Diskussion um Erweiterung des Netto-Marktes in Mettingen
Noch einiger Klärungsbedarf

Mettingen -

Die Gemeinde Mettingen leitet für die geplante Erweiterung des Netto-Marktes an der Westerkappelner Straße ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes ein. Dafür stimmten jetzt die Mitglieder des Bauausschusses bei zwei Enthaltungen nach intensiver Diskussion. Die Entscheidung stieß vor allem bei einigen Anliegern zu Unverständnis.

Montag, 29.05.2017, 13:05 Uhr

Netto will in Mettingen erweitern.
Netto will in Mettingen erweitern. Foto: Oliver Langemeyer

Sie fürchten, dass mit dem Start des Verfahrens der Weg zur Vergrößerung des Lebensmittelmarktes auf dem Stark-Karree von 800 auf 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche längst vorgezeichnet und damit kaum mehr zu verhindern ist.

Auch einige Ausschussmitglieder äußerten ihren Unmut über die Pläne. Noch vor drei Jahren habe der Investor, die Unternehmensgruppe Brickwedde, beteuert, Netto seien 800 Quadratmeter genug, rief Conrad Kamp ( CDU ) in Erinnerung. Im Gegensatz zur Konkurrenz verfolge die Lebensmittelkette ein anderes Konzept. Jetzt ist alles anders. „Ärgerlich ist das allemal“, kritisierte Kamp. Aber insgeheim habe man damit gerechnet, dass es so komme.

In der Tat stehen die Chancen für den Investor nicht schlecht, das Gebäude Richtung Westeresch auszudehnen. Denn eine vom Investor in Auftrag gegebene Verträglichkeitsanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass die Erweiterung zulässig ist. Dafür müsse nicht einmal das im Bebauungsplan festgesetzte Mischgebiet geändert werden. Nach Auffassung der Gutachter verschiebt sich das Verhältnis zwischen Wohnbebauung und Gewerbe nicht. Und das, obwohl durch den Anbau der Parkplatz Richtung Westeresch verlegt und ein Wohnhaus dafür abgerissen werden soll. Dafür sollen zehn zusätzliche Parkplätze entstehen.

Das rief bei einigen Ausschussmitgliedern Verwunderung hervor. „Wieso ist das jetzt möglich“, fragte Gertrud Lagemann (MWG). Und Conrad Kamp wollte wissen, welcher Gutachter zu diesem Ergebnis gekommen sei. Architekt Heinz Rammes , der die Baupläne im Ausschuss vorstellte, sagte, es sei dasselbe Büro, das auch die Erweiterungsabsichten von Edeka und Aldi in Mettingen geprüft habe. Zudem begründete er die Pläne von Netto mit dem zunehmenden Konkurrenzdruck vor Ort. Die anderen Märkte erweiterten ebenfalls. „Das erleben Sie in allen Gemeinden“, sagte Rammes.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat der Gemeinde empfohlen, für die geplante Erweiterung des Netto-Marktes ein Sondergebiet im Bebauungsplan auszuweisen, sagte Bauamtsleiter Michael Krause-Hettlage. Damit könnte die Kommune das Sortiment der angebotenen Artikel auf dem Stark-Karree künftig besser steuern.

Auf eine Entscheidung über Misch- oder Sondergebiet wollten sich die Mitglieder des Bauausschusses noch nicht einlassen. „Da gibt es noch viel Klärungsbedarf“, sagte Thorsten Laske (SPD). Zunächst müsse die Gemeinde entsprechende Gespräche mit dem Kreis Steinfurt und der Bezirksregierung führen.

Bauamtsleiter Krause-Hettlage betonte, dass der Start des Verfahrens zur Änderung des Bebauungsplanes noch kein grünes Licht für die Erweiterung bedeute. Es sei vielmehr der einzige Weg, die Öffentlichkeit an dem Genehmigungsverfahren zu beteiligen.

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