E-Mobilität in der Region kommt langsam in Fahrt
Stadtwerke wollen Ladenetz ausbauen

Westerkappeln/Tecklenburger Land -

Als Fahrer eines Elektrofahrzeuges hat man es auch nicht immer leicht. Die Reichweiten der Autos sind in der Regel eher mau, das Netz an Ladesäulen ist noch ziemlich dünn. Die Stadtwerke Tecklenburger Land wollen jetzt nach eigenen Angaben E-mobil machen.

Dienstag, 11.09.2018, 14:52 Uhr
Mit der Ladekarte der Stadtwerke Tecklenburger Land können Nutzer von E-Fahrzeugen an 15.000 Ladestellen in ganz Europa tanken.Etwas versteckt am Kirchplatz steht die einzige Ladesäule für E-Autos in Westerkappeln. Auf dem Rastplätzen Brockbachtal Nord und Süd gibt es auch noch welche. Dort können E-Auto-Fahrer sogar gratis Strom tanken.
Mit der Ladekarte der Stadtwerke Tecklenburger Land können Nutzer von E-Fahrzeugen an 15.000 Ladestellen in ganz Europa tanken.Etwas versteckt am Kirchplatz steht die einzige Ladesäule für E-Autos in Westerkappeln. Auf dem Rastplätzen Brockbachtal Nord und Süd gibt es auch noch welche. Dort können E-Auto-Fahrer sogar gratis Strom tanken. Foto: Karin &Uwe Annas / stock-adobe.com

Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der regionale Energieversorger arbeite derzeit mit Hochdruck am Ausbau des E-Ladenetzes in der Region mit.

Die ersten vier Ladestationen der Stadtwerke Tecklenburger Land sind in Hörstel an der Bahnhofstraße, in Ibbenbüren an der Weberstraße, in Lotte-Wersen an der Westerkappelner Straße sowie in Mettingen an der Clemensstraße ans Netz gegangen. Weitere sollen in den kommenden Monaten folgen; auch in Westerkappeln: Hier werde bereits in den nächsten Tagen eine E-Ladesäule auf dem Konrott-Parkplatz in Betrieb genommen. Drei weitere Standorte sind in Planung, sie werden derzeit mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt, teilen die Stadtwerke auf WN-Nachfrage mit.

Das E-Ladenetz ist in Westerkappeln bislang sehr überschaubar. Die Innogy SE , eine Tochter des Energiekonzerns RWE, hat eine Ladesäule neben das öffentliche WC am Kirchplatz aufgestellt. Im Umkreis von 20 Kilometern gibt es weitere Innogy-Säulen unter anderem in Wallenhorst, Recke, Ibbenbüren und natürlich in Osnabrück.

Etwas versteckt am Kirchplatz steht die einzige Ladesäule für E-Autos in Westerkappeln. Auf dem Rastplätzen Brockbachtal Nord und Süd gibt es auch noch welche. Dort können E-Auto-Fahrer sogar gratis Strom tanken.

Etwas versteckt am Kirchplatz steht die einzige Ladesäule für E-Autos in Westerkappeln. Auf dem Rastplätzen Brockbachtal Nord und Süd gibt es auch noch welche. Dort können E-Auto-Fahrer sogar gratis Strom tanken. Foto: Frank Klausmeyer

Auch die Westfalen AG hat zwei Schnellladesäulen (50 Kilowatt) in Westerkappeln in Betrieb, und zwar auf den Raststätten Brockbachtal Nord und Süd an der A 30 in Velpe. Dort passten drei Steckertypen, so dass nahezu alle Elektrofahrzeuge dort laden könnten, teilt das Unternehmen mit. Auch Tesla-Wagen könnten dort mit entsprechenden Adaptern Strom tanken. Das Besondere: E-Autofahrer müssen bis jetzt nichts bezahlen.

Bei Innogy hingen die Preise letztlich vom Modell des Autos und der Batterie ab, erläutert Pressesprecherin Sabine Schmelter. „Wir empfehlen Fahrern von Elektroautos, unsere günstigen Ökostrom-Verträge für Ladestrom zu nutzen. Hier wird kilowattstundengenau auf Rechnung im Nachhinein abgerechnet. Abgerechnet wird eichrechtskonform.“ Dieses Angebot gelte an den Säulen der innogy und von über 160 Stadtwerke-Partnern in ganz Deutschland.

