CDU und MWG fordern umfassende Planung für „bezahlbare Mietwohnungen“
Gemeinde Mettingen soll selbst bauen

Mettingen -

Die Maßnahmen der Gemeinde Mettingen, erschwinglichen Wohnraum im Ort zu schaffen, gehen CDU und MWG nicht weit genug. Jüngste Äußerungen von Bürgermeisterin Christina Rählmann, die Kommune dürfe sich beim Mietwohnungsbau „das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen“, reichten nicht aus, kritisiert CDU-Fraktionschef Christian Völler.

Sonntag, 03.12.2017, 15:12 Uhr

Das Grundstück an der Ibbenbürener Straße, auf dem jetzt noch der Jugendtreff steht, könnte für den sozialen Mietwohnungsbau in der Gemeinde Mettingen in Betracht kommen
Das Grundstück an der Ibbenbürener Straße, auf dem jetzt noch der Jugendtreff steht, könnte für den sozialen Mietwohnungsbau in der Gemeinde Mettingen in Betracht kommen Foto: IVZ

Im Gegenteil: Die Kommune müsse vorangehen. Dabei schließen die beiden Ratsfraktionen nicht aus, dass die Kommune selbst günstige Mietwohnungen baut und anbietet. In Anträgen zum Haushalt 2018 fordern sie die Verwaltung zunächst auf, Mietwohnungsprojekte nicht nur auf die gemeindeeigenen Wohnungen „Am Kolk“ zu beziehen.

Dafür kämen laut CDU und MWG noch andere Gebäude in Frage; unter anderem das frei werdende Jugendhaus. Die CDU habe mehrfach vorgeschlagen, dass die Verwaltung bei der Planung weitere gemeindeeigene Objekte berücksichtigen soll. Leider lägen dazu aus dem Rathaus noch immer keine Ergebnisse vor, beklagt Völler .

Neben dem Jugendhaus nennt die Union das ehemalige Haus „Middendorf“. Zudem habe sie angeregt, die Nachbargrundstücke an der Ibbenbürener Straße nach Absprache mit den Eigentümern in die Planungen einzubeziehen. Eine großzügigere Verteilung von sozialem Mietwohnungsbau in der Kommune mindere die Gefahr einer „Ghettobildung“ in einzelnen Wohngebieten.

Die MWG kritisiert ebenfalls, dass sich die Verwaltung beim Mietwohnungsbau nur auf das Objekt „Am Kolk“ beschränke. Hinzu komme, dass Rat und Verwaltung seit mehr als einem Jahr über die dringende Sanierung des dortigen Gebäudes oder eines Neubaus auf der Fläche diskutierten. Fakt sei, dass die Gemeinde bei vier von acht Wohnungen, die dort zur Verfügung stehen, ein Belegungsrecht für Asylbewerber habe. Die anderen vier Mietwohnungen seien daher angesichts der Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein, erklären Gertrud Lagemann und Otto Lohmann.

Die Führungsspitze der MWG-Fraktion drängt auf eine Entscheidung, ob die Verwaltung in den kommenden zwei Jahren mehrere Mietwohnungsprojekte verwirklichen kann. Wenn es „machbar“ sei, sollte die Gemeinde dabei selbst als Bauherr auftreten.

Zudem schlägt die MWG die Gründung eines Forums „Wohnraumentwicklung“ vor. Daran sollten sich Handwerker und Bürger, die investieren möchten, beteiligen. Von einem solchen Netzwerk aus könnten die Mitglieder Bauprojekte für erschwingliche Wohnungen entwickeln. Dabei hofft die MWG auf jede Menge kreativer Ideen.

Rählmann bringt Haushalt ein

Bürgermeisterin Christina Rählmann bringt am Dienstag, 5. Dezember, den Haushaltsentwurf für das Jahr 2018 ein. Während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses stellt die Verwaltungschefin das mehr als 420 Seiten starke Zahlenwerk vor. Wie berichtet hat sich die finanzielle Situation der Kommune spürbar erholt. Im kommenden Jahr rechnet die Kämmerei mit einer schwarzen Null. In den vergangenen Jahren wurden jeweils sogar Überschüsse erzielt. Die Sitzung im Ratssaal von Haus Telsemeyer beginnt um 17.30 Uhr. Die Mitglieder des Hauptausschusses beraten außerdem über die Anträge zum Haushalt und über Einwendungen von Bürgern. Aus der Bürgerschaft liegt ein Schreiben vor.

...

Die CDU schließt ebenfalls nicht aus, dass die Gemeinde selbst als Bauherr auftritt. „Zumal diese Investitionen für den Haushalt wirtschaftlich sein können“, heißt es im Antrag. Sie fordert aber erst ein Mietwohnungskonzept. Dafür sollen unter anderem der Bedarf von Wohnungstypen erfasst und die städtebaulich vertretbaren Größen der Immobilien ermittelt werden.

Finanziell will die Union dafür einiges draufsatteln: Neben den eingeplanten 1,05 Millionen Euro für das Projekt „Am Kolk“ sollte die Gemeinde noch weitere zwei Millionen Euro für den Bau von Mietwohnungen, unter anderem an der Ibbenbürener Straße, bereitstellen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5330057?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F179%2F
Nachrichten-Ticker