Landwirtefamilien danken der Feuerwehr
Heiliger Florian als besondere Anerkennung

Mettingen -

Als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Mettingen sind sie 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag in steter Bereitschaft. Immer auf dem Sprung, Menschen und Tieren zu helfen und Brände zu bekämpfen. Dabei kennen sie diejenigen, denen sie helfen, meist kaum oder gar nicht, und doch zögern die Feuerwehrleute nicht, sich auch in brenzlige Situationen zu begeben.

Dienstag, 18.06.2019, 17:04 Uhr
Einen heiligen Florian für die Feuerwache gab‘s noch obendrauf: Siggi Vogt überreichte die Statue im Namen der Familien Vogt, Birke und Borchelt an Feuerwehrleiter Jürgen Schoppe.
Einen heiligen Florian für die Feuerwache gab‘s noch obendrauf: Siggi Vogt überreichte die Statue im Namen der Familien Vogt, Birke und Borchelt an Feuerwehrleiter Jürgen Schoppe. Foto: Claudia Ludewig

Das sei alles andere als selbstverständlich, fand Landwirtsfamilie Vogt, und beschloss zusammen mit zwei weiteren Landwirtsfamilien, der Feuerwehr einmal mit einer besonderen Aktion „Danke“ zu sagen. So kamen am Samstagabend 50 Feuerwehrleute und noch einmal ebensoviele Familienmitglieder und Freunde auf dem idyllischen Hof der Vogts an der Neuenkirchener Straße zu einer fröhlichen Party zusammen.

Der Hintergrund für die Einladung war dagegen weniger idyllisch: Vor drei Jahren hatte ein großer Brand die Lagerhalle auf dem Hof Birke bis auf die Grundmauern vernichtet. Die Feuerwehr konnte nur noch ein weiteres Übergreifen verhindern. Im vergangenen November brannte es auf dem Hof der Familie Borchelt: Ein Schweinestall fiel den Flammen zum Opfer, ebenso – und das war besonders tragisch – die darin befindlichen Tiere.

Am 4. Januar wurde die Feuerwehr erneut zu einem Hofbrand gerufen: Diesmal war es der Hof der Vogts. „Jeder habe nur gedacht, nicht schon wieder“, erzählt Jürgen Schoppe , Leiter der Feuerwehr Mettingen. Auch der Kreisbrandmeister habe sich schon auf den Weg gemacht. Doch diesmal hatten die Einsatzkräfte Glück: Sie konnten die Gasflaschen aus der Werkstatt, in welcher der Brand ausgebrochen war, rechtzeitig bergen und kühlen. Auch ein Übergreifen auf die benachbarte Scheune – und von da aus über die alten Hofeichen auf den historisch bedeutsamen Hauptbau von 1746 – konnte verhindert werden.

Für die eingesetzten Feuerwehrleute war dies zunächst nur ein weiterer Einsatz auf ihrer langen Liste, doch dann kam die große Überraschung: Eine Einladung zu einer „Dankeschön-Party“.

Seit 1980 sei er in der Feuerwehr, seit 1984 Mitglied der aktiven Wehr, aber eine solche Wertschätzung der Arbeit habe er in all den Jahren noch nicht erfahren, zeigte sich Jürgen Schoppe ganz begeistert. „Diese Art der Wertschätzung kommt gut an“, erzählt er und ergänzt: „Es fanden alle sofort gut.“ Nur die Umstände, die hätten ruhig anders verlaufen können: „Wir hätten uns gerne anders kennengelernt“, so Schoppe, Er hofft, nie wieder wegen eines Einsatzes mit den gastgebenden Familien in Kontakt kommen zu müssen – ansonsten jederzeit!

Bei gutem Essen, Trinken und Musik wurde am Samstag kräftig gefeiert, und eine kleine Erinnerung an die gastgebenden Familien und die Party gab es noch obendrauf: Bei Holzbildhauer Ewald Böggemann hatten die drei Familien einen heiligen Florian, den Schutzpatron der Feuerwehr, in Auftrag gegeben und ihm auch noch eine tragbare Vitrine mit Beleuchtung sowie eine Dankeschönplakette verpasst. Sie wurde feierlich an Jürgen Schoppe überreicht und findet hoffentlich einen Ehrenplatz im Feuerwehrgerätehaus.

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