Tesla – der US-Autobauer schickt ausschließlich Elektrofahrzeuge auf die Straße – setzt auf seine sogenannten Supercharger, an denen Tesla-Fahrer nach Firmenangaben innerhalb von 30 Minuten etwa 270 Kilometer Reichweite aufladen könnten. Im Zuge des starken Wachstums baue Tesla weltweit das Lade- und Standortnetz kontinuierlich aus. Wer im Tecklenburger Land einen Tesla fährt, muss allerdings noch weite Wege bis zum nächsten Supercarger in Kauf nehmen: Die nächsten gibt es am Kamener Kreuz, in Emsbüren an der A 31 sowie an der A 1 in Lohne bei Oldenburg.

 

Die Zahl der zugelassenen Elektroautos wächst hierzulande rasant. Anfang dieses Jahres waren es nach Daten des Statistikbundesamtes knapp 54 000 und damit mehr als doppelt so viele wie ein Jahr davor. Dennoch sind E-Autos auf deutschen Straßen bislang eher Ringeltauben. Das gilt auch in unserer Region.

Im Kreis Steinfurt waren zum Stichtag 10. August 2017 insgesamt 251 321 Pkw zugelassen, darunter gerade einmal 221 reine E-Fahrzeuge sowie 826 Fahrzeuge mit Elektro-Hybrid-Antrieb, die also zusätzlich mit Gas, Diesel oder, Benzin betrieben wurden.

Zum Stichtag 31. Dezember 2016 waren nach Angaben des Straßenverkehrsamtes in der Gemeinde Westerkappeln 10 112 Kraftfahrzeuge zugelassen, davon 6861 Pkw. Nur mit Elektromotor waren drei Autos unterwegs.

Ähnlich sieht das Verhältnis in den Nachbargemeinden aus (Reihenfolge: zugelassene Kfz – davon Pkw – davon reine E-Fahrzeuge):

►  Lotte: 10 891 – 8212 – 2

►  Mettingen: 10230 – 7258 – 5

► Ibbenbüren: 41 907 – 30 936 – 23

Da scheint man mit den neuen Ladekarte der Stadtwerke Tecklenburger Land schon schneller ans Ziel zu kommen. Sie berechtige zum Tanken mit Flatrate-Tarif an rund 2000 Ladepunkten in Deutschland, europaweit seien es derzeit rund 15 000 Ladestellen, teilt der kommunale Energieversorger mit. „Gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern bauen wir derzeit die Ladeinfrastruktur im Tecklenburger Land nach und nach auf und aus“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Burlage. Dazu hätten sich die Stadtwerke dem Verbund „ladenetz.de“ angeschlossen, einer überregionalen Kooperation von Stadtwerken in Deutschland, die gemeinsam an der Einführung, Weiterentwicklung und Förderung von E-Mobilität arbeiteten. „Durch den Anschluss an ladenetz.de können wir unseren Kunden ein umfassendes Ladenetz bieten“, sagt Martin Burlage. Im Tecklenburger Land sollen darüber hinaus in den kommenden Monaten insgesamt 36 Ladestationen der Stadtwerke entstehen.

Alles, was Besitzer von E-Fahrzeugen für die Nutzung der Ladestationen von ladenetz.de benötigten, sei eine Ladekarte mit einem sogenannten RFID-Chip. Die Stadtwerke Tecklenburger Land bieten eine solche Ladekarte im Flatrate-Tarif an. Das bedeutet: Nutzer zahlen einen monatlichen Festpreis und können ihr Elektro-Fahrzeug so oft tanken, wie Sie möchten. Die monatliche Nutzungsgebühr beträgt derzeit fünf Euro. Hinzu kommt eine einmalige Einrichtungsgebühr in Höhe von 49 Euro.

Kunden der Stadtwerke Tecklenburger Land können die Ladekarte ganz einfach im Kundenzentrum an der Kanalstraße in Ibbenbüren bekommen. Alternativ steht das Auftragsformular auf der Webseite der Stadtwerke Tecklenburger Land zum Download bereit.

mehr Informationen unter www.stadtwerke-tecklenburgerland.de/produkte/e-mobilitaet.html.

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