Schulpolitik
Gemeinden Westerkappeln, Lotte und Mettingen wollen enger kooperieren

Westerkappeln/Lotte/Mettingen -

Die Gemeinden Westerkappeln, Lotte und Mettingen wollen in der Schulpolitik enger zusammenarbeiten. Das scheint auch angezeigt, weil vor allem Eltern aus Westerkappeln und Lotte, deren Kinder nicht an der Gesamtschule angenommen werden, sehen müssen, an welcher weiterführenden Schule sie mit ihrem Nachwuchs bleiben.

Mittwoch, 05.12.2018, 14:58 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 15:40 Uhr
Beim Abstimmungsgespräch der Schulträger und Schulleitungen aus Mettingen, Westerkappeln und Lotte ging es auch um die Zusammenarbeit des Mettinger KvG-Gymnasiums und der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln in der Oberstufe.
Beim Abstimmungsgespräch der Schulträger und Schulleitungen aus Mettingen, Westerkappeln und Lotte ging es auch um die Zusammenarbeit des Mettinger KvG-Gymnasiums und der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln in der Oberstufe. Foto: Colourbox

Das betrifft in erster Linie Kinder mit einer Realschulempfehlung. Für das laufende Schuljahr hatten 18 solcher Schüler einen Ablehnungsbescheid von der Gesamtschule bekommen. Weil die Kardinal-von-Galen-Realschule in Mettingen das Anmeldeverfahren relativ zeitgleich durchführte, waren dort alle Klassen voll. Als sogenannte Ersatzschule muss die KvG nicht alle Angemeldeten berücksichtigen. Somit blieb einigen betroffenen Eltern zunächst nur die Wahl, sich einen Platz in einer weiter entfernten Realschule zu suchen, beispielsweise in Ibbenbüren.

Bei den Politikern im Schulzweckverband Lotte-Westerkappeln hatte das für Unmut gesorgt: Es entstehe der Eindruck, dass die betroffenen Familien sich selbst überlassen werden, meinte beispielsweise Thomas Giebel , SPD-Ratsherr in Lotte. Es sei Aufgabe der Gemeindeverwaltungen sich zu kümmern, wo die betroffenen Schüler bleiben.

Das Problem sei am Ende gelöst worden, betont nun die Mettinger Bürgermeisterin Christina Rählmann . Für das nächste Schuljahr solle es aber „besser laufen“. Darum haben alle Beteiligten ein Abstimmungsgespräch vereinbart, zu dem sich vor einigen Tagen die Bürgermeister aus Mettingen, Westerkappeln und Lotte sowie der Verein der Schulfreunde als Schulträger der KvG-Schulen und die Schulleitungen der Josef-Hauptschule, der KvG-Realschule, des KvG-Gymnasiums als auch der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln an einen Tisch gesetzt haben.

Dabei seien unterschiedliche Fragestellungen besprochen worden, teilt Rählmann mit. Zum Beispiel seien die Aufnahmekriterien der Gesamtschule oder auch die Beschulung von Flüchtlingen in ihrem jeweiligen Wohnort besprochen worden. Auch sei es um die Zusammenarbeit des Mettinger Gymnasiums und der Gesamtschule in der Oberstufe gegangen.

Ein besonderes Augenmerk sei angesichts des deutlich gewordenen Optimierungsbedarfes auf die anstehenden Schulanmeldungen der Viertklässler im Januar und Februar 2019 gelegt wurden.

Für das kommende Anmeldeverfahren stellt sich die Situation laut Rählmann nun wie folgt dar: Die Anmeldung an der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln wird zeitlich deutlich vor den Anmeldezeiträumen der KvG- und der Josef-Schule liegen, nämlich vom 8. bis 13. Februar.

Anmeldungen an Mettinger Schulen

Der Anmeldezeitraum an der KvG-Realschule und am KvG-Gymnasium ist vom 26. bis 28. Februar jeweils in der Zeit von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 170 Uhr.An der Josef-Ganztagshauptschule werden die Anmeldungen vom 6. bis 13. März jeweils von 8.30 bis 12 Uhr sowie zusätzlich am Donnerstagnachmittag (7. März) entgegengenommen, dann ab 15.30 Uhr.

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Im Anschluss soll es nochmals ein Abstimmungsgespräch zwischen den Schulleitungen geben, damit schon vor der eigentlichen Anmeldung an den Mettinger Schulen Klarheit über die Zahl der zu erwartenden Kinder besteht. Gleichzeitig werden auch von Seiten der Gesamtschule die Eltern der Kinder informiert, die nicht aufgenommen werden können. „Hier sollen die möglichen Alternativen für den weiteren Schulbesuch nochmals deutlich dargestellt werden“, erläutert Rählmann.

„Erst mal versuchen wir es auf diesem Weg“, sagt die Mettinger Bürgermeisterin auf die Frage, ob angesichts des regen „Schüleraustausches“ zwischen den drei Kommunen nicht sogar ein gemeinsamer Schulzweckverband sinnvoll sei. „Wir arbeiten ja jetzt schon sehr gut zusammen.“ Ob und inwieweit diese Kooperation langfristig noch intensiviert werde, vermöge sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen.

Die drei Mettinger Schulen nähren sich bereits jetzt zu einem Großteil aus Westerkappelner und Lotter Schülerinnen und Schüler. Nach Angaben der Gemeinde Mettingen wird die Josef-Hauptschule aktuell von 326 Kindern und Jugendlichen besucht, davon 52 aus Westerkappeln und 46 aus Lotte.

Von 510 Schülern an der KvG-Realschule kommen momentan 81 aus Westerkappeln und 65 aus Lotte. Und am KvG-Gymnasium stammt sogar knapp die Hälfte aller 643 Kinder und Jugendlichen aus den Nachbarkommunen, und zwar 179 aus Westerkappeln und 141 Lotte.

Die beiden Gemeinden zahlen im Gegenzug Zuschüsse an den Verein der Schulfreunde, allerdings nur für das Gymnasium. In Westerkappeln sind das rund 80 000 Euro im Jahr.

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