ja genug Platz“, war dann eines der Argumente, mit dem die 31-Jährige sie umstimmte. Und natürlich das Versprechen, sich selbst um die Tiere zu kümmern, also fast täglich vorbeizuschauen. Wie kommt man auf die Idee, sich Alpakas anzuschaffen? „Alpakas sind eigentlich ziemlich pflegeleicht. Man muss sich längst nicht so intensiv um sie kümmern wie zum Beispiel um einen Hund.“ So hat die Physiotherapeutin den Wunsch nach einem eigenen Tier realisierte. Und wenn die Eltern einverstanden sind, lautet ihr Plan für die Zukunft: „Eine Herdenvergrößerung ist nicht ausgeschlossen.“

Weil Alpakas Herdentiere sind, war von vornherein klar, dass eine Anschaffung mit weniger als zwei Tieren nicht in Frage kam. Um sie halten zu können, sind 1000 Quadratmeter Fläche erforderlich, für jedes weitere Tier kommen jeweils 100 Quadratmeter dazu – „je mehr, desto besser“. Jakob und Pepe „bewohnen“ eine kleinere und eine größere Wiese im Wechsel. Das Gras, das darauf wächst, verputzen sie im Nu. „Sie sind die perfekten Rasenmäher“, schmunzelt Ellen Ewering.

Jakob, der Ältere und Größere, hat zwar das Sagen in der Miniherde, trotzdem sind er und Pepe ein Herz und eine Seele. „Meistens ist dort, wo der eine sich aufhält, auch der andere in der Nähe.“

Welche Rolle sie selber auf der Sympathie-Skala der beiden Alpakas spielt, vermag Ellen Ewering nicht so genau einzuschätzen. Sie fressen ihr zwar aus der Hand und lassen sich auch streicheln, „aber sie bleiben gleichzeitig immer vorsichtig“, hat sie trotz der von ihr entgegengebrachten Zuneigung festgestellt.

Ein weiteres Merkmal der Tiere sei ihre große Neugierde auf alles, was um sie herum geschieht, und die Tatsache, dass sie stets einen festen Ort auf der Wiese aufsuchen, an dem sie ihr Geschäft verrichten. Das sei im Übrigen „guter Gartendünger“.

Alpakas äußern sich über offiziell als „Brummen“ bezeichnete Laute. Diese eher leisen Töne lassen sie verlauten, wenn sie mit irgendetwas unzufrieden sind oder wenn etwas Ungewohntes passiert.

Daneben, weiß Ellen Ewering, seien Alpakas dafür bekannt, einen positiven Einfluss auf Menschen zu haben. „Sie sind nie aufgeregt, eher ruhig, gemütlich und bedächtig.“ Spucken gehört nicht zu ihren Gewohnheiten. Nur im äußersten Fall des Genervtseins greifen sie zu diesem Mittel, und das bislang auch nur untereinander.

Die gesundheitliche Vorsorge erstreckt sich auf eine jährliche Impfung gegen eine Darmerkrankung, auf die etwa alle sechs Wochen anfallende Klauenpflege, auf regelmäßige Entwurmung und auf das Abschleifen der Zähne, die nur unten vorhanden sind; oben haben Alpakas eine Kauplatte. Und geschoren werden müssen sie auch: Pepe und Jakob haben nächste Woche ihren Termin. Die Lebenserwartung von Alpakas beträgt 20 bis 25 Jahre. Eine schöne Aussicht, findet Ellen Ewering: „Da hab ich noch lange Freude dran.“

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