Mettingen bekommt künftig einen RTW
Rettungswagen statt Notarzt

Mettingen -

Der Standort Mettingen soll künftig einen Rettungswagen (RTW) im 7/24-Modus bekommen, also rund um die Uhr. Das sehen die Pläne der Kreisverwaltung vor, mit denen sie jetzt in die politischen Gremien geht.

Sonntag, 10.11.2019, 17:50 Uhr
Das war Anfang 2018: Maik Rathje, (4. von links, Fachbereichsleiter Rettungsdienst beim Kreis Steinfurt) erklärt die Technik im neuen Notfalleinsatzfahrzeug, das in Mettingen stationiert wird. Bei der offiziellen Übergabe des Wagens vor dem Rathaus waren dabei (von links): Dr. Karlheinz Fuchs (ärztlicher Leiter im Rettungsdienst des Kreises), Dr. Matthias Zahl (leitender Oberarzt von der Helios Klinik in Lengerich), Mettingens damaliger Feuerwehrleiter Jörg Stentzel, Bürgermeisterin Christina Rählmann und Kreisdirektor Dr. Martin Sommer. Ab Februar soll jetzt ein Rettungswagen in Mettingen stationiert werden.
Das war Anfang 2018: Maik Rathje, (4. von links, Fachbereichsleiter Rettungsdienst beim Kreis Steinfurt) erklärt die Technik im neuen Notfalleinsatzfahrzeug, das in Mettingen stationiert wird. Bei der offiziellen Übergabe des Wagens vor dem Rathaus waren dabei (von links): Dr. Karlheinz Fuchs (ärztlicher Leiter im Rettungsdienst des Kreises), Dr. Matthias Zahl (leitender Oberarzt von der Helios Klinik in Lengerich), Mettingens damaliger Feuerwehrleiter Jörg Stentzel, Bürgermeisterin Christina Rählmann und Kreisdirektor Dr. Martin Sommer. Ab Februar soll jetzt ein Rettungswagen in Mettingen stationiert werden. Foto: Oliver Langemeyer

Diese Pläne stützen sich auf die Erkenntnisse eines Gutachtens, das im Zuge der von Februar an nicht mehr möglichen Besetzung der Notarztstelle in Mettingen in Auftrag gegeben wurde.

Die notärztliche Versorgung Mettingens (und der Umgebung) sei ein zentraler Punkt des Rettungsdienstbedarfsplanes, so Helmut Heuing . Leiter des Ordnungsamtes beim Kreis Steinfurt, im Gespräch mit unserem Medienhaus. „Wir kriegen es aber nicht mehr hin, diesen Notarzt in Mettingen zu besetzen.“ Fachkräftemangel. Darum habe ein Gutachter untersucht, ob die Notfallversorgung Mettingens auch durch einen RTW abgedeckt sei.

Ergebnis: Ja. Der Standort Mettingen soll also künftig einen RTW bekommen. 24 Stunden am Tag. Sieben Tage die Woche. Also rund um die Uhr. Und auch die Kapazität an der Feuer- und Rettungswache Ibbenbüren wird aufgestockt. Sie soll ein drittes RTW bekommen.

Allerdings könne dieser 7/24-Modus nicht sofort zum 1. Februar, wenn der Notarzt-Vertrag mit den Helios-Kliniken ausläuft, umgesetzt werden. Im Provisorium am Mettinger Feuerwehrgerätehaus stehe der notwendige Ruheraum nicht zur Verfügung. Deshalb würde der Rettungswagen „bis auf weiteres“ im 7/12-Modus besetzt, also sieben Tage die Woche, zwölf Stunden. Exakt die Zeit, in der der Notarzt besetzt ist. Und das solange, bis die baulichen Voraussetzungen für einen Ruheraum geschaffen seien.

Das dürfte am ehesten mit dem ohnehin geplanten Bau einer Rettungswache in Mettingen erfolgen, der aktuell auf Eis liegt. Diese Pläne dürften jetzt eine neue Dynamik bekommen. Damals sei der Planungsstopp nicht tragisch gewesen, so Heuing. Jetzt, durch die 24-Stunden-Präsenz, sei der Druck ein anderer. Man wolle die baulichen Voraussetzungen nun schnellstmöglich umsetzen. Heuing dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich der Mettinger Feuerwehr, wo das NEF unterkam und der RTW unterkommt. „Sie lassen sich viel von uns gefallen.“

Auch Mettingens Bürgermeisterin Christina Rählmann bezeichnete den RTW-Plan als Lösung, mit der man gut leben könne. „Die gute medizinische Versorgung wird ja jetzt zeitlich noch ausgebaut.“ Wenn der Raum da ist. Auch Rählmann betonte die neue Dynamik hinsichtlich der Pläne für den Bau einer Rettungswache (und damit einhergehend den Umbau des Gerätehauses). „Es ist mit dem Kreis besprochen, dass wir uns kurzfristig zusammensetzen, dass wir ein Stück nach vorne gucken können.“

In Mettingen soll die Johanniter-Unfallhilfe (JUH), die auch den Fahrer für das NEF (Notarzteinsatzfahrzeug) stellte, den RTW besetzen, so Heuing. Das Fahrzeug komme aus dem Pool des Kreises. Langfristig würde der RTW-Standort aber ausgeschrieben. Der Notarzt für Einsätze in Mettingen und Umgebung komme künftig wieder aus Ibbenbüren, muss also über den Berg fahren. Helmut Heuing verwies aber darauf, dass es auch andere Möglichkeiten gebe, zum Beispiel, den Notarzt per Hubschrauber zum Einsatzort zu bringen. Langfristig werde die Notarzt-Kompetenz ausgebaut, zum Beispiel durch das Modell Tele-Notarzt, ein Projekt, das derzeit im Raum Aachen getestet werde. Der Kreis, so Helmut Heuing, rüste seine RTW dafür schon jetzt vor. Außerdem sei das Personal auf dem RTW durch das neue Berufsbild des Notfallsanitäters besser qualifiziert und geschult. „Die rettungsdienstliche Versorgung ist gesichert. Wir haben da ein hohes Niveau.“

Am 20. November befasst sich der Fachausschuss mit diesem Thema, am 10. Dezember der Kreisausschuss und am 16. Dezember der Kreistag.

